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Das Olympia-Drama der Lena Dürr

Das Olympia-Drama der Lena Dürr
Bei ihren wohl letzten Olympischen Spielen scheitert Lena Dürr dramatisch im Slalom und verpasst die sicher geglaubte Medaille - wieder einmal. 

Die erste olympische Einzelmedaille war zum Greifen nahe für Lena Dürr. Es wäre die Krönung ihrer Karriere gewesen bei ihren wohl letzten Winterspielen. Doch die 34-Jährige fädelte im Slalom-Finale, in das sie als Zweite nach dem ersten Lauf gegangen war, ein und schied aus. Dass ihr dieses Missgeschick schon am ersten Tor passierte, war die Spitze des Dramas.

Lena Dürr in Tränen nach vergebener Medaille

Im Zielraum konnte Dürr "noch gar nicht realisieren", was da gerade passiert war. Für sie eine "Katastrophe, worst case". Zunächst vermied sie auch den Gang vor die Presse: "Weil ich wusste, was für eine Runde mich hier erwartet, bin ich in die andere Richtung abgebogen, dort waren meine beiden Schwestern." Bei ihrer Familie habe sie "ein paar Tränen geteilt".

In Peking begann die Misere

Es war der nächste Akt ihres persönlichen Olympia-Dramas, das in Peking vor vier Jahren begonnen hatte. Damals verpasste sie als Führende nach dem ersten Lauf im Finale eine Olympia-Medaille um 0,07 Sekunden. 2018 bei ihrem Olympia-Debüt in Pyeongchang kam sie im Slalom im ersten Durchgang nicht ins Ziel.

Nächster Akt in Dürrs Olympia-Drama

In Cortina ging die Misere weiter. Zuerst war sie in der alpinen Kombination aufgrund ihres Formtiefs vor den Winterspielen nicht berücksichtigt worden. Statt ihr startete Emma Aicher und gewann mit Kira Weidle-Winkelmann Silber. Dann blieb sie auch im Riesenslalom ohne Edelmetall.
Als Außenseiterin trumpfte sie im ersten Durchgang noch auf. Völlig überraschend war sie Zweite. Und auch im Finale zeigte sie eine tolle Fahrt. Bis zum viertletzten Tor war eine Medaille wieder mehr als nur möglich, doch dann verlor sie im Schlussteil zu viel Tempo und wurde nur Neunte. 0,19 Sekunden fehlten zur Bronzemedaille. "Am viertletzten Tor bin ich fast umgefallen. Das kostet immens viel Zeit", klagte Dürr, die im Interview Mühe hatte, die Tränen zurückzuhalten.

Dürr: "Man meint, man kriegt nochmal einen Re-Run"

Und nun die Spitze des Dramas auf der Olimpia delle Tofane in Cortina d'Ampezzo. "Vor 15 Jahren bei einem FIS-Rennen" sei ihr so ein Einfädler am ersten Tor schon mal passiert, erzählte Dürr hinterher. "Dass das heute passiert, ist natürlich relativ bescheiden."
"Man meint, man kriegt nochmal einen Re-Run", wähnte sie sich noch immer in diesem Albtraum. Eine zweite Chance wird die 34-Jährige Dürr bei Olympia wahrscheinlich nicht mehr bekommen.

Dürr sieht auch "kleinen Sieg"

Und dennoch versuchte Dürr, auch das Positive zu sehen. "Ich war entspannt am Start. Es war nicht so, dass ich super nervös oder gestresst war." Sie und ihr Team hätten "geackert wie die Blöden", um Dürr wieder ein gutes Gefühl zu geben. "Dass das auf der Ergebnisliste wieder nicht so steht, wie mein Gefühl ist, ist relativ bitter", sagte Dürr, die den Ausgang des Rennens dennoch als "kleinen Sieg" sehen wollte. "Vor ein paar Wochen war ich da unglaublich weit weg und da war ein Tag wie heute für mich total unrealistisch."

Ob Medaille oder nicht: Dürr kann auf ihre Familie zählen

Sie habe wieder "die ganze Bandbreite an Emotionen" durchlebt, sagte Dürr und schloss mit einem Statement, das weit über den Skisport hinaus reichte. Ihr sei heute am wichtigsten gewesen, dass ihre Familie dabei gewesen sei: "Das ist das, was zählt. Wenn du weißt, wer für dich da ist und warum du der Mensch bist, der du bist. Daran ändert sich auch nichts, ob ich eine Medaille habe oder nicht."

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