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FC Bayern legt vor - Neuer bringt Real zur Verzweiflung

FC Bayern legt vor - Neuer bringt Real zur Verzweiflung
Der FC Bayern München hat bei Real Madrid den ersten Schritt Richtung Halbfinale in der Champions League gemacht - vor allem, weil Manuel Neuer beim 2:1 (1:0)-Hinspielerfolg im Bernabeu einen herausragenden Tag hatte. 

In acht Tagen fällt in München (21 Uhr) die Entscheidung im Königsklassen-Viertelfinale, in das Rückspiel geht der deutsche Rekordmeister auch dank der Tore von Luis Diaz (41. Minute) und Harry Kane (46.) mit einer richtig guten Ausgangslage. Neuer musste sich lediglich einmal gegen Kylian Mbappé (74.) geschlagen geben und parierte insgesamt neun Schüsse, darunter waren auch einige hochkarätige Chancen für Madrid.

"Schade, dass es kein 2:0 geworden ist, ganz ehrlich", sagte Neuer, der von der UEFA zum "Man of the match" gewählt wurde, bei "PrimeVideo". "Man weiß, wie gefährlich Real ist, das hat man gesehen. Sie hatten viele Chancen und haben einiges liegen gelassen. Das wird eine schwere Aufgabe in München." Und Trainer Vincent Kompany meinte: "Wir haben gewonnen, aber müssen nochmal abliefern, um weiterzukommen. Wenn man hier in Madrid gewinnt, zeigt das, dass man alles schaffen kann."

Upamecano und Gnabry vergeben Topchancen für Bayern

Entsprechend eines derartigen Gigantenduells hatte es im Vorfeld Lobpreisungen zuhauf für den jeweiligen Gegner gegeben - und die Bayern waren das Team, dass diese Vorschusslorbeeren untermauerte. Das Team von Kompany trat von Beginn an dominant auf, hatte früh erste Chancen und hätte bereits in der neunten Minute auch in Führung gehen müssen - Dayot Upamecano schaffte es aber aus vier Metern nicht, den Ball über die Linie zu drücken, Alvaro Carreras konnte retten.

Nach überlegenen zehn Minuten fand Real besser in die Partie und zeigte vor allem seine Stärke bei Tempoangriffen. Kylian Mbappé hatte solche in dieser Saison bereits reihenweise erfolgreich abgeschlossen, bei Madrids erster Gelegenheit scheiterte er jedoch an Manuel Neuer, der erst den Winkel verkürzte und dann seine Beine rechtzeitig schloss (16.). Kurz danach war der Münchner Torhüter auch nach dem Schlenzer von Vinicius Jr. zur Stelle (19.).
Die größten Gelegenheiten hatte aber weiter der FC Bayern - und er ließ sie weiter liegen. Thiago Pitarch unterlief im eigenen Strafraum ein ganz schlimmer Fehlpass Richtung Andriy Lunin, Serge Gnabry kam so aus kurzer Distanz zum Abschluss, Reals Torhüter bekam aber noch den Arm in die Schussbahn und entschärfte die zweite "Hundertprozentige" des Kompany-Teams (28.).

Diaz belohnt starken, aber fehlerhaften FC Bayern

Fast im Gegenzug zeigte Neuer seine dritte starke Parade nach dem besten Real-Angriff gegen Mbappé (29.), kurz vor der Pause jubelte der Keeper dann darüber, dass seine Vorderleute sich für eine starke Leistung endlich belohnten. Nach einem Traumpass von Gnabry behielt Diaz die Nerven und Präzision, ließ Lunin aus zwölf Metern keine Chance - das überfällige 1:0 (41.).



Die Wahrheit dieser turbulenten Partie war aber auch, dass beide Mannschaften Fehler machten, die von ihnen so sonst eher selten zu sehen sind. Ein Beispiel dafür waren die weiten Pässe von Kane, denen die Genauigkeit, für die sie sonst bekannt sind, gänzlich fehlte. Auf beiden Seiten wurden die Patzer, die wie beim Pitarch-Fehlpass oft auch in gefährlichen Situationen geschahen, aber nicht so ausgenutzt wie es möglich gewesen wäre.

