Mehr Windkraft, mehr Energiesicherheit
Deutschland und die anderen Staaten des Nordseegipfels wollen beim Ausbau der Offshore-Windenergie künftig enger zusammenarbeiten und die Nordsee besser absichern. Umweltverbände mahnen jedoch vor unüberlegten Investitionen.
Die Energieversorgung stand im Mittelpunkt des Treffens - aber dabei ging es immer auch um die Unabhängigkeit und Sicherheit Europas. Nichts Geringeres als unsere Art zu leben stehe auf dem Spiel, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz und unterstrich die Bedeutung der Nordsee. Es gehe nicht nur darum Windräder auf hoher See zu bauen.
"Die Beschlüsse, die wir heute hier in Hamburg getroffen haben, werden unsere Energieversorgung sicherer, kostengünstiger und integrierter machen. Europa wird damit insgesamt widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger", sagte er.
Beim Grönland-Konflikt mit den USA hätten die teilnehmenden Länder nochmal ihre uneingeschränkte Solidarität erklärt - das betonte auch Bundeskanzler Merz. "Zugleich wird Europa insgesamt mehr für die Sicherung der Arktis tun. Das ist im gemeinsamen transatlantischen Interesse." Auch darüber sei man sich einig gewesen.
Dafür haben die Energieminister der neun teilnehmenden Länder unter anderem einen Investitionspakt mit der Windindustrie und den Netzbetreibern geschlossen. Dadurch sollen langfristig die Strompreise sinken und in den nächsten fünf Jahren 91.000 zusätzliche Jobs entstehen.
Das klappt aber nur, wenn den Absichtserklärungen jetzt auch konkrete Aufträge folgen, sagt Daniel Friedrich von der Gewerkschaft IG Metall Küste. "Und da muss man von der Bremse gehen, sondern Gas geben. Wir wollen Offshore, wir wollen die Netzanbindung, wir wollen das europäisch, und da ist die Industrieministerin jetzt gefordert."
Umweltverbände mahnen jedoch, nicht unüberlegt in der Nordsee zu bauen - auch, wenn der Ausbau von erneuerbaren Energien natürlich begrüßt werde, sagt Malte Siegert vom NABU Hamburg. "Aber wichtig ist eben auch, das Ganze naturverträglich zu gestalten." Das sei bei der Konferenz etwas zu kurz gekommen, sagte er. Man habe schon durch Fischerei, Schifffahrt und Offshorewind eine erhebliche Belastung der Meere. "Insofern muss man versuchen, eine vernünftige Balance zwischen den unterschiedlichen Interessen hinzubekommen" sagte er.
Das könne aber noch zehn bis 20 Jahre dauern, schränkte der Kanzler dann selbst ein.
Die Energieversorgung stand im Mittelpunkt des Treffens - aber dabei ging es immer auch um die Unabhängigkeit und Sicherheit Europas. Nichts Geringeres als unsere Art zu leben stehe auf dem Spiel, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz und unterstrich die Bedeutung der Nordsee. Es gehe nicht nur darum Windräder auf hoher See zu bauen.
"Die Beschlüsse, die wir heute hier in Hamburg getroffen haben, werden unsere Energieversorgung sicherer, kostengünstiger und integrierter machen. Europa wird damit insgesamt widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger", sagte er.
"Mehr für die Sicherung der Arktis tun"
Niemand könne über Energie reden, ohne auch über Sicherheit zu reden, sagte Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Europa hätte sich bei den fossilen Brennstoffen nie von Russlands abhängig machen dürfen, sagte sie: "Und jetzt müssen wir sicherstellen, dass wir keine Abhängigkeit zu anderen Ländern außerhalb von Europa haben. Nicht nur bei der Energie, sondern bei allem."Beim Grönland-Konflikt mit den USA hätten die teilnehmenden Länder nochmal ihre uneingeschränkte Solidarität erklärt - das betonte auch Bundeskanzler Merz. "Zugleich wird Europa insgesamt mehr für die Sicherung der Arktis tun. Das ist im gemeinsamen transatlantischen Interesse." Auch darüber sei man sich einig gewesen.
Nordsee als "grünes Kraftwerk Europas"
Vor vier Jahren war der Nordseegipfel als Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine ins Leben gerufen worden. Vor zwei Jahren wurde beschlossen, die Nordsee zum "grünen Kraftwerk für Europa" auszubauen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche geht noch weiter: "Unser Ziel ist, den größten Energiehub der Welt zu entwickeln". Die Vorteile des Ausbaus seien klar, sagte sie: "Wir steigern Versorgungssicherheit, wir stärken unseren maritimen Industriestandort, wir schaffen Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze."Dafür haben die Energieminister der neun teilnehmenden Länder unter anderem einen Investitionspakt mit der Windindustrie und den Netzbetreibern geschlossen. Dadurch sollen langfristig die Strompreise sinken und in den nächsten fünf Jahren 91.000 zusätzliche Jobs entstehen.
Das klappt aber nur, wenn den Absichtserklärungen jetzt auch konkrete Aufträge folgen, sagt Daniel Friedrich von der Gewerkschaft IG Metall Küste. "Und da muss man von der Bremse gehen, sondern Gas geben. Wir wollen Offshore, wir wollen die Netzanbindung, wir wollen das europäisch, und da ist die Industrieministerin jetzt gefordert."
NABU fordert Umweltverträglichkeit
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche formuliert schon mal klare Ziele: "Bis 2050 wollen wir insgesamt bis zu 100 Gigawatt Windenergie in der Nordsee durch grenzüberschreitende Offshore-Projekte ausbauen."Umweltverbände mahnen jedoch, nicht unüberlegt in der Nordsee zu bauen - auch, wenn der Ausbau von erneuerbaren Energien natürlich begrüßt werde, sagt Malte Siegert vom NABU Hamburg. "Aber wichtig ist eben auch, das Ganze naturverträglich zu gestalten." Das sei bei der Konferenz etwas zu kurz gekommen, sagte er. Man habe schon durch Fischerei, Schifffahrt und Offshorewind eine erhebliche Belastung der Meere. "Insofern muss man versuchen, eine vernünftige Balance zwischen den unterschiedlichen Interessen hinzubekommen" sagte er.
Merz spricht von "Übergangstechnologie"
Das war beim Gipfel tatsächlich kaum Thema - wohl aber, dass der Bundeskanzler bisher eigentlich kein großer Freund der Windkraft war. Tatsächlich spricht der Kanzler weiterhin von einer "Übergangstechnologie": "Die wird uns zehn Jahre, 20 Jahre, vielleicht 30 Jahre begleiten. Ich setze, und Sie wissen das, das haben wir im Koalitionsvertrag ja auch verabredet, darauf, dass Deutschland den ersten Fusionsreaktor der Welt ans Netz nimmt."Das könne aber noch zehn bis 20 Jahre dauern, schränkte der Kanzler dann selbst ein.
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