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Deutschland unterliegt Dänemarks Handball-Königen

Deutschland unterliegt Dänemarks Handball-Königen
Dänemark krönt sich vor heimischem Publikum zum Handball-Europameister und macht seine Titelsammlung perfekt. Das Endspiel gegen Deutschland gewann das dänische Superteam am Sonntagabend in Herning mit 34:27 (18:16). Das junge DHB-Team darf sich über Silber freuen. 

Die Generation um Welthandballer Mathias Gidsel krönt sich nach vier WM-Titeln in Serie und dem Olympiagold 2024 auch zum Europameister und hält alle großen Titel. Es ist für Dänemark das erste EM-Gold seit 2012, Deutschland holt wie bei Olympia 2024 Silber.

"Wir können erhobenen Hauptes das Turnier verlassen, und sind Dänemark im Vergleich zum letzten Finale ein gutes Stück näher gekommen", sagte Golla. "Es ist die zweite Silbermedaille binnen eineinhalb Jahren, mit einer ganz jungen Mannschaft, das macht uns sehr stolz."

Gidsel stellt EM-Rekord auf

In der mit 15.000 Zuschauern ausverkauften Jyske Bank Boxen in Herning machte ein starker Andreas Wolff (14 Paraden) die Fehler in der Offensive (7 deutsche Ballverluste) lange wett, am Ende zogen die Dänen auch dank starker Torhüterleistungen von Emil Nielsen und Kevin Möller davon. Gidsel, MVP des Turniers, traf zwar nur 50 Prozent seiner Würfe, gab aber sieben Vorlagen und stieg mit sieben Toren zum EM-Rekordschützen auf: 68 Treffer eines Spielers gab es bei einem Turnier noch nie.


War in den wichtigen Situation zur Stelle: Dänemarks Mathias Gidsel
"Es war ein sehr, sehr gutes Spiel von unseren Jungs. Das Ergebnis ist mit Sicherheit zu hoch", sagte Bundestrainer Alfred Gislason. Es müsse eben "alles klappen, um gegen diese Dänen zu gewinnen. Wir waren nah dran. Wir hatten bis vier, fünf Minuten vor Schluss Hoffnung."

Zwei Rote Karten fürs DHB-Team

Beim DHB-Team überzeugten neben Wolff vor allem Julian Köster (4 Tore/5 Vorlagen) und Kapitän Johannes Golla (5). Renars Uscins (2 Tore bei 7 Versuchen) und Juri Knorr (5/11) hatten vorne wenig Wurfglück und leisteten sich je zwei Ballverluste, geschwächt wurde Deutschland zudem durch zwei Rote Karten gegen Abwehrspezialist Tom Kiesler (14. Minute) und Jannik Kohlbacher (57.).
"Ich bin einfach unfassbar stolz auf die Mannschaft, was wir für ein Turnier gespielt haben", sagte Lukas Zerbe. "Golli [Johannes Golla, d. Red.] hat eben im Kreis die richtigen Worte gefunden, dass wenn wir so weitermachen, irgendwann einen Titel hochrecken können."

Dänische Handballer besiegen EM-Fluch nach 14 Jahren

Nach der offiziellen Ehrung der Spieler des diesjährigen All-Star-Teams - Wolff und Golla gehören dazu - ging es mit den ersten Finaltreffern los. Julian Köster hatte die umgehende Antwort auf Simon Pytlicks 1:0 nach drei Minuten. Der Rückraumspieler des VfL Gummersbach spielte eine starke erste Hälfte, erzielte vier Tore und legte noch drei weitere für seine Kollegen auf. Nach zehn Minuten traf der 25-Jährige zum 4:4.
Das Tempo blieb weiter hoch, Turnier-MVP Mathias Gidsel erwischte die deutsche Abwehr mehrmals in der Rückzugsphase, ansonsten hatte die DHB-Abwehr den Dänen weitgehend im Griff. In der 14. Minute kam der wiedergenesene Abwehrspezialist Tom Kiesler einen Moment zu spät, erwischte den Linkshänder am Hals und sah die Rote Karte. Die Überzahl nutzte der Weltmeister und zog bis auf 10:7 (15.) davon.

Abwehrspezialist Kiesler sieht früh die Rote Karte

Lukas Zerbe beendete die deutsche Offensivflaute und auch Juri Knorr fand immer besser in die Partie, sodass der Bundestrainer in der Auszeit (23.) beim Stand von 13:13 lobende Worte fand: "Wir haben sie genau da, wo wir sie haben wollten." In den letzten Minuten vor der Pause verlor das DHB-Team dann etwas die Linie, suchte zu oft den Pass an den Kreis und lud die Dänen dadurch zu leichten Tempotoren ein.


Erzielt erneut artistisch einen Treffer mit dem Rücken zum Tor: Johannes Golla
Weil auch der mittlerweile eingewechselte Kevin Möller einige Paraden zeigte und das direkte Duell gegen Wolff gewann, ging Dänemark mit 18:16 in die Pause. Der Mann vom THW Kiel meldete sich nach dem Wiederanpfiff mit zwei Paraden zurück, während Kapitän Golla mit einem Doppelpack auf 19:19 (35.) stellte. Während Wolff heißlief, war für die deutschen Werfer auch zu oft Möller die Endstation.

Deutsche Mannschaft findet gut in die zweite Hälfte

Beide Teams blieben über fünf Minuten ohne Treffer. Erneut überwand Zerbe mit feinem Händchen den Flensburger Schlussmann zum 20:22 (41.). Doch die deutschen Angreifer scheiterten weiter zu häufig an Möller für eine ernsthafte Aufholjagd, während Hansen per Siebenmeter zum 26:22 traf. Marko Grgic hatte den bisher starken Thomas Arnoldsen zuvor regelwidrig gestoppt und sah folgerichtig die Zeitstrafe.
In dieser Phase war es allein Wolff zu verdanken, dass das DHB-Team in Schlagdistanz blieb. Beim Stand von 23:26 (49.) rettete der 34-Jährige überragend, als er Gidsels Wurf aufs leere Tor weggrätschte. Im Angriff übernahm Grgric Verantwortung und traf zweimal, der deutsche Gold-Traum blieb damit weiter am Leben.

Torhüter Möller und technische Fehler verhindern deutsche Aufholjagd

In der Endphase setzte sich dann aber die dänische Klasse durch. Während Nils Lichtlein vom Siebenmeterpunkt (56.) scheiterte, bogen die Dänen mit einem 5:0-Lauf auf die Siegerstraße. Genau in dieser Phase bekam Jannik Kohlbacher (57.) die zweite Rote Karte für das DHB-Team, ein weiterer Rückschlag. Als Gidsel mit seinem siebten Treffer den Endstand herstellte, war der Jubel in Herning grenzenlos.

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