Was bewirkt die neue Tankregel?
Tankstellen dürfen ihre Preise seit gestern nur noch einmal am Tag erhöhen. Um 12 Uhr stiegen die Spritpreise erst deutlich, im Tagesschnitt aber nicht mehr als an Vortagen.
Mit großer Mehrheit wurde die neue Tankregel vom Bundestag verabschiedet. Seit dem 1. April 2026 sollen Tankstellen nur noch einmal am Tag die Möglichkeit haben, die Spritpreise zu erhöhen - damit sollte der Preisachterbahn, mit der sich Autofahrerinnen und Autofahrer seit dem Beginn des Kriegs im Iran konfrontiert sahen, ein Ende gesetzt werden. Günstiger dürfen die Preise jederzeit werden.
Der erste Tag der Regulierung zeigt: Den Preisanstieg aufhalten kann die neue Regel nicht. Die Preise für Rohöl am Weltmarkt sanken am Mittwoch sogar; am Markt hatte sich eine kurzzeitige Hoffnung breit gemacht, dass sich ein Ende des Krieges abzeichnen könnte. Die Preise an den Zapfsäulen schossen um zwölf Uhr dennoch nach oben.
Fast acht Cent waren es im bundesweiten Durchschnitt, ermittelte der ADAC. An einer Tankstelle in Nordrhein-Westfalen sogar zwölf Cent. Der Preis für einen Liter Diesel schlug sogar seinen alten Allzeitrekord. Doch dabei handelt es sich um eine Momentaufnahme. Im Tagesdurchschnitt stieg der Preis bei Diesel um einen Cent, bei Benzin um zwei Cent, zeigt das Preismonitoring des ADAC. Damit bewegte sich der Preisanstieg in einem ähnlichen Maß wie an den Vortagen.
Auch die Vorständin des Bundesverbandes Verbraucherzentrale, Ramona Pop, betont, dass nicht gesichert sei, ob die neue Tankregel zu günstigeren Spritpreisen führen werde. "Die Erfahrung aus unserem Nachbarland zeigt: Kurz nach der Einführung sanken die Kraftstoffpreise in Österreich vorübergehend, pendelten sich aber rasch wieder auf dem gewohnten Niveau ein", sagt Pop.
Neben der 12-Uhr-Regelung hat das Gesetzespaket auch das Bundeskartellamt mit mehr Befugnissen ausgestattet. Bei stark steigenden Preisen liegt die Beweislast nun bei den Unternehmen. Zukünftig müssen also die Mineralölkonzerne begründen und nachweisen, wie die Preissteigerungen zustande kommen.
"Wir wollen, dass das Kartellamt ganz genau hinschaut", sagte Andreas Lenz (CSU) in der Bundestagsdebatte, bevor das Gesetz verabschiedet wurde. Dass die Tankregel allein nicht ausreichen würde, war schon damals klar. Es werde weitere Maßnahmen brauchen, sagte Lenz. "Solange die Unsicherheit hoch ist, werden die Preise hoch bleiben."
In Österreich habe sich das über die Jahre so eingependelt, dass es tatsächlich relativ wenige Preisänderungen am Tag gebe - etwa drei bis vier, so Grasslober. Mit hohen Spritpreisen kämpft das Land aber genauso. Das Preisniveau liegt aufgrund von niedrigeren Kraftstoffsteuern zwar etwas niedriger als in Deutschland, aber Benzin und Diesel sind mit 40 und 70 Cent im März jeweils deutlich teurer geworden als noch im Februar.
Mit großer Mehrheit wurde die neue Tankregel vom Bundestag verabschiedet. Seit dem 1. April 2026 sollen Tankstellen nur noch einmal am Tag die Möglichkeit haben, die Spritpreise zu erhöhen - damit sollte der Preisachterbahn, mit der sich Autofahrerinnen und Autofahrer seit dem Beginn des Kriegs im Iran konfrontiert sahen, ein Ende gesetzt werden. Günstiger dürfen die Preise jederzeit werden.
