DESG nach Hausverbot für ARD-Journalisten in der Kritik
Die ARD-Journalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus wurden wegen kritischer Berichte über die DESG von einer Pressekonferenz ausgeschlossen. Sender und Journalisten-Verbände protestieren.
Ein "Sportschau"-Bericht (sportschau.de) hatte zu Beginn der Olympischen Winterspiele angebliche Unregelmäßigkeiten bei der DESG und ein belastetes Verhältnis zwischen einigen Athleten und der Verbandsspitze thematisiert. An diesem Bericht waren maßgeblich Seppelt und Mebus beteiligt.
Auch der Deutsche Journalistenverband (DJV) verurteilte den Ausschluss scharf. "Das Hausverbot gegen die ARD-Kollegen ist ein unglaublicher Vorgang", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. "Es geht nicht an, eine Pressekonferenz wie einen closed shop zu organisieren."
"Es ist ein einmaliger Vorgang, der bei uns auch Fragen zu der Haltung des Bundes und anderer Institutionen hinterlässt, die die DESG finanzieren." Der Vorgang werfe "wesentliche rechtliche Fragen auf, die wir prüfen werden", so Balkausky weiter.
Die Pressefreiheit sei ein "essenzielles Gut unserer Demokratie, das der DOSB selbstverständlich respektiert und wertschätzt".
Der Lebensgefährte der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein sprach von einem "Hassspiel" gegen den Verband, sich und auch seine Partnerin. "Die ARD und Hajo Seppelt haben uns die Olympischen Spiele gecrasht und das lassen wir nicht zu. Das geht so nicht", sagte Große.
Große distanzierte sich von den Anschuldigungen, verwies auf interne Geschäftszahlen und Zahlungen und las unterstützende Athletenbriefe vor. "Wahrheiten sind ausgesprochen worden und Lügen und Denunziationen sind weggewischt worden. Wir haben Fakten bewiesen", so der Präsident.
Die DESG erklärte gegenüber dem rbb, sie bereite derzeit eine Klage gegen Hajo Seppelt und seine ARD-Berichterstattung vor.
- ARD-Journalisten von DESG-Pressekonferenz ausgeschlossen
- Grund sind Berichte über den Verband
- Journalistenverband und Sender kritisieren Ausschluss
- DESG-Präsident Große verteidigt Hausverbote
Ein "Sportschau"-Bericht (sportschau.de) hatte zu Beginn der Olympischen Winterspiele angebliche Unregelmäßigkeiten bei der DESG und ein belastetes Verhältnis zwischen einigen Athleten und der Verbandsspitze thematisiert. An diesem Bericht waren maßgeblich Seppelt und Mebus beteiligt.
VDS und DJV mit scharfer Kritik
Der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) protestierte gegen den Umgang mit Seppelt und Mebus. "Die Nichtzulassung der Kollegen werten wir als klaren Eingriff in die Pressefreiheit", schrieb der Verband in einer öffentlichen Mitteilung an die DESG. "Ihre Gemeinschaft wird mit öffentlichen Geldern gefördert, an die daraus erwachsende Verantwortung möchten wir hier eindringlich erinnern." Dem Versuch, kritischen Sportjournalismus zu reglementieren, trete man "vehement entgegen", schrieb der VDS.Auch der Deutsche Journalistenverband (DJV) verurteilte den Ausschluss scharf. "Das Hausverbot gegen die ARD-Kollegen ist ein unglaublicher Vorgang", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. "Es geht nicht an, eine Pressekonferenz wie einen closed shop zu organisieren."
DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster
Das Hausverbot gegen die ARD-Kollegen ist ein unglaublicher Vorgang.ARD-Sportkoordinator will rechtliche Schritte prüfen
Axel Balkausky, Sportkoordinator der ARD, kritisierte das Vorgehen der DESG scharf: "Die Nicht-Zulassung ausgewählter Berichterstatter zu einer offiziellen Pressekonferenz ist aus unserer Sicht grundsätzlich nicht akzeptabel.""Es ist ein einmaliger Vorgang, der bei uns auch Fragen zu der Haltung des Bundes und anderer Institutionen hinterlässt, die die DESG finanzieren." Der Vorgang werfe "wesentliche rechtliche Fragen auf, die wir prüfen werden", so Balkausky weiter.
DOSB: "Pressefreiheit respektieren"
Ähnliche Worte fand der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). "Wir erwarten von unseren rechtlich eigenständig und autonom handelnden Mitgliedsorganisationen, dass sie die Pressefreiheit in gleicher Weise respektieren, wie wir das tun", hieß es in einer Stellungnahme.Die Pressefreiheit sei ein "essenzielles Gut unserer Demokratie, das der DOSB selbstverständlich respektiert und wertschätzt".
DESG-Präsident Matthias Große
Das, was passiert ist, ist die größte Schande. Jeder kann mit mir sprechen außer Jörg Mebus und Hajo Seppelt.Große spricht von "Schmutzkampagne"
Der Berliner DESG-Präsident Matthias Große verteidigte auf der Pressekonferenz am Donnerstag das Hausverbot für die beiden ARD-Journalisten und sprach von einer "Schmutzkampagne" gegen seinen Verband. "Das, was passiert ist, ist die größte Schande. Jeder kann mit mir sprechen außer Jörg Mebus und Hajo Seppelt", sagte Große.Der Lebensgefährte der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein sprach von einem "Hassspiel" gegen den Verband, sich und auch seine Partnerin. "Die ARD und Hajo Seppelt haben uns die Olympischen Spiele gecrasht und das lassen wir nicht zu. Das geht so nicht", sagte Große.
Verband bereitet Klage gegen Seppelt vor
Die DESG um den umstrittenen Präsidenten Matthias Große hatte die Pressekonferenz am Donnerstag anberaumt, um Stellung zu dem "Sportschau"-Bericht zu beziehen. Hajo Seppelt hatte dem Eisschnelllauf-Verband aus internen Quellen ein Klima der Angst vorgeworfen, Eigenbeteilung der Top-Sportler an Wettkampf-Reisen und verschleppte Prämienzahlungen.Große distanzierte sich von den Anschuldigungen, verwies auf interne Geschäftszahlen und Zahlungen und las unterstützende Athletenbriefe vor. "Wahrheiten sind ausgesprochen worden und Lügen und Denunziationen sind weggewischt worden. Wir haben Fakten bewiesen", so der Präsident.
Die DESG erklärte gegenüber dem rbb, sie bereite derzeit eine Klage gegen Hajo Seppelt und seine ARD-Berichterstattung vor.
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