Buhlen um das Kretschmann-Erbe
Der eine hat die bessere Ausgangslage, der andere das bekanntere Gesicht: Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liegt die CDU in Umfragen vor den Grünen - und damit Hagel vor Özdemir. Beide versuchen sich in Pragmatismus.
"Das politische Erbe von Winfried Kretschmann wird bei uns in guten Händen sein." Dieses Versprechen hat Manuel Hagel seiner Partei gegeben, als er 2023 zum Vorsitzenden in Baden-Württemberg gewählt wurde. Wohlwissend, dass der 37-Jährige dieses Erbe antreten möchte. Laut dem aktuellen BW-Trend des SWR könnte seine Partei bei der Landtagswahl die meisten Stimmen holen. 40 Prozent wünschen sich eine CDU-geführte Landesregierung. Das macht Hagel zum Favoriten.
Sollte sein Konkurrent "Minischterpräsident" werden, wie es Cem Özdemir selbst - betont schwäbisch - ausspricht, möchte er da weitermachen, wo Kretschmann aufhören wird. Das hat der Spitzenkandidat der Grünen seiner Partei versprochen. Der Wahlkampf des 60-Jährigen ist voll auf ihn zugeschnitten, seine Partei eher eine Randnotiz. Auf seinen Plakaten ist lediglich eine kleine Sonnenblume zu sehen. Zumindest bei genauem Hinsehen. Özdemirs Stärke ist nicht seine Partei, sondern sein Gesicht. 39 Prozent würden sich bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten für ihn entscheiden.
Özdemir unterstreicht seine politische Erfahrung. Als Bundeslandwirtschaftsminister war er immerhin schon Mitglied einer Regierung, auch wenn es die gescheiterte Ampel war. Hagel möchte frischen Wind bringen. Bei Posten hat er sich bisher immer durchgesetzt: jüngster Fraktionsvorsitzender, jüngster Parteivorsitzender und bald jüngster Ministerpräsident? Gegen erfahrenere Interessenten hat er dabei stets geschickt im Hintergrund die Strippen gezogen und seine Partei überzeugt: Ich bin der beste Mann für den Job.
Mit Markus Söder (CSU) und Boris Rhein (CDU) hat er jüngst in Berlin stolz die "Drei-Löwen-Allianz" vorgestellt. "Als drei Löwen gehen wir geschlossen voran und setzen ein unüberhörbares Zeichen für Stabilität, Wohlstand und einen neuen benötigten Aufbruch", sagt Hagel, als einziger der drei auf dem Podium kein Ministerpräsident, bei der Vorstellung. Aufbruch ist sein Motto und die Unterstützung von Ministerpräsidenten der Union steigert möglicherweise nebenbei seine Bekanntheit.
Diese pragmatische Art hat Winfried Kretschmann schon erfolgreich gemacht. Auch wenn die Grünen darüber nicht immer erfreut waren. Trotzdem hat Özdemir von seiner Partei freie Hand bekommen. Schließlich ist er die wohl einzige Chance, dass in Stuttgart weiterhin ein grüner Ministerpräsident regieren wird.
Der Erbstreit um die Villa Reitzenstein spitzt sich also voraussichtlich auf Hagel oder Özdemir zu. Das bedeutet, dass wohl auch der kommende Ministerpräsident in Baden-Württemberg von der Schwäbischen Alb kommt. Im Wahlkampf geben sich beide Kandidaten nahbar, schwätzen so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Betont schwäbisch eben.
"Das politische Erbe von Winfried Kretschmann wird bei uns in guten Händen sein." Dieses Versprechen hat Manuel Hagel seiner Partei gegeben, als er 2023 zum Vorsitzenden in Baden-Württemberg gewählt wurde. Wohlwissend, dass der 37-Jährige dieses Erbe antreten möchte. Laut dem aktuellen BW-Trend des SWR könnte seine Partei bei der Landtagswahl die meisten Stimmen holen. 40 Prozent wünschen sich eine CDU-geführte Landesregierung. Das macht Hagel zum Favoriten.
