Selenskyj bietet Putin direkte Friedensgespräche an
Der ukrainische Präsident Selenskyj hat Russlands Präsident in einem Brief zu direkten Friedensverhandlungen aufgefordert. Die Mehrheit der Russen sei bereit für Frieden. Putin wiederholte indes seine Bedingungen für Gespräche.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem offenen Brief an Wladimir Putin ein persönliches Treffen mit dem russischen Staatschef vorgeschlagen. Kiew und Moskau als Ort für die Unterredungen schloss Selenskyj dabei aus. Als Alternativen nannte er die Schweiz, die Türkei oder einen arabischen Staat.
"Die Ukraine schlägt vor, diesen Krieg durch einen direkten Austausch zwischen Ihnen und uns zu beenden. "Ich schlage ein Treffen vor", schrieb Selenskyj in dem Brief, der auf der Website der ukrainischen Präsidentschaft veröffentlicht wurde.
Als ersten Schritt schlug Selenskyj darin eine Waffenruhe entlang der jetzigen Frontlinie vor, die von den Vereinigten Staaten überwacht werden soll. Dem könne ein Gefangenenaustausch "aller gegen alle" und eine Rückkehr von Zivilisten und "während des Krieges verschleppten" Kindern folgen. An den Gesprächen sollten der Ansicht Selenskyjs nach zudem Vertreter Europas und der Vereinigten Staaten auch als mögliche Garanten beteiligt werden.
Der ukrainische Präsident schreibt weiter: "Aber wir in der Ukraine wollen keinen dauerhaften Krieg. Wir wissen sehr gut, dass das Leben ohne Krieg unendlich viel besser ist. Und das wollen wir erreichen. Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der Russen darauf ebenfalls positiv reagieren würde - und das wissen Sie."
Die Ukraine habe viele Menschen auf der Welt vereint, die an der Seite der Ukraine stünden. Und die Ukraine habe die benötigten Waffen und Finanzierungen gefunden, die notwendig waren. "Wir erhalten Unterstützung. Sie erhalten Sanktionen. Und das wird so lange so bleiben", so Selenskyj.
Putin äußerte sich beim Wirtschaftsforum zu seinem Ende Februar 2022 begonnenen Krieg gegen die Ukraine. Die Fakten an der Front sprächen für sich: Das russische Militär, das auf ganzer Front angreife, verzeichne ständig Gebietsgewinne, sagte Putin.
Das Tempo des russischen Vormarsches hat sich seit Ende 2025 verlangsamt. Aktuellen Daten zufolge hat die Ukraine im Mai gegenüber Russland Boden zurückgewonnen. Auch über die Verluste der russischen Armee verlor Putin kein Wort. Dabei übersteigt die Zahl der Soldaten, die auf russischer Seite fallen, nach Angaben der Ukraine und westlicher Verbündeter längst die Zahl derer, die der russischen Armee neu beitreten.
Putin räumte aber Schwierigkeiten ein, mit denen seine Streitkräfte konfrontiert sind: etwa ukrainische Drohnenangriffe auf Energie- und Militäranlagen in St. Petersburg kurz vor Beginn des Wirtschaftsforums. "Russland hat ein Luftabwehrsystem. Ja, wir müssen es verbessern. Ja, wir müssen es stärken. Und das werden wir tun", sagte er.
Zugleich beharrte Putin auf seiner bekannten Forderung nach einer vollständigen russischen Kontrolle über die völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden Gebiete Donezk und Luhansk als Voraussetzung für einen Frieden mit Kiew. Basis für eine Vereinbarung mit Kiew seien die im vergangenen Jahr mit dem US-Präsidenten in Alaska getroffenen Vereinbarungen: "Wir sind natürlich bereit und wollen mit der Ukraine zu einer Übereinkunft mit friedlichen Mitteln gelangen, und zwar auf den Grundlagen, über die Präsident Trump und ich in Anchorage sprachen." Was genau die beiden im August 2025 besprochen haben, wurde allerdings nicht bekannt gegeben. Kiew lehnt einen Gebietsverzicht bisher kategorisch ab.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem offenen Brief an Wladimir Putin ein persönliches Treffen mit dem russischen Staatschef vorgeschlagen. Kiew und Moskau als Ort für die Unterredungen schloss Selenskyj dabei aus. Als Alternativen nannte er die Schweiz, die Türkei oder einen arabischen Staat.
"Die Ukraine schlägt vor, diesen Krieg durch einen direkten Austausch zwischen Ihnen und uns zu beenden. "Ich schlage ein Treffen vor", schrieb Selenskyj in dem Brief, der auf der Website der ukrainischen Präsidentschaft veröffentlicht wurde.
