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Entsetzen nach Schusswaffenangriff in Sydney

Entsetzen nach Schusswaffenangriff in Sydney
Nach dem mutmaßlich antisemitisch motivierten Anschlag in Sydney mit mindestens 15 Todesopfern ist die Bestürzung groß. Berichten zufolge wurde auch ein Holocaust-Überlebender getötet. Die Angreifer wurden als Vater und Sohn identifiziert. 

Bei dem Terroranschlag auf ein jüdisches Fest in Sydney haben die beiden Angreifer mindestens 15 Menschen getötet. Der Anschlag am ersten Tag des Chanukka-Festes habe sich gegen die jüdische Gemeinschaft gerichtet, sagte der Regierungschef der Region New South Wales, Chris Minns. Er sprach zunächst von 12 Toten. Später teilte die Polizei mit, die Zahl der Toten habe sich auf 16 erhöht - einschließlich eines der beiden Schützen. 40 Menschen seien im Krankenhaus.
Nach Angaben des israelischen Außenministeriums kam bei dem Anschlag mindestens ein Israeli ums Leben. Laut Informationen der "Jerusalem Post" und anderen Medien ist auch der Holocaust-Überlebende Alex Kleytman unter den Toten.
Ereignet hatte sich der Angriff am beliebten Strand Bondi Beach, wo sich viele Familien zur Chanukka-Feier versammelt hatten. Das achttägige Lichterfest begann an diesem Sonntag.

Ermittler: Angreifer waren Vater und Sohn

Inzwischen identifizierten die Ermittler die beiden Angreifer als Vater und Sohn. Der 50-jährige Vater war von Einsatzkräften am Tatort erschossen worden, teilten sie auf einer Pressekonferenz mit. Der 24-jährige Sohn wurde gefasst und mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei geht nicht davon aus, dass am Tatort weitere Täter beteiligt waren. 
Australiens Premierminister Anthony Albanese berief nach dem Anschlag eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrates ein. Er sprach von einem "Terrorakt". "Wir werden an der Seite der jüdischen Gemeinschaft stehen", sagte er bei einer Pressekonferenz. Fragen von Journalisten, ob sein Land genug gegen wachsenden Antisemitismus tue, wies er zurück. Australien nehme das Thema ernst, sagte er.

Schwere Vorwürfe von Netanjahu

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte der australischen Regierung schwere Vorwürfe. Er habe seinen Amtskollegen gewarnt, dass die Politik des Landes den Antisemitismus schüre, sagte er. Antisemitismus verbreite sich, "wenn führende Politiker schweigen", so Netanjahu. "Sie müssen Schwäche durch Handeln ersetzen."
Israels Staatspräsident Izchak Herzog forderte Australien zu mehr Schutz der jüdischen Gemeinde auf: "Wir wiederholen unsere Warnungen immer wieder gegenüber der australischen Regierung, um Maßnahmen einzufordern und gegen die enorme Welle des Antisemitismus zu kämpfen, die die australische Gesellschaft heimsucht."
Die jüdische Organisation Australian Jewish Association schrieb auf X: "Wie oft haben wir die Regierung gewarnt? Kein einziges Mal hatten wir das Gefühl, dass sie zugehört hat."

Merz: Müssen Antisemitismus Einhalt gebieten

Nach dem Angriff ist die Bestürzung groß. Kanzler Friedrich Merz sprach von einem "antisemitischen Anschlag", der ihn fassungslos zurücklasse. "Meine Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen", schrieb der CDU-Politiker auf X. "Dies ist ein Angriff auf unsere gemeinsamen Werte. Diesem Antisemitismus müssen wir Einhalt gebieten - hier in Deutschland und weltweit."
Auch viele andere Regierungschefs wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premier Keir Starmer äußerten ihr Mitgefühl Außenminister Johann Wadephul (CDU) schrieb auf X, der Terroranschlag sei ein Akt des Hasses gegen alle Jüdinnen und Juden weltweit.

Ein Angreifer offenbar von einem Passanten entwaffnet

Videos in den sozialen Medien zeigen dramatische Szenen am Tatort. Eines zeigt einen Schützen, der von einer nahegelegenen Brücke aus feuert. Zu sehen sind auf den Videos auch Menschen, die in Panik vom Tatort fliehen.
Ein Video zeigt einen Passanten, der während des Anschlags einen der zwei Schützen überrascht und entwaffnet. Zu sehen ist, wie der Mann dem Angreifer zunächst von hinten auf den Rücken springt. Nach einem kurzen Gerangel nimmt er ihm das Gewehr ab. Der mutmaßliche Täter, der zuvor noch mit dem Gewehr geschossen hatte, kann jedoch hinkend entkommen.

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