Empörung über Pläne für ICE-Präsenz in Italien
In einer Woche beginnen die Olympischen Winterspiele in Italien - und ausgerechnet Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE sollen dabei zum Einsatz kommen. Das empört nicht nur Mailands Bürgermeister.
Noch bevor sie überhaupt begonnen haben, haben diese Olympischen Spiele ihren ersten großen Aufreger. Dass ausgerechnet Beamte der US-amerikanischen Einwanderungsbehörde ICE bei diesen Spielen eingesetzt werden, bringt die italienische Regierung in allergrößte Erklärungsnöte.
"Die Olympischen Spiele sind ein Moment des Friedens und der Brüderlichkeit - man spricht sogar von einer olympischen Waffenruhe", sagte Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala. "Und dann lassen wir diese Miliz kommen, die in Amerika tötet, die ohne jegliche Genehmigung in Häuser eindringt. Das ist ein Widerspruch, den ich so nicht akzeptieren kann."
Sala spricht damit vielen Landsleuten aus der Seele. Und die italienische Regierung in Gestalt von Innenminister Matteo Piantedosi ist um Schadensbegrenzung bemüht. "ICE wird nie auf italienischem Territorium operieren", sagte Piantedosi. "Es erscheint mir offensichtlich, dass wir die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, die Sicherheit sowie die Kontrolle der Einwanderung ausreichend im Griff haben. Das ist alles."
Dennoch: Es werden Unterschriften gegen die Entsendung des ICE Personals gesammelt, am Samstag planen Oppositionsparteien und Gewerkschaften eine Demonstration in Mailand. Und der Sport rückt erst einmal in den Hintergrund.
Wie immer werden die Spiele mit einer monumentalen Show eröffnet - das Fernsehereignis des Jahres im Mailänder Fußballtempel, im San Siro Stadion. Maria Laura Iascone organisiert die Eröffnungsfeier und steht vor einer besonderen Herausforderung, denn diese Spiele finden ja nicht nur in Mailand statt.
"Einige Athleten werden hier in Mailand einziehen", erklärt sie. "Die Sportler in den Bergen werden in Predazzo, in Livigno und in Cortina die Spiele eröffnen. Das gebietet der Respekt vor dem Sport, für sie wäre es unmöglich, nach Mailand zu kommen. Es wird eine wunderschöne, in der Region verstreute Zeremonie."
Der Mailänder Journalist Beppe Severgnini sagt: Vorsicht, Olympia-Romantik! "Weiß der, der in Schweden oder Finnland die Eishockeyspiele anschaut, dass das gerade an der Ostumfahrung von Mailand stattfindet und nicht in Cortina? Olympia ist doch schon lange ein Fernsehereignis. Und wer daran teilnimmt, wird rechtzeitig in Stimmung kommen."
An den Gastgebern soll es nicht liegen: Die Wettkampfstätten sind rechtzeitig zu den Spielen fertig geworden. Jetzt müssen noch die Bauzäune abgebaut werden und dann kann es losgehen.
Noch bevor sie überhaupt begonnen haben, haben diese Olympischen Spiele ihren ersten großen Aufreger. Dass ausgerechnet Beamte der US-amerikanischen Einwanderungsbehörde ICE bei diesen Spielen eingesetzt werden, bringt die italienische Regierung in allergrößte Erklärungsnöte.
"Die Olympischen Spiele sind ein Moment des Friedens und der Brüderlichkeit - man spricht sogar von einer olympischen Waffenruhe", sagte Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala. "Und dann lassen wir diese Miliz kommen, die in Amerika tötet, die ohne jegliche Genehmigung in Häuser eindringt. Das ist ein Widerspruch, den ich so nicht akzeptieren kann."
Sala spricht damit vielen Landsleuten aus der Seele. Und die italienische Regierung in Gestalt von Innenminister Matteo Piantedosi ist um Schadensbegrenzung bemüht. "ICE wird nie auf italienischem Territorium operieren", sagte Piantedosi. "Es erscheint mir offensichtlich, dass wir die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, die Sicherheit sowie die Kontrolle der Einwanderung ausreichend im Griff haben. Das ist alles."
Unterschriften werden gesammelt, es soll eine Demo geben
Inzwischen hat der US-Botschafter in Italien präzisiert, was es mit dem Einsatz der umstrittenen Truppe auf sich hat: Die Rolle der ICE-Beamten sei "rein beratender und nachrichtendienstlicher Natur, ohne Patrouillen oder Vollstreckungsmaßnahmen" - reiner Innendienst im US-amerikanischen Konsulat in Mailand. Der italienische Außenminister Antonio Tajani geht von drei Mitarbeitern aus.Dennoch: Es werden Unterschriften gegen die Entsendung des ICE Personals gesammelt, am Samstag planen Oppositionsparteien und Gewerkschaften eine Demonstration in Mailand. Und der Sport rückt erst einmal in den Hintergrund.
Eröffnung mit großer Show
Das dürfte sich spätestens am nächsten Freitag ändern. "Das ist eine Erfahrung, die man nur einmal im Leben macht", sagt etwa Alice Toso über Olympia in ihrer Heimat. Und Giovanni Battistel in Cortina d’Ampezzo hofft auf viele Medaillen und "eine Erfahrung, die mir bis jetzt niemand beschreiben kann".Wie immer werden die Spiele mit einer monumentalen Show eröffnet - das Fernsehereignis des Jahres im Mailänder Fußballtempel, im San Siro Stadion. Maria Laura Iascone organisiert die Eröffnungsfeier und steht vor einer besonderen Herausforderung, denn diese Spiele finden ja nicht nur in Mailand statt.
"Einige Athleten werden hier in Mailand einziehen", erklärt sie. "Die Sportler in den Bergen werden in Predazzo, in Livigno und in Cortina die Spiele eröffnen. Das gebietet der Respekt vor dem Sport, für sie wäre es unmöglich, nach Mailand zu kommen. Es wird eine wunderschöne, in der Region verstreute Zeremonie."
Alle Wettkampfstätten rechtzeitig fertig
Die "verstreuten" Spiele von Mailand und Cortina: Die Biathleten sind in Südtirol, in Antholz, die Skispringer und Langläufer im Val di Fiemme, die Skiherren in Bormio, die Snowboard- und Freestyle-Wettbewerbe finden in Livigno statt. Teilweise liegen bis zu fünf Stunden Fahrt zwischen den Wettkampforten. Wie kann denn da so etwas wie Olympischer Geist aufkommen?Der Mailänder Journalist Beppe Severgnini sagt: Vorsicht, Olympia-Romantik! "Weiß der, der in Schweden oder Finnland die Eishockeyspiele anschaut, dass das gerade an der Ostumfahrung von Mailand stattfindet und nicht in Cortina? Olympia ist doch schon lange ein Fernsehereignis. Und wer daran teilnimmt, wird rechtzeitig in Stimmung kommen."
An den Gastgebern soll es nicht liegen: Die Wettkampfstätten sind rechtzeitig zu den Spielen fertig geworden. Jetzt müssen noch die Bauzäune abgebaut werden und dann kann es losgehen.
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