Kane braucht nur wenige Sekunden für das 2:0

In der ersten Halbzeit hatte Kane noch geschwächelt, nach der Pause war er dafür aber umso schneller auf Betriebstemperatur. Nach nur 15 Sekunden erhöhte der Torjäger, der zuletzt beim 3:2-Sieg beim SC Freiburg angeschlagen gefefhlt hatte, mit einem punktgenauen Flachschuss aus 17 Metern (46.). Wieder hatte Real, diesmal Carreras, in der eigenen Hälfte den Ball verloren, diesmal ergriffen die Bayern diese Chance eiskalt.
Der deutsche Rekordmeister drückte trotz des Zwei-Tore-Vorsprungs weiter, Olise zwang Lunin aus 18 Metern zu einer weiteren Parade (56.). Kurz danach hatte Upamecano seine zweite richtig gute Gelegenheit, nach einem Eckball köpfte der Franzose aus fünf Metern aber knapp am Tor vorbei (58.). Im Bernabeu wurde es immer unruhiger, die Pfiffe wurden nach jeder misslungenen Real-Aktion lauter.

Pfiffe und vergebene Chancen für Real Madrid

Sehr laut waren die Pfiffe auch in der 61. Minute - nachdem Madrid dem ersten Treffer am nächsten gekommen war. Upamecano misslang eine Kopfballrückgabe auf Neuer, wodurch Vinicius Jr. frei auf den Torhüter zu lief, der den Brasilianer ganz clever so weit abdrängen konnte, dass dessen Schuss nur an das Außennetz ging. Dafür, dass der Real-Star diese Großchance vergab, hatten die Zuschauer in Madrid offenkundig wenig Verständnis.
Was den Frust der heimischen Anhänger jedoch auch erklärte: Nach einer Stunde hatten die Bayern satte sieben Kilometer mehr auf der Lauf-Uhr. Doch der Ärger der Fans schien den Real-Profis Beine zu machen, denn ab diesem Moment wurden die Gastgeber deutlich stärker. Mbappé machte kurz darauf wieder alles richtig, aber wieder tauchte Neuer unheimlich schnell ab und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen am Pfosten vorbei (65.).



Und mit seinen Paraden schaffte es Neuer vielleicht auch in den Kopf von Mbappé - denn der französische Superstar vergab auch seine nächste Großchance, aus kurzer Distanz schoss er sogar relativ deutlich am Tor vorbei (69.). Erst war Real schlicht unterlegen gegen die Bayern, jetzt vergaben sie mehrfach die Chance, doch noch zurück in die Viertelfinal-Serie zu kommen.

Mbappé kann Neuer doch noch bezwingen

Glück hatte München auch, als Jonathan Tah nach einem Tritt von hinten gegen Mbappé mit einer gelben Karte davonkam (70.). Danach war die Zeit der Geschenke aber vorbei, Real spielte sich über die rechte Seite durch und Trent Alexander-Arnold servierte Mbappé den Ball mit einer perfekten Hereingabe, diesmal ließ der 27-Jährige die Gelegenheit nicht liegen und erzielte sein 14. Tor in dieser Champions-League-Saison (74.).
Die Reaktion der Bayern war jedoch stark, Kane hatte nach einem tollen Chip-Pass von Joshua Kimmich direkt die Chance, auf 3:1 zu erhöhen, sein Volleyschuss aus der Drehung ging aber knapp vorbei (75.). Das änderte aber nichts daran, dass Real nun richtig auf Temperatur war, auch die Stimmung im Bernabeu kippte, die Atmosphäre beflügelte die Madrilenen nun spürbar - was München aber auch Kontermöglichkeiten bescherte.

Neuer weiter stark, Musiala vergibt das mögliche 3:1

Die nutzte der Bundesliga-Tabellenführer jedoch nicht, so war Neuer weiter gefragt. Erst hatte er wie bei der WM 2014 mehrere Aktionen, in denen er weit aus seinem Tor kam und die Bälle abfing, dann war er auch auf der Linie weiter zur Stelle. Glück hatte Neuer aber auch beim Schuss von Mbappé aus 18 Metern, der für ihn wohl unhaltbar gewesen wäre, aber knapp am Pfosten vorbeiging (90.). Zuvor hatte Jamal Musiala die Entscheidung im Hinspiel verpasst (89.).
Die hätte es kurz danach geben müssen, als die Bayern einen Drei-gegen-eins-Konter liefen, Diaz aber Michael Olise verfehlte und die riesige Gelegenheit verpuffte. So blieb es beim 2:1-Auswärtserfolg (der erste nach 90 Minuten im Bernabeu seit dem Jahr 2001), der sowohl hätte deutlicher ausfallen können, aber auch überhaupt erst dank eines Neuers in Topform entstanden war. Was dafür sprach: Das Schussverhältnis betrug am Ende 20:20. Dass beide Mannschaften so hohe Werte haben, ist äußerst selten.

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