Warum die Litauen-Brigade der Bundeswehr wächst
Die Bundeswehr will den Schutz der NATO-Ostgrenze verbessern. Dazu wird jetzt die geplante Litauen-Brigade erweitert - um 1.800 Soldatinnen und Soldaten. Wie setzt sie sich zusammen - und was bedeutet der Schritt?
An diesem Mittwoch soll der neue Großverband auf einen Schlag ein großes Stück wachsen. Zurzeit sind im Rahmen der Brigade rund 500 Soldatinnen und Soldaten in Litauen stationiert. Mit dem nächsten Schritt wird sich die Truppenstärke auf 1.800 erhöhen. Bei einem Übergabeappell in der Stadt Kaunas wird der multinationale Gefechtsverband Litauen in die Kommandostrukturen der Brigade eingegliedert. Diesen gibt es seit fast zehn Jahren. Der Verband ist zwar schon jetzt unter deutscher Führung, war aber bisher nicht der Brigade unterstellt.
Beim Appell am Mittag wird unter anderen Heereschef Christian Freuding erwartet. Auch eine Delegation des Bundestags hat sich angekündigt. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp, ist dabei. Der CDU-Politiker wird von zwei Abgeordneten von AfD und Linken begleitet.
Jetzt kommt also noch der multinationale Gefechtsverband hinzu, der bereits in Litauen stationiert ist. Außer Deutschland sind noch andere NATO-Länder beteiligt, zum Beispiel die Niederlande, Norwegen und Luxemburg. Insgesamt ist das Bündnis mit vier Gefechtsverbänden an der NATO-Ostgrenze präsent: in den drei baltischen Staaten und in Polen. Hinzu kommen weitere Verbände im Südosten des europäischen Bündnisgebiets.
Das Ziel der Bundesregierung ist es allerdings, dass es gar nicht erst zum Ernstfall kommt. In Berlin setzt man darauf, dass Russland durch eine verstärkte NATO-Präsenz an der östlichen Bündnisgrenze von einem Angriff abgehalten werden kann. Pistorius geht davon aus, dass Putin spätestens ab dem Jahr 2029 militärisch zu einem Angriff in der Lage sein könnte. Der Kreml bestreitet solche Absichten.
Die litauische Regierung begrüßt den Aufbau der deutschen Panzerbrigade. Vor Kurzem war der neue Verteidigungsminister des Landes, Robertas Kaunas, zum Antrittsbesuch in Berlin. Bei dieser Gelegenheit bedankte er sich für das deutsche Engagement: "Die Führungsrolle Deutschlands beim Schutz der östlichen NATO-Flanke ist von unschätzbarem Wert."
Als Hauptstandort der Brigade ist eine Kasernenanlage mit Truppenübungsplatz in Rudninkai geplant. Im vergangenen Dezember wurde dort Richtfest gefeiert. Bis zur Fertigstellung nutzt die Bundeswehr Übergangsquartiere. Die litauische Regierung hat den deutschen Soldatinnen und Soldaten dafür eine moderne Kaserne in der Nähe der Hauptstadt Vilnius zur Verfügung gestellt.
Ziel der Bundeswehr ist es, die Brigade weiter zu vergrößern. Ende kommenden Jahres soll sie die volle Einsatzbereitschaft erreicht haben. 4.800 Soldatinnen und Soldaten sollen dann dauerhaft in Litauen Dienst tun. Das Verteidigungsministerium setzt darauf, dass sich genügend Freiwillige melden. Berufs- und Zeitsoldaten können allerdings grundsätzlich zum Einsatz im Ausland verpflichtet werden.
Was genau passiert in Litauen und warum ist das wichtig?
Mit der geplanten Litauen-Brigade schlägt die Bundeswehr ein neues Kapitel auf. Denn es handelt sich um einen Großverband unter deutscher Führung, der auf Dauer im Ausland stationiert wird - und nicht nur vorübergehend. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nennt die Brigade immer wieder ein Leuchtturmprojekt, mit dem Deutschland Verantwortung an der NATO-Ostgrenze übernehme.An diesem Mittwoch soll der neue Großverband auf einen Schlag ein großes Stück wachsen. Zurzeit sind im Rahmen der Brigade rund 500 Soldatinnen und Soldaten in Litauen stationiert. Mit dem nächsten Schritt wird sich die Truppenstärke auf 1.800 erhöhen. Bei einem Übergabeappell in der Stadt Kaunas wird der multinationale Gefechtsverband Litauen in die Kommandostrukturen der Brigade eingegliedert. Diesen gibt es seit fast zehn Jahren. Der Verband ist zwar schon jetzt unter deutscher Führung, war aber bisher nicht der Brigade unterstellt.
