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Auf dem Weg zum ersten Billionär der Welt

Auf dem Weg zum ersten Billionär der Welt
Der Reichtum eines einzelnen Menschen könnte mit dem SpaceX-Börsengang bislang neue Dimensionen erreichen. Geht sein Plan auf, hat Elon Musk mehr als eine Billion Dollar - auf dem Papier. 

Das Vermögen von Musk ist schwer vorstellbar. Eine Billion sind tausend Milliarden. Eine Milliarde sind 1.000 Millionen. Das Wall Street Journal hat nachgerechnet und Musks erwartetes Gesamtvermögen mit dem Börsengang seiner Weltraumfirma SpaceX auf die 31 Jahre seiner Unternehmer-Laufbahn verteilt. Die Wirtschaftszeitung kommt zu dem Schluss, Musk habe pro Stunde 3,6 Millionen Dollar verdient.
Elon Musk will der erste Billionär der Welt sein, aber das sind theoretische Werte. Denn wenn Musk seine SpaceX- oder Tesla-Aktien verkaufen würde, brächen die Börsenkurse zusammen und er bekäme nur einen Bruchteil heraus. Trotzdem muss Familie Musk sich nicht sorgen: Ein paar Dutzend Milliarden dürften ihr auf jeden Fall sicher sein.

Die Macht ist gesichert

Musk wird bei SpaceX weiterhin allein das Sagen haben. SpaceX bietet 555.555.555 Aktien zum Kauf an und kann weitere 83.333.333 Aktien nachschieben. Die insgesamt knapp 640 Millionen neuen Aktien würden beim geplanten Preis von 135 Dollar gut 86 Milliarden Dollar einbringen.
640 Millionen Aktien klingt nach viel, ist es aber nicht. Laut Börsenprospekt wird Musk selbst 850 Millionen normale Aktien halten und 5,5 Milliarden Aktien mit zehnfachem Stimmrecht. Er wird nach dem Börsengang über mehr als achtzig Prozent der Stimmrechte verfügen. Musk bleibt Herr im Hause.

Musk ist das Risiko

Damit ist Musk aber auch das größte Risiko für das Unternehmen und für sein eigenes Vermögen. Musk ist Vorstandschef, Aufsichtsratschef und Technikchef. Gleichzeitig ist er bei Tesla und zwei anderen Unternehmen engagiert. Wir sind hochgradig von der Arbeit und dem Erfolg von Mr. Musk abhängig", heißt es auf Seite 58 des Börsenprospekts.
Wie bei vielen Unternehmern ist das Vermögen von Elon Musk direkt vom Erfolg seiner Unternehmen abhängig. Aber anders als bei anderen Unternehmern hängt der Erfolg wesentlich von ihm persönlich ab. Doch bislang verdient SpaceX kein Geld. Das Geschäft mit Raketen hat vergangenes Jahr bei vier Milliarden Dollar Umsatz 660 Millionen Verlust erwirtschaftet.

Überzeugungskraft bei Investoren

SpaceX hat ein anderes Musk-Unternehmen gekauft, in dem die Plattform X und Entwicklungen für Künstliche Intelligenz gebündelt waren. Diese neue Unternehmenssparte nahm vergangenes Jahr 3,2 Milliarden Dollar ein. Die enormen Entwicklungskosten führten zu doppelt so hohem Betriebsverlust der Sparte. Aktuell lukrativ sind nur die satellitengestützten Internet-Zugänge ("Starlink"), die 4,4 Milliarden Betriebsgewinn einbrachten. Unterm Strich ist der SpaceX-Konzern nicht profitabel.
Elon Musk blickt auf eine wechselhafte Zeit als Unternehmer zurück. Seine Ideen, Entwicklungen und Konzepte standen mehrfach auf der Kippe. Es gelang ihm aber immer, Finanziers und Aktionäre zu finden, die er begeistern konnte. Sein Autounternehmen Tesla schrieb jahrelang hohe Verluste und löste Versprechen nicht ein. Die ersten Raketen von SpaceX flogen nicht.

Starker Hang zur Exzentrik

Legendär sind sein Arbeitseinsatz und seine Kreativität. Vor fünf Jahren offenbarte Musk, Autist mit dem sogenannten Asperger-Syndrom zu sein. Er habe Probleme, soziale Zeichen zu erkennen. Deutlich wurde dies unter anderem dadurch, dass er anfänglich hemmungslos twitterte und damit regelwidrig Meldungen verbreitete, die seine Börsenkurse beeinflussten.
Für viele Kontroversen sorgte auch sein kurzer Ausflug in die Politik - als Unterstützer von Donald Trump und Entbürokratisierer mit libertären, staatsfernen politischen Vorstellungen in der zweiten Regierung des US-Präsidenten. Mit dem er sich danach erst überwarf, bevor es wieder zur Annäherung kam.
Offensichtlich ist Elon Musks starker Hang zur Exzentrik - was sich auch bei SpaceX zeigt. Das Unternehmen, eigentlich "Space Exploration Technologies Corp", sitzt in Texas am idyllischen Golf von Mexiko. Für SpaceX wurde eigens die Gemeinde Starbase erfunden, wo das Unternehmen unter der Adresse Rocket Road Nr. 1 residiert. Die Kommunalwahlen in Starbase mussten vor vier Wochen mangels Kandidaten abgesagt werden.

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