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Trump verlängert sein Ultimatum an Iran

Trump verlängert sein Ultimatum an Iran
Nach seinem Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus spricht US-Präsident Trump jetzt von produktiven Gesprächen mit Iran. Es sollen auch nach Ablauf der 48 Stunden vorerst keine Kraftwerke angegriffen werden.

US-Präsident Donald Trump hat angeordnet, in den nächsten fünf Tagen keine Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur zu fliegen. Dies sei das Ergebnis "sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten" in den vergangenen beiden Tagen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Der US-Präsident hatte Iran zuvor mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die für die Weltwirtschaft bedeutende Straße von Hormus vollständig und "ohne Drohungen" öffnen. Diese Frist wäre in der Nacht zum Dienstag ausgelaufen.

Drohung und Gegendrohung

In der Folge hatte die Islamische Revolutionsgarde mit Angriffen auf israelische Kraftwerke und die Stromversorgung von US-Stützpunkten am Persischen Golf gedroht. Sollte Trump seine Drohung wahr machen und das iranische Stromnetz zerstören, werde man in gleichem Maße zurückgeschlagen, erklärte sie. Auch drohte Iran mit der vollständigen Schließung der Meerenge.
Jetzt schrieb Trump von "detaillierten und konstruktiven Gesprächen", die in dieser Woche fortgesetzt werden sollten. Die Aussetzung der Angriffe sei vorbehaltlich des weiteren Erfolgs der Verhandlungen.

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Gudrun Engel, ARD Washington, zu widersprüchlichen Signalen aus Iran und USA

tagesschau, Das Erste, 23.03.2026 • 20:00 Uhr

Trump: "Einig in 15 Punkten"

Vor Journalisten sagte der US-Präsident zudem, man sei sich in insgesamt 15 Punkten einig. Ihm zufolge sind an den Gesprächen sein Schwiegersohn Jared Kushner sowie der US-Gesandte Steve Witkoff beteiligt.
Diese hätten am Sonntag Gespräche mit einem "respektierten" Vertreter Teherans geführt. Wer dieser Vertreter ist, gab Trump nicht bekannt. Er sagte aber, dass die USA nicht mit dem neuen obersten iranischen Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei gesprochen hätten. Sollte ein Abkommen erreicht werden, würden die USA das angereicherte Uran aus dem iranischen Atomprogramm sicherstellen.

Iran bestreitet direkte Kontakte

Iran dementierte jedoch Verhandlungen zwischen Teheran und Washington. "Die Äußerungen des US-Präsidenten sind Teil der Bemühungen, die Energiepreise zu senken und Zeit für die Umsetzung seiner militärischen Pläne zu gewinnen", hieß es in der staatlichen Zeitung IRAN unter Berufung auf das Außenministerium in Teheran. "Zwar gab es Initiativen von Ländern der Region zur Deeskalation der Spannungen, doch die Antwort des Irans war eindeutig: Er hat den Krieg nicht begonnen, und alle derartigen Forderungen sollten an Washington gerichtet werden."
Auch die Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, die der Revolutionsgarde nahestehen, erklärten, es gebe keinerlei direkte Kontakte zu Trump, auch nicht über Vermittler. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi telefonierte aber mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan. Die Türkei war auch schon in der Vergangenheit als Vermittlerin tätig.

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Katharina WIllinger, ARD Istanbul, zu widersprüchlichen Signalen aus Iran und USA

tagesschau24, 23.03.2026 • 18:00 Uhr

Ölpreis bricht ein

Die iranische Führung feierte die Ankündigung Trumps als Erfolg. "US-Präsident macht nach Irans deutlicher Warnung einen Rückzieher", hieß es in einer Grafik im iranischen Staatsfernsehen.
Die Ankündigung Trumps ließ den Ölpreis einbrechen. Der DAX legte in der Spitze um 3,6 Prozent auf 23.178 Punkte zu. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent sank in der Spitze um mehr als 14 Prozent auf 96,00 US-Dollar je Barrel.

Wiederholte Angriffe in Straße von Hormus

Iran hatte nach dem Angriff von den USA und Israel wiederholt Schiffe in der Straße von Hormus per Funk dazu aufgerufen, diese nicht zu passieren. Das Land griff in der Region seither wiederholt auch Schiffe an - mit gravierenden Auswirkungen auf den weltweiten Handel von Gas und Öl.
Die Meerenge ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren und gilt als eine der wichtigsten Routen der Seefahrt weltweit. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wird durch die Passage transportiert.



Israels Militär fliegt Luftangriffe in Teheran

Auch wenn Trump eine Pause der Angriffe auf die Energieinfrastruktur angekündigt hat, geht der gegenseitige Beschuss unvermindert weiter. Das israelische Militär teilte am Morgen mit, es habe eine großangelegte Welle von Luftangriffen auf Infrastruktur in Teheran begonnen.
Der iranische Rote Halbmond veröffentlichte ein Video, das ein stark beschädigtes Wohnhaus im wohlhabenden Norden der Hauptstadt zeigt, aus dem Rettungskräfte eine Person bergen. In der Stadt Chorramabad wurden iranischen Nachrichtenagenturen zufolge sechs Menschen getötet und 43 verletzt.

Hisbollah meldet mehr als 60 Angriffe auf Israel

Die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon beanspruchte unterdessen mehr als 60 Angriffe auf Israel innerhalb der vergangenen 24 Stunden für sich. Hisbollah-Mitglieder hätten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit.
Die ausgeweiteten Angriffe seien auch eine Antwort auf Israels "systematische Angriffe" im Libanon. Die israelische Armee greift seit mehreren Tagen wichtige Brücken, Straßen und auch Tankstellen an. Israel wirft der Hisbollah-Miliz vor, über die Brücken Waffen zu schmuggeln.

Neue Angriffe in den Golfstaaten

Auch mehrere Golfstaaten meldeten erneut Angriffe. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte am Morgen, es seien zwei Marschflugkörper im Anflug auf die Hauptstadt Riad entdeckt worden. Eine Rakete sei abgefangen worden, die andere sei in unbewohntem Gebiet abgestürzt.
Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate erklärte, die Streitkräfte des Landes "reagieren derzeit auf eingehende Raketen- und Drohnenbedrohungen aus Iran".

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