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Deutsche Soldaten auf dem Weg nach Grönland

Deutsche Soldaten auf dem Weg nach Grönland
Ein Vorauskommando der Bundeswehr ist unterwegs in die Arktis. Die 15 Soldaten sollen dort erkunden, welchen Beitrag Deutschland für die Sicherheit Grönlands leisten kann. Französische Gebirgsjäger sind bereits vor Ort. 

Deutschland schickt Soldaten nach Grönland: Ein Vorauskommando der Bundeswehr fliegt zunächst nach Dänemark und von dort aus am Freitag mit einem dänischen Erkundungsteam weiter in die Arktis. Die 15 deutschen Soldaten werden als Teil eines europäischen Teams in die Hauptstadt Nuuk gebracht. Ziel ist es, die Bedingungen für eine Sicherung in der Region zu erkunden.
Die deutschen Soldaten sollen bei ihrem Einsatz vor allem die Möglichkeiten einer Seeraum-Überwachung prüfen, vor allem rund um die grönländische Hauptstadt. Vorerst sollen sie bis Samstag auf der Insel bleiben, hieß es aus Berlin.

Macron kündigt weitere Truppen an

Deutschland folgt damit einer Einladung Dänemarks. Auch die NATO-Länder Frankreich, Schweden, Finnland und Norwegen beteiligen sich an der Mission. 15 Gebirgsjäger aus Frankreich sind bereits in Nuuk eingetroffen - und sollen offenbar schon bald Verstärkung bekommen. Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte für die kommenden Tage weitere Land-, Luft- und Seestreitkräfte in der Arktis an, nannte jedoch keine Details.
Beim Besuch eines Luftwaffenstützpunktes in Südostfrankreich sagte Macron, die Europäer hätten in Grönland eine "besondere Verantwortung". Frankreich und Europa müssten ihre Interessen verteidigen, wo immer sie bedroht seien, ohne die Eskalation zu suchen, so der Präsident.
Die US-Regierung zeigte sich unbeeindruckt von der Entsendung europäischer Soldaten nach Grönland. "Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben", sagte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, vor Journalisten im Weißen Haus.

"Sehr gut mit den USA abstimmen"

Die Krisengespräche zwischen den USA, Dänemark und Grönland hatten zuvor keine Ergebnisse gebracht. Ein Gespräch in Washington ging am Mittwoch ohne Lösung zu Ende. US-Präsident Donald Trump hält an seinen Plänen fest, die Insel unter seine Kontrolle zu bringen und begründet dies mit einer angeblichen Bedrohung durch Russland und China. Auch eine gewaltsame Einnahme schließt er nicht aus.
Bei den europäischen NATO-Partnern löste dies Sorgen um die Zukunft der Verteidigungsallianz aus. Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, das wie die USA Teil der NATO ist. Die Regierung in Kopenhagen lehnt eine Übernahme durch die USA ab.
Auch die Bundesregierung hatte sich klar dagegen gewandt. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius betonte, dass Russland und China die Arktis zunehmend militärisch nutzten und "damit die Freiheit der Verkehrs-, Kommunikations- und Handelswege infrage" stellten. Die NATO werde das nicht zulassen. Entscheidend sei, dass sich Deutschland bei der gemeinsamen Erkundung in Grönland unter dänischer Führung innerhalb der NATO, vor allem mit den USA, sehr gut abstimmten.



Linke kritisiert Entsendung der Bundeswehr

Kritik an der Beteiligung der Bundeswehr kam von den Linken. Parteichef Jan van Aken plädierte im Spiegel dafür, Grönland diplomatisch statt militärisch zu unterstützen: "Warum machen wir nicht wie Frankreich ein Konsulat dort auf?" Damit könne Deutschland Grönland kulturell und wirtschaftlich stärken, "ohne mit militärischer Gewalt zu drohen und damit den Konflikt zu eskalieren", so van Aken weiter.
Frankreich will am 6. Februar ein Konsulat in der grönländischen Hauptstadt Nuuk eröffnen. Deutschland hat keine derartigen Pläne. Regierungssprecher Stefan Kornelius betonte, für die Vertretung der Deutschen dort sei nach wie vor die Botschaft in Kopenhagen zuständig. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wird die Bundesrepublik aktuell außerdem von einem Honorarkonsul in Grönland vertreten.

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