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So lief der Angriff auf Venezuela nach US-Angaben ab

So lief der Angriff auf Venezuela nach US-Angaben ab
Monatelange Planungen gingen dem US-Angriff auf Venezuela voraus: Spione überwachten Maduro, Elitesoldaten trainierten in einem Nachbau von dessen Anwesen. Am Freitagabend um 22.46 Uhr Washingtoner Zeit ordnete Trump dann den Einsatz an. 

Lange war über einen möglichen US-Angriff auf Venezuela spekuliert worden - am Freitagabend (US-Ostküstenzeit) gab US-Präsident Donald Trump dann den Einsatzbefehl für die Operation "Absolute Resolve" ("Absolute Entschlossenheit"). Wenige Stunden später waren in der venezolanischen Hauptstadt Caracas Explosionen zu hören, der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores wurden festgenommen. Die USA schildern den Ablauf wie folgt:

Schritt 1: Vorbereitung und Überwachung

Dem Einsatz gingen eine monatelange Planung und wiederholte Proben voraus. Geheimdienste (CIA, NSA) beobachteten Maduro und seine Gewohnheiten genau - US-Angaben zufolge seit August. Sie hätten auf Schritt und Tritt verfolgt, "wie er sich bewegte, wo er lebte, wohin er reiste, was er aß, was er anzog - und welche Haustiere er hatte", sagte US-Generalstabschef Dan Caine.

US-Angaben zufolge errichteten Eliteeinheiten der Armee zudem im Bundesstaat Kentucky einen exakten Nachbau von Maduros Anwesen, um das Eindringen in die schwer befestigte Residenz zu üben. Anfang Dezember sei das Militär einsatzbereit gewesen, habe jedoch die richtigen Bedingungen abgewartet. Trump sagte, ursprünglich sei der Einsatz vor Silvester geplant gewesen, habe sich dann aber wegen schlechten Wetters um vier Tage verzögert.

Schritt 2: Start der Operation

Freitagabend, 22.46 Uhr (US-Ostküstenzeit): Trump ordnet den Beginn des Militäreinsatzes an. Der Befehl wird an die gesamten Streitkräfte übermittelt. Im Verlauf der Nacht starten Luftoperationen von 20 Stützpunkten an Land und auf See. Laut Caine heben mehr als 150 US-Militärflugzeuge ab, darunter Kampfjets, Aufklärer, Drohnen und Hubschrauber.
An Bord der Helikopter sind Elitekräfte, die Maduro festnehmen sollten. Sie steigen dem Generalstabschef zufolge in der Dunkelheit auf und fliegen nur etwa 100 Fuß (33 Meter) über der Meeresoberfläche Richtung Caracas. Kampfjets sorgen für Luftschutz.
In der Nähe des Landes aktivieren die USA nach eigenen Angaben Fähigkeiten aus Weltraum-, Cyber-, Kommunikations- und Geheimdienstbereichen, um einen sicheren Korridor zu schaffen. Trump sagt, dass auch Lichter in Venezuelas Hauptstadt Caracas ausgeschaltet worden seien. In der Nähe der Stadt beginnen US-Luftstreitkräfte mit der Störung venezolanischer Luftverteidigungssysteme, um die sichere Passage der Hubschrauber zu gewährleisten.

Schritt 3: Ankunft und Festnahme in Caracas

Samstagnacht um 1.01 Uhr (US-Ostküstenzeit) bzw. 2.01 Uhr Ortszeit Caracas: Die Hubschrauber kommen über Maduros Anwesen an. Die Soldaten landen und sichern das Gelände. Während des Zugriffs geraten Hubschrauber unter Beschuss und erwidern das Feuer, wie es heißt. Ein Helikopter wird laut Caine getroffen, bleibt jedoch flugfähig. "Sie wussten, dass wir kommen", sagte Trump. "Aber sie wurden komplett überwältigt und sehr schnell kampfunfähig gemacht." Was dann geschieht, verfolgt der US-Präsident nach eigenen Worten per Liveschalte von seinem Anwesen in Mar-a-Lago in Florida.
Caine zufolge geben Maduro und seine Ehefrau auf und werden ohne US-Verluste festgenommen. US-Medien berichten, beide hätten sich zum Zeitpunkt der Festnahme im Schlafzimmer befunden. In der US-Pressekonferenz heißt es, Maduro habe versucht, in einen mit Stahl gesicherten Safe Room zu gelangen. Er sei aber so schnell überwältigt worden, dass ihm das nicht mehr gelungen sei. Trump sagt später, Maduro hätte bei dem Einsatz auch getötet werden können.
Maduro wird laut Informationen der US-Sender CBS und CNN von Kräften der US-Spezialeinheit Delta Force gefangengenommen. Dem US-Informationsportal military.com zufolge handelt es sich dabei um eine Anti-Terror-Einheit, die besonders dafür ausgebildet ist, Zielpersonen gefangenzunehmen beziehungsweise zu töten und Terrorzellen auszuheben. Fünf Minuten nachdem sie in das Anwesen eingedrungen waren, verkündeten die Kräfte laut der New York Times die Festnahme.

Schritt vier: Maduro wird ausgeflogen

Zur Vorbereitung des Abzugs werden Hubschrauber zur Evakuierung angefordert. Kampfjets und Drohnen sichern den Luftraum, es kommt zu mehreren Gefechten. Um 3.29 Uhr (US-Ostküstenzeit) verlassen die Kräfte mit Maduro und seiner Ehefrau an Bord venezolanisches Hoheitsgebiet.
Knapp eine Stunde später verkündete Trump in seinem Onlinedienst Truth Social: "Die Vereinigten Staaten von Amerika haben erfolgreich einen großangelegten Schlag gegen Venezuela und dessen Führer, Präsident Nicolás Maduro, durchgeführt, der zusammen mit seiner Frau festgenommen und aus dem Land ausgeflogen wurde." Maduro und seine Ehefrau werden erst auf das US-Kriegsschiff "USS Iwo Jima" und dann nach New York gebracht.
Der US-Präsident verbreitete zudem kommentarlos das erste Foto des gefangenen Maduro: Es zeigt den 63-Jährigen im grauen Trainingsanzug mit Handschellen und einer schwarzen Augenmaske.

Zahl der Opfer unklar

Bei dem Angriff kamen nach venezolanischen Regierungsangaben sowohl Soldaten als auch Zivilisten ums Leben. Die US-Seite macht in der Pressekonferenz nicht bekannt, wie viele Tote und Verletzte es gibt.
Maduro und seine Ehefrau sitzen nun in einer Haftanstalt in New York. Ihnen werden laut US-Justizministerin Pam Bondi unter anderem "Verschwörung zum Drogenterrorismus" sowie "Verschwörung zum Kokainimport" vorgeworfen.
Auf der Pressekonferenz in Mar-a-Lago gibt Trump bekannt, dass die USA Venezuela übergangsweise führen wollen. "Wir werden das Land so lange führen, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und umsichtigen Übergang gewährleisten können." Wie genau das ablaufen soll, ist bislang unklar.
Der Angriff sei eine "brillante" militärische Operation gewesen, sagt Trump. Wie er völkerrechtlich zu bewerten ist, erklärt die ARD-Rechtsredaktion hier:

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