Sollte sein Konkurrent "Minischterpräsident" werden, wie es Cem Özdemir selbst - betont schwäbisch - ausspricht, möchte er da weitermachen, wo Kretschmann aufhören wird. Das hat der Spitzenkandidat der Grünen seiner Partei versprochen. Der Wahlkampf des 60-Jährigen ist voll auf ihn zugeschnitten, seine Partei eher eine Randnotiz. Auf seinen Plakaten ist lediglich eine kleine Sonnenblume zu sehen. Zumindest bei genauem Hinsehen. Özdemirs Stärke ist nicht seine Partei, sondern sein Gesicht. 39 Prozent würden sich bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten für ihn entscheiden.
Duell zweier Generationen
Ihre Wurzeln haben beide Kandidaten auf der schwäbischen Alb. Genau wie ihr Vorgänger, dessen Erbe beide bewahren wollen. So wie bei dem Grünen-Politiker Winfried Kretschmann hört man den beiden Kandidaten das Schwäbisch deutlich an. Und so wird der Wettstreit um Stimmen in gewisser Weise zum Erbstreit zwischen zwei Generationen um den Stuttgarter Regierungssitz in der Villa Reitzenstein.Özdemir unterstreicht seine politische Erfahrung. Als Bundeslandwirtschaftsminister war er immerhin schon Mitglied einer Regierung, auch wenn es die gescheiterte Ampel war. Hagel möchte frischen Wind bringen. Bei Posten hat er sich bisher immer durchgesetzt: jüngster Fraktionsvorsitzender, jüngster Parteivorsitzender und bald jüngster Ministerpräsident? Gegen erfahrenere Interessenten hat er dabei stets geschickt im Hintergrund die Strippen gezogen und seine Partei überzeugt: Ich bin der beste Mann für den Job.
"Drei-Löwen-Allianz" für den Wahlsieg?
Wichtigstes Thema im Wahlkampf ist die Wirtschaft. Die Automobilindustrie ist der Motor für Baden-Württemberg. Wenn der stottert, stehen für das Land Arbeitsplätze und hohe Steuereinnahmen auf dem Spiel. Um den Motor wieder zum Laufen zu bringen, hat sich Hagel Verbündete gesucht. Prominente noch dazu.Mit Markus Söder (CSU) und Boris Rhein (CDU) hat er jüngst in Berlin stolz die "Drei-Löwen-Allianz" vorgestellt. "Als drei Löwen gehen wir geschlossen voran und setzen ein unüberhörbares Zeichen für Stabilität, Wohlstand und einen neuen benötigten Aufbruch", sagt Hagel, als einziger der drei auf dem Podium kein Ministerpräsident, bei der Vorstellung. Aufbruch ist sein Motto und die Unterstützung von Ministerpräsidenten der Union steigert möglicherweise nebenbei seine Bekanntheit.
Pragmatismus à la Kretschmann
Özdemir setzt auf Pragmatismus, um den Wirtschaftsmotor wieder schnurren zu lassen. Und so plädiert er beim Neuzulassung-Aus für fossile Verbrenner für Flexibilität. Ganz anders als viele in seiner Partei. "Entscheidend ist nicht, ob wir eine Punktlandung schaffen, es ein Jahr früher oder später schaffen. Entscheidend ist, der Pfad muss stimmen", formuliert es Özdemir.Diese pragmatische Art hat Winfried Kretschmann schon erfolgreich gemacht. Auch wenn die Grünen darüber nicht immer erfreut waren. Trotzdem hat Özdemir von seiner Partei freie Hand bekommen. Schließlich ist er die wohl einzige Chance, dass in Stuttgart weiterhin ein grüner Ministerpräsident regieren wird.
Künftiger Landeschef kommt wohl von der Schwäbischen Alp
Neben Hagel und Özdemir gibt es noch einen dritten Mitbewerber. Für die AfD möchte Markus Frohnmaier in die Villa Reitzenstein einziehen. Dass das gelingt, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Die AfD steht bei 20 Prozent auf Platz drei. Andere Parteien haben bereits klar gemacht, dass sie nicht mit der Partei koalieren wollen. In Stuttgart sind Dreier- oder Zweierbündnisse ohne die AfD nach der Landtagswahl laut dem BW-Trend wahrscheinlich.Der Erbstreit um die Villa Reitzenstein spitzt sich also voraussichtlich auf Hagel oder Özdemir zu. Das bedeutet, dass wohl auch der kommende Ministerpräsident in Baden-Württemberg von der Schwäbischen Alb kommt. Im Wahlkampf geben sich beide Kandidaten nahbar, schwätzen so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Betont schwäbisch eben.
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