Erste Frau als Oberhaupt der Anglikanischen Kirche
Zum ersten Mal in der Geschichte steht der Anglikanischen Kirche eine Frau als geistliches Oberhaupt vor. Sarah Mullally hat ihre Aufgabe als 106. Erzbischöfin von Canterbury übernommen.
Sarah Mullally ist bei einer feierlichen Zeremonie in der St.-Paul's-Kathedrale in London als neue Erzbischöfin von Canterbury bestätigt worden. Sie ist die erste Frau in der Geschichte des höchsten geistlichen Amts der Church of England und gilt damit auch als wichtigste Leitfigur aller anglikanischen Kirchen weltweit.
Formales Oberhaupt der Church of England ist König Charles III., der seine Zustimmung zu der Berufung gegeben hatte. Mullally folgt auf Justin Welby, der vor mehr als einem Jahr wegen seiner Rolle bei der verschleppten Aufarbeitung eines Missbrauchsskandals seinen Rücktritt ankündigen musste. Nach seinem Ausscheiden war der Posten monatelang unbesetzt.
Mullally betonte während der Zeremonie, sie wolle einer Kirche vorstehen, "die denjenigen immer Gehör schenkt, die ignoriert oder übersehen wurden, darunter Opfer und Überlebende von Missbrauch in der Kirche, die oft im Stich gelassen wurden".
Die Kirche stelle sich zudem den Herausforderungen von Gottes Ruf nach Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Frieden und der Bewahrung der Schöpfung.
Mullally arbeitete früher als Krankenschwester für Krebspatienten, bevor sie eine Karriere in der Kirche einschlug. Seit 2018 war sie Bischöfin von London. In einem Interview der BBC sagte die 63-Jährige, sie habe sowohl in ihrem vorherigen Beruf als auch in der Kirche Frauenhass erlebt. "Mir ist bewusst, dass es in meiner Rolle wichtig ist, darüber zu sprechen, weil es manche gibt, die nicht unbedingt den Status oder die Macht dieses Postens haben und da zögerlicher sind", sagte Mullally. Sie wolle es zu ihrem Anliegen machen, ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder aufblühen könne und das für alle sicher sei, so die Erzbischöfin weiter.
Die Anglikanische Kirche zählt rund 85 Millionen Mitglieder in über 165 Ländern. Nach jahrelangem erbitterten Streit erlaubte die Kirche erst spät, dass Frauen zu Bischöfinnen geweiht werden durften, was erstmals 1989 in den USA geschah. Auch für das Priesterinnenamt wurden weibliche Geistliche seit Anfang der 1990er-Jahre zugelassen. Mittlerweile sind über 40 der 108 Bischöfe Großbritanniens weiblich. Im Priesteramt ist der Anteil ähnlich hoch. Mullally war 2002 zur Priesterin geweiht worden und wurde 2018 zur ersten Bischöfin von London geweiht.
Ihre erste Predigt wird die 63-Jährige im März in der Kathedrale von Canterbury halten.
Sarah Mullally ist bei einer feierlichen Zeremonie in der St.-Paul's-Kathedrale in London als neue Erzbischöfin von Canterbury bestätigt worden. Sie ist die erste Frau in der Geschichte des höchsten geistlichen Amts der Church of England und gilt damit auch als wichtigste Leitfigur aller anglikanischen Kirchen weltweit.
Formales Oberhaupt der Church of England ist König Charles III., der seine Zustimmung zu der Berufung gegeben hatte. Mullally folgt auf Justin Welby, der vor mehr als einem Jahr wegen seiner Rolle bei der verschleppten Aufarbeitung eines Missbrauchsskandals seinen Rücktritt ankündigen musste. Nach seinem Ausscheiden war der Posten monatelang unbesetzt.
Erzbischöfin will Missbrauchsopfern Gehör schenken
Vor dem Gottesdienst in London äußerte Mullally die Hoffnung, die Kirche in "Zeiten der Spaltung und Unsicherheit" mit "Ruhe, Beständigkeit und Mitgefühl" zu führen. Es sei ein außergewöhnliches und demütig machendes Privileg, zur 106. Erzbischöfin von Canterbury berufen worden zu sein, erklärte die 63-Jährige.Mullally betonte während der Zeremonie, sie wolle einer Kirche vorstehen, "die denjenigen immer Gehör schenkt, die ignoriert oder übersehen wurden, darunter Opfer und Überlebende von Missbrauch in der Kirche, die oft im Stich gelassen wurden".
Die Kirche stelle sich zudem den Herausforderungen von Gottes Ruf nach Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Frieden und der Bewahrung der Schöpfung.
Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen
Mullally ist die 106. Inhaberin des Bischofsamts von Canterbury. Sie steht zugleich an der Spitze der Kirche von England und ist geistliches Oberhaupt der weltweit 85 Millionen Gläubigen der Anglikanischen Kirche. Mullally gilt als progressiv in Fragen der kirchlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen, ist jedoch eine Gegnerin des geplanten Gesetzes zur aktiven Sterbehilfe der Labour-Regierung, das derzeit durch den Gesetzgebungsprozess im Parlament geht.Mullally arbeitete früher als Krankenschwester für Krebspatienten, bevor sie eine Karriere in der Kirche einschlug. Seit 2018 war sie Bischöfin von London. In einem Interview der BBC sagte die 63-Jährige, sie habe sowohl in ihrem vorherigen Beruf als auch in der Kirche Frauenhass erlebt. "Mir ist bewusst, dass es in meiner Rolle wichtig ist, darüber zu sprechen, weil es manche gibt, die nicht unbedingt den Status oder die Macht dieses Postens haben und da zögerlicher sind", sagte Mullally. Sie wolle es zu ihrem Anliegen machen, ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder aufblühen könne und das für alle sicher sei, so die Erzbischöfin weiter.
Mullallys Ernennung sorgte auch für negative Reaktionen
Mullallys Ernennung an der Spitze der Anglikanischen Kirche sorgte bei einigen konservativen Mitgliedern für negative Reaktionen. Die Kirche von Uganda etwa bezeichnete die Personalie als "traurige Neuigkeit".Die Anglikanische Kirche zählt rund 85 Millionen Mitglieder in über 165 Ländern. Nach jahrelangem erbitterten Streit erlaubte die Kirche erst spät, dass Frauen zu Bischöfinnen geweiht werden durften, was erstmals 1989 in den USA geschah. Auch für das Priesterinnenamt wurden weibliche Geistliche seit Anfang der 1990er-Jahre zugelassen. Mittlerweile sind über 40 der 108 Bischöfe Großbritanniens weiblich. Im Priesteramt ist der Anteil ähnlich hoch. Mullally war 2002 zur Priesterin geweiht worden und wurde 2018 zur ersten Bischöfin von London geweiht.
Ihre erste Predigt wird die 63-Jährige im März in der Kathedrale von Canterbury halten.
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