Beim Appell am Mittag wird unter anderen Heereschef Christian Freuding erwartet. Auch eine Delegation des Bundestags hat sich angekündigt. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp, ist dabei. Der CDU-Politiker wird von zwei Abgeordneten von AfD und Linken begleitet.
Wie setzt sich die neue Litauen-Brigade zusammen?
Den Kern des neuen Großverbands im Baltikum bilden zwei Bataillone aus Deutschland: das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach in Bayern und das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf in Nordrhein-Westfalen. Von dort sollen Soldatinnen und Soldaten sowie Kampf- und Schützenpanzer dauerhaft an die NATO-Ostgrenze verlegt werden. Die beiden Bataillone sind vor Kurzem ebenfalls der neuen Brigade unterstellt worden.Jetzt kommt also noch der multinationale Gefechtsverband hinzu, der bereits in Litauen stationiert ist. Außer Deutschland sind noch andere NATO-Länder beteiligt, zum Beispiel die Niederlande, Norwegen und Luxemburg. Insgesamt ist das Bündnis mit vier Gefechtsverbänden an der NATO-Ostgrenze präsent: in den drei baltischen Staaten und in Polen. Hinzu kommen weitere Verbände im Südosten des europäischen Bündnisgebiets.
Warum wird die neue Brigade in Litauen stationiert?
Das liegt an der geografischen Lage des Landes. Litauen liegt zwischen dem russischen Gebiet Kaliningrad an der Ostsee und Belarus, dessen autoritäre Führung mit dem Putin-Regime verbündet ist. Deshalb ist Litauen nach Einschätzung von Militärexperten besonders gefährdet. Die neue Brigade ist als eine Art "Stolperdraht" gedacht - für den Ernstfall.Das Ziel der Bundesregierung ist es allerdings, dass es gar nicht erst zum Ernstfall kommt. In Berlin setzt man darauf, dass Russland durch eine verstärkte NATO-Präsenz an der östlichen Bündnisgrenze von einem Angriff abgehalten werden kann. Pistorius geht davon aus, dass Putin spätestens ab dem Jahr 2029 militärisch zu einem Angriff in der Lage sein könnte. Der Kreml bestreitet solche Absichten.
Die litauische Regierung begrüßt den Aufbau der deutschen Panzerbrigade. Vor Kurzem war der neue Verteidigungsminister des Landes, Robertas Kaunas, zum Antrittsbesuch in Berlin. Bei dieser Gelegenheit bedankte er sich für das deutsche Engagement: "Die Führungsrolle Deutschlands beim Schutz der östlichen NATO-Flanke ist von unschätzbarem Wert."
Was genau bedeutet eine dauerhafte Stationierung in Litauen?
Die Soldatinnen und Soldaten sollen mehrere Jahre lang in dem baltischen Land eingesetzt werden. Das unterscheidet die Litauen-Brigade von bisherigen Auslandseinsätzen, etwa auf dem Balkan. Die dort eingesetzten Soldatinnen und Soldaten werden im Schnitt nach drei Monaten abgelöst. Danach kehren sie nach Deutschland zurück.Als Hauptstandort der Brigade ist eine Kasernenanlage mit Truppenübungsplatz in Rudninkai geplant. Im vergangenen Dezember wurde dort Richtfest gefeiert. Bis zur Fertigstellung nutzt die Bundeswehr Übergangsquartiere. Die litauische Regierung hat den deutschen Soldatinnen und Soldaten dafür eine moderne Kaserne in der Nähe der Hauptstadt Vilnius zur Verfügung gestellt.
Was sind die nächsten Schritte beim Aufbau der Litauen-Brigade?
Nach der Unterstellung des multinationalen Gefechtsverbands sollen die Übungen in Litauen verstärkt werden. Für den Sommer ist eine Großübung geplant, an der auch Soldatinnen und Soldaten aus den beiden Bataillonen in Nordrhein-Westfalen und Bayern teilnehmen sollen.Ziel der Bundeswehr ist es, die Brigade weiter zu vergrößern. Ende kommenden Jahres soll sie die volle Einsatzbereitschaft erreicht haben. 4.800 Soldatinnen und Soldaten sollen dann dauerhaft in Litauen Dienst tun. Das Verteidigungsministerium setzt darauf, dass sich genügend Freiwillige melden. Berufs- und Zeitsoldaten können allerdings grundsätzlich zum Einsatz im Ausland verpflichtet werden.
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