Der erste Tag der Regulierung zeigt: Den Preisanstieg aufhalten kann die neue Regel nicht. Die Preise für Rohöl am Weltmarkt sanken am Mittwoch sogar; am Markt hatte sich eine kurzzeitige Hoffnung breit gemacht, dass sich ein Ende des Krieges abzeichnen könnte. Die Preise an den Zapfsäulen schossen um zwölf Uhr dennoch nach oben.
Fast acht Cent waren es im bundesweiten Durchschnitt, ermittelte der ADAC. An einer Tankstelle in Nordrhein-Westfalen sogar zwölf Cent. Der Preis für einen Liter Diesel schlug sogar seinen alten Allzeitrekord. Doch dabei handelt es sich um eine Momentaufnahme. Im Tagesdurchschnitt stieg der Preis bei Diesel um einen Cent, bei Benzin um zwei Cent, zeigt das Preismonitoring des ADAC. Damit bewegte sich der Preisanstieg in einem ähnlichen Maß wie an den Vortagen.
Günstigere Spritpreise nicht gesichert
Für Martin Grasslober, den Leiter Verkehrswirtschaft des österreichischen ÖAMTC, verfehlt die Tankregel damit nicht ihren Zweck. "Das Ziel ist nicht notwendigerweise, die Preise zu senken, sondern eher dem Preiswirrwarr beizukommen", sagt er im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. In Österreich wurde eine entsprechende Regel schon 2011 verankert, die deutsche Variante orientiert sich maßgeblich an ihr.Auch die Vorständin des Bundesverbandes Verbraucherzentrale, Ramona Pop, betont, dass nicht gesichert sei, ob die neue Tankregel zu günstigeren Spritpreisen führen werde. "Die Erfahrung aus unserem Nachbarland zeigt: Kurz nach der Einführung sanken die Kraftstoffpreise in Österreich vorübergehend, pendelten sich aber rasch wieder auf dem gewohnten Niveau ein", sagt Pop.
ADAC fordert weitere Maßnahmen
Der größte deutsche Automobilclub ADAC zeigt sich enttäuscht von der neuen Tankregel. Die Sorge, dass Mineralölkonzerne einen Risikoaufschlag auf ihre Preise machen würden, scheine sich zu bestätigen, schreibt der Verband. Nun sieht er das Bundeskartellamt in der Pflicht, Mineralölkonzerne zur Mäßigung zu bewegen.Neben der 12-Uhr-Regelung hat das Gesetzespaket auch das Bundeskartellamt mit mehr Befugnissen ausgestattet. Bei stark steigenden Preisen liegt die Beweislast nun bei den Unternehmen. Zukünftig müssen also die Mineralölkonzerne begründen und nachweisen, wie die Preissteigerungen zustande kommen.
"Wir wollen, dass das Kartellamt ganz genau hinschaut", sagte Andreas Lenz (CSU) in der Bundestagsdebatte, bevor das Gesetz verabschiedet wurde. Dass die Tankregel allein nicht ausreichen würde, war schon damals klar. Es werde weitere Maßnahmen brauchen, sagte Lenz. "Solange die Unsicherheit hoch ist, werden die Preise hoch bleiben."
Mehr Planbarkeit beim Spritpreis
Für Martin Grasslober liegt der Vorteil für Konsumentinnen und Konsumenten vor allem darin, dass "ich weiß, wenn ich vor zwölf Uhr mittags zu dieser Tankstelle fahre, dass der Preis dann nur niedriger sein kann". Die Tankstellenbetreiber würden sich um 12 Uhr einen Puffer schaffen, der im Laufe des Tages - orientiert an der Konkurrenz - abgebaut würde.In Österreich habe sich das über die Jahre so eingependelt, dass es tatsächlich relativ wenige Preisänderungen am Tag gebe - etwa drei bis vier, so Grasslober. Mit hohen Spritpreisen kämpft das Land aber genauso. Das Preisniveau liegt aufgrund von niedrigeren Kraftstoffsteuern zwar etwas niedriger als in Deutschland, aber Benzin und Diesel sind mit 40 und 70 Cent im März jeweils deutlich teurer geworden als noch im Februar.
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