Als ersten Schritt schlug Selenskyj darin eine Waffenruhe entlang der jetzigen Frontlinie vor, die von den Vereinigten Staaten überwacht werden soll. Dem könne ein Gefangenenaustausch "aller gegen alle" und eine Rückkehr von Zivilisten und "während des Krieges verschleppten" Kindern folgen. An den Gesprächen sollten der Ansicht Selenskyjs nach zudem Vertreter Europas und der Vereinigten Staaten auch als mögliche Garanten beteiligt werden.
"Krieg ohne wirklichen Grund"
Die Mehrheit der Russen sei der ukrainischen Raketen- und Drohnenangriffe, der Inflation und der Treibstoffknappheit überdrüssig und bereit für den Frieden, erklärte Selenskyj weiter. "Dieser Krieg ist Ihre persönliche Entscheidung - ein Krieg ohne wirklichen Grund. So wird ihn die Geschichte in Erinnerung behalten."Der ukrainische Präsident schreibt weiter: "Aber wir in der Ukraine wollen keinen dauerhaften Krieg. Wir wissen sehr gut, dass das Leben ohne Krieg unendlich viel besser ist. Und das wollen wir erreichen. Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit der Russen darauf ebenfalls positiv reagieren würde - und das wissen Sie."
"Wir erhalten Unterstützung. Sie erhalten Sanktionen"
Sollte Putin nicht zu dem Schluss kommen, dass es Zeit für ein Kriegsende sei, werde die Ukraine weiter um ihre Existenz kämpfen. Dies könne Putins Machtposition gefährden. "Es ist eine Tatsache in der russischen Geschichte, die Sie gut kennen: Wenn Russland müde wird, steht ein Wandel bevor", heißt es in dem Schreiben.Die Ukraine habe viele Menschen auf der Welt vereint, die an der Seite der Ukraine stünden. Und die Ukraine habe die benötigten Waffen und Finanzierungen gefunden, die notwendig waren. "Wir erhalten Unterstützung. Sie erhalten Sanktionen. Und das wird so lange so bleiben", so Selenskyj.
Kreml kommentiert Inhalt des Briefes nicht
Der Brief wurde während einer Pressekonferenz Putins für ausgewählte internationale Journalisten im Rahmen des Wirtschaftsforums in St. Petersburg veröffentlicht. Kremlsprecher Dmitri Peskow ging nicht auf den Inhalt des Briefes ein. "Präsident Putin hat gesagt, dass Selenskyj nach Moskau kommen könne, wenn er reden möchte", sagte Peskow. Selenskyj hatte Moskau als Gesprächsort bereits mehrfach abgelehnt.Putin äußerte sich beim Wirtschaftsforum zu seinem Ende Februar 2022 begonnenen Krieg gegen die Ukraine. Die Fakten an der Front sprächen für sich: Das russische Militär, das auf ganzer Front angreife, verzeichne ständig Gebietsgewinne, sagte Putin.
Das Tempo des russischen Vormarsches hat sich seit Ende 2025 verlangsamt. Aktuellen Daten zufolge hat die Ukraine im Mai gegenüber Russland Boden zurückgewonnen. Auch über die Verluste der russischen Armee verlor Putin kein Wort. Dabei übersteigt die Zahl der Soldaten, die auf russischer Seite fallen, nach Angaben der Ukraine und westlicher Verbündeter längst die Zahl derer, die der russischen Armee neu beitreten.
Putin räumte aber Schwierigkeiten ein, mit denen seine Streitkräfte konfrontiert sind: etwa ukrainische Drohnenangriffe auf Energie- und Militäranlagen in St. Petersburg kurz vor Beginn des Wirtschaftsforums. "Russland hat ein Luftabwehrsystem. Ja, wir müssen es verbessern. Ja, wir müssen es stärken. Und das werden wir tun", sagte er.
Putin beharrt auf Kontrolle von Luhansk und Donezk
Um seinen Krieg zu beenden, erklärte sich der Kremlchef zum Dialog auch mit Europa bereit. Als Vermittler kämen aber nur neutrale "Leute" infrage, denen man vertrauen könne.Zugleich beharrte Putin auf seiner bekannten Forderung nach einer vollständigen russischen Kontrolle über die völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden Gebiete Donezk und Luhansk als Voraussetzung für einen Frieden mit Kiew. Basis für eine Vereinbarung mit Kiew seien die im vergangenen Jahr mit dem US-Präsidenten in Alaska getroffenen Vereinbarungen: "Wir sind natürlich bereit und wollen mit der Ukraine zu einer Übereinkunft mit friedlichen Mitteln gelangen, und zwar auf den Grundlagen, über die Präsident Trump und ich in Anchorage sprachen." Was genau die beiden im August 2025 besprochen haben, wurde allerdings nicht bekannt gegeben. Kiew lehnt einen Gebietsverzicht bisher kategorisch ab.
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