Merz besucht Heimatprovinz von Indiens Premier Modi
Kanzler Merz lässt den deutschen Schneewinter für zwei Tage hinter sich und besucht Indien. Sein Ziel: die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken. Ein Experte rät zu Fingerspitzengefühl.
Es ist ein besonderer Auftakt dieser Indien-Reise: Der Kanzler fliegt nicht in die Hauptstadt Neu-Delhi - sondern in die Heimat von Premierminister Narendra Modi. Der hat ihn in die Provinz Gudjarat eingeladen. Friedrich Merz wird dort neben politischen Gesprächen auch zu einem Drachen-Festival gehen und eine Gedenkstätte für den indischen Unabhängigkeitshelden Mahatma Gandhi besuchen.
Die Bundesregierung wertet diese persönliche Einladung als Zeichen besonderer Wertschätzung. Die indische Regierung wiederum weiß zu deuten, was es heißt, dass der deutsche Bundeskanzler bei seinem ersten Asien-Besuch zuerst nach Indien kommt - und nicht China den Vorrang gibt.
Indien ist aber kein einfacher Partner. So werden sich der deutsche Kanzler und der indische Premier beim Thema Russland sicher in vielen Punkten nicht einigen: Indien bezieht nach wie vor große Mengen Erdgas aus Russland. "Aber Russland ist kein Zukunftspartner für Indien", glaubt Experte Scholz.
Und so sehen die Deutschen gerade gute Chancen, die Inder davon zu überzeugen, dass Bündnisse mit Deutschland und Europa besser und stabiler sind. In vielen Bereichen: der Wirtschaft, der Forschung und ganz aktuell der Verteidigung. Der Kanzler will in Indien Kooperationen in der Rüstungsindustrie besprechen, es soll mehr Zusammenarbeit der beiden Verteidigungsministerien geben.
"Wir sollten indische Studierende, die in den USA zunehmend Probleme bekommen, auch weil Trump ihnen von heute auf morgen die Visa entzieht, stärker nach Deutschland lenken", schlägt Wiese anlässlich des Kanzler-Besuchs im ARD-Interview vor. Schon heute gibt es rund 60.000 indische Studentinnen und Studenten in Deutschland. Beim Kanzler-Besuch wird vor allem das Anwerben von indischen Fachkräften für den Gesundheitsbereich eine Rolle spielen.
Am zweiten Tag seines Besuchs wird Friedrich Merz zusammen mit Vertretern der deutschen Wirtschaft zum Industriestandort Bangalore reisen. Im Bereich Maschinenbau, Pharma, IT und Rohstoffe bietet Indien ein großes Potenzial für deutsche Firmen.
Für den Kanzler hat Indien-Experte Scholz für die Reise noch einen Tipp: "Fingerspitzengefühl. Diese indische Regierung setzt sehr stark auf den eigenen Nationalstolz und lässt sich öffentliche Kritik nicht gern gefallen."
Es ist ein besonderer Auftakt dieser Indien-Reise: Der Kanzler fliegt nicht in die Hauptstadt Neu-Delhi - sondern in die Heimat von Premierminister Narendra Modi. Der hat ihn in die Provinz Gudjarat eingeladen. Friedrich Merz wird dort neben politischen Gesprächen auch zu einem Drachen-Festival gehen und eine Gedenkstätte für den indischen Unabhängigkeitshelden Mahatma Gandhi besuchen.
Die Bundesregierung wertet diese persönliche Einladung als Zeichen besonderer Wertschätzung. Die indische Regierung wiederum weiß zu deuten, was es heißt, dass der deutsche Bundeskanzler bei seinem ersten Asien-Besuch zuerst nach Indien kommt - und nicht China den Vorrang gibt.
Deutschland und Indien eint die Weltlage
Die Bundesregierung will engere Beziehungen zu Indien, die weltpolitische Lage erfordert neue Bündnisse. Der Zeitpunkt ist günstig, glaubt auch Indien-Experte Tobias Scholz von der Stiftung Wissenschaft und Politik: "Indien und Deutschland eint letztendlich, dass sie beide in einer Weltlage leben, in der China ein gewisses Risiko darstellt, in der die USA sich als Partner immer weiter verabschieden, und in der Russland auch problematischer wird."Indien ist aber kein einfacher Partner. So werden sich der deutsche Kanzler und der indische Premier beim Thema Russland sicher in vielen Punkten nicht einigen: Indien bezieht nach wie vor große Mengen Erdgas aus Russland. "Aber Russland ist kein Zukunftspartner für Indien", glaubt Experte Scholz.
Und so sehen die Deutschen gerade gute Chancen, die Inder davon zu überzeugen, dass Bündnisse mit Deutschland und Europa besser und stabiler sind. In vielen Bereichen: der Wirtschaft, der Forschung und ganz aktuell der Verteidigung. Der Kanzler will in Indien Kooperationen in der Rüstungsindustrie besprechen, es soll mehr Zusammenarbeit der beiden Verteidigungsministerien geben.
Deutschland als Alternative zu den USA für indische Studierende
Einer der größten Indien-Fans im deutschen Bundestag ist der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Dirk Wiese. Er hat in Indien gelebt und ist seit Jahren in der deutsch-indischen Parlamentariergruppe."Wir sollten indische Studierende, die in den USA zunehmend Probleme bekommen, auch weil Trump ihnen von heute auf morgen die Visa entzieht, stärker nach Deutschland lenken", schlägt Wiese anlässlich des Kanzler-Besuchs im ARD-Interview vor. Schon heute gibt es rund 60.000 indische Studentinnen und Studenten in Deutschland. Beim Kanzler-Besuch wird vor allem das Anwerben von indischen Fachkräften für den Gesundheitsbereich eine Rolle spielen.
Am zweiten Tag seines Besuchs wird Friedrich Merz zusammen mit Vertretern der deutschen Wirtschaft zum Industriestandort Bangalore reisen. Im Bereich Maschinenbau, Pharma, IT und Rohstoffe bietet Indien ein großes Potenzial für deutsche Firmen.
Für den Kanzler hat Indien-Experte Scholz für die Reise noch einen Tipp: "Fingerspitzengefühl. Diese indische Regierung setzt sehr stark auf den eigenen Nationalstolz und lässt sich öffentliche Kritik nicht gern gefallen."
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