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Endlich Olympiasieger: Lochner triumphiert bei deutschem Dreifacherfolg

Endlich Olympiasieger: Lochner triumphiert bei deutschem Dreifacherfolg
Nach zwei Silbermedaillen in Peking vor vier Jahren hat er es endlich geschafft! Johannes Lochner hat sich bei den Winterspielen in Italien im kleinen Schlitten zum Olympiasieger gekrönt. Sein Dauerrivale Francesco Friedrich hatte in keinem der vier Läufe eine Chance, holte aber Silber. Auch Bronze ging nach Deutschland. 

Angeschoben von Georg Fleischhauer sicherte sich Lochner in 3:39,70 Minuten Olympiagold und hatte damit 1,34 Sekunden Vorsprung auf Friedrich (mit Alexander Schuller) und Adam Ammour (mit Alexander Schaller), der 1,82 Sekunden hinter dem neuen Olympiasieger das schwarz-rot-goldene Podium vervollständigte.
Die emotional völlig aufgewühlten Olympiasieger umarmten auf dem Weg zur Siegerehrung alle, die ihnen entgegenkamen. "Es gibt gerade nichts Geileres, als wenn so ein Plan aufgeht", sagte Lochner am Sportschau-Mikrofon: "Das ist so ein Glücksgefühl gerade, ich kann es gar nicht beschreiben."
Über den großen Vorsprung sei er selbst verwundert. "Keine Ahnung, wie das funktioniert hat. Vielen Dank an meinen Abschieber, der mich da oben so massiv in die Bahn reinschiebt, dass wir solchen Zeiten runterpressen können."


Auch der geschlagenen Friedrich zollte seinen Respekt: "Er war einfach das gesamte Jahr besser. Und sie haben auch hier am besten performed. Sie sind genauso gut oder besser gestartet und waren in der Bahn besser. Und beim Material haben sie irgendeinen Trick gefunden, wie sie uns davonfahren."

Halbzeitführung bereits acht Zehntelsekunden

Schon zur Halbzeit am Vortag hatte der "Hansi" dem "Franz" ordentlich was zum Grübeln für die Nacht vor der Entscheidung mitgegeben. Während der Spitzenreiter die Bahn in Cortina in beiden Läufen ohne größere Schnitzer herunterfuhr, nahm Friedrich zu viele Banden mit und lag nach Tag 1 bereits 0,80 Sekunden zurück.
Ammours Rückstand betrug 1,24 Sekunden. Doch der dritte deutsche Bob musste eher nach hinten schauen, weil dort das US-Duo Frankie del Duca und Joshua Williamson nur eine Zehntelsekunde zurücklag.

Friedrichs Angriff bleibt aus

Lochner ging im dritten Lauf als erster Starter in die Bahn und war wieder einmal der Schnellste (54,89 Sek.). Friedrich hielt bis zur Hälfte der Strecke gut mit, baute dann aber wieder einen Fehler mehr ein als sein Konkurrent. So wuchs der Vorsprung des Stuttgarters auf 0,92 Sekunden an. Ammour konnte seinen dritten Rang verteidigen und zugleich das Polster auf del Luca deutlich ausbauen. Vor dem Finale hatte er nun 45 Hundertstelsekunden Vorsprung.

Lochner fährt Gold sicher nach Hause

Dort konnte Ammour seinen Platz sicher verteidigen. Damit war klar: unabhängig davon, was mit Lochner und Friedrich passieren würde, Gold geht sicher nach Deutschland. Und für Ammour gab es bei seinen ersten Olympischen Spielen direkt eine Medaille. Das war Lochner und Friedrich nicht gelungen.
Friedrich legte anschließend vor, konnte aber den souverän fahrenden Lochner nicht mehr angreifen. Der sicherte sich nach Jahre des Wartens sein erstes Olympiagold.

Kann Friedrich im großen Schlitten zurückschlagen?

Vierfach-Olympiasieger Friedrich musste damit zum ersten Mal seit zwölf Jahren eine Niederlage in einem olympischen Bobrennen hinnehmen. Mit seinem fünften Olympiasieg hätte sich der 35 Jahre alte Sache zum erfolgreichsten Bobsportler bei Olympischen Winterspielen aufschwingen können. Dafür hat er mit dem Viererbob-Wettbewerb am Samstag und Sonntag aber noch eine weitere Chance. Schon mit einer weiteren Silbermedaille würde Friedrich den Rekord von Kevin Kuske einstellen. Dieser hatte als Anschieber zwischen 2002 und 2018 viermal Gold und zwei Silber geholt.

Als Favorit gilt der Bob-Dominator des vergangenen Jahrzehnts aber auch in diesem Rennen nicht. Dafür waren seine Leistungen in dieser Saison nicht konstant genug. Auch im großen Schlitten scheint Lochner besser aufgestellt. Der hatte Anfang der Saison das Testevent auf der Olympiastrecke gewonnen und dabei das beste Gefühl für die Bahn bewiesen.

Auch Ammour sollte man auf dem Zettel haben

Geht man allerdings nach den jüngsten Leistungen im Viererbob-Weltcup dürfte auch Ammour in den Kampf um Gold eingreifen. Der 24-Jährige hatte sowohl in St. Moritz bei der Europameisterschaft als auch beim letzten Rennen auf der schwierigen Bahn in Altenberg den ersten Platz geholt und damit seinen Ambitionen untermauert.

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