Letzter Halt Stuttgart?
Nach einer Reihe von Niederlagen will sich die FDP bei den anstehenden Landtagswahlen beweisen. Im Stammland Baden-Württemberg geht es ums politische Überleben - und die Haare der Generalsekretärin.
"Brezeln zum Mitnehmen?" FDP-Parteichef Christian Dürr steht vor Sonnenaufgang am Bahnhof in Heilbronn und verteilt kleine Tüten mit FDP-Stickern.
Es ist Wahlkampf in Baden-Württemberg - und der Parteichef ist sich für fast nichts zu schade. Schließlich geht es für die Partei in diesen Tagen nicht nur ums Baden-Württemberg - sondern ums politische Überleben.
Die Abgeordneten packten Kisten. Die Parteispitze zog Konsequenzen. Der frühere Parteichef Christian Lindner arbeitet heute in der Autobranche. Ex-Fraktionschef Christian Dürr übernahm den Posten. Und gesteht mittlerweile Fehler ein. Man habe in der Vergangenheit Verantwortung getragen und auch Fehler gemacht, gestand er Anfang des Jahres beim Dreikönigstreffen in Stuttgart. Inhaltliche Konsequenzen hat die FDP aus dem Wahldebakel aber nicht gezogen. Sie bleibt bei ihrem Fokus auf die Wirtschaft - und aufs Geld.
An einem Novembertag 2025 steigt Christian Dürr in einen Trabbi und fährt vors Brandenburger Tor. Auf dem Autodach ein Pappaufsteller mit der Aufschrift: "Lieber Herr Merz, wenn schon in den Sozialismus, dann Stilecht." Die FDP wirft Kanzler Friedrich Merz vor, sozialistische Politik zu machen. Im Parlament wird in jener Woche der neue Haushalt für das Jahr 2026 verabschiedet. Und weil die FDP sonst keine Bühne mehr hat, muss Dürr seine Argumente hier draußen vor dem Brandenburger Tor in ein Megafon rufen. "Das, was wir zurzeit sehen, sind Schulden, keine Chancen. Schulden, das ist das Gegenteil von Chancen." Viele Zuhörer hat er nicht.
Mit dem Auszug aus dem Bundestag verschwindet nicht nur Geld und Personal, sondern auch: Aufmerksamkeit. Das macht den Wahlkampf im Superwahljahr 2026 mit fünf Landtagswahlen schwierig.
Die Wahl am 8. März sei wichtig für Baden-Württemberg und die Menschen dort, sagt Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke beim Dreikönigstreffen in Stuttgart. Es gehe aber um mehr: "Um die Idee der Freiheit um die Zukunft des Liberalismus, um den des Liberalismus im deutschen Parlamentarismus." Die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist für die FDP eine Schicksalswahl.
Keine Angst um die Haare - und damit keine Angst um die FDP. Über deren Schicksal dürften am Sonntag die Wählerinnen und Wähler in Baden-Württemberg entscheiden.
"Brezeln zum Mitnehmen?" FDP-Parteichef Christian Dürr steht vor Sonnenaufgang am Bahnhof in Heilbronn und verteilt kleine Tüten mit FDP-Stickern.
Es ist Wahlkampf in Baden-Württemberg - und der Parteichef ist sich für fast nichts zu schade. Schließlich geht es für die Partei in diesen Tagen nicht nur ums Baden-Württemberg - sondern ums politische Überleben.
Inhaltlicher Fokus der FDP bleibt gleich
"Der Liberalismus ist in einer tiefen Krise, die FDP ist in einer tiefen Krise", attestierte Ex-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ihrer Partei schon im vergangenen Jahr, kurz nach der Bundestagswahl. Die FDP schaffte es nicht über die Fünf-Prozent-Hürde.Die Abgeordneten packten Kisten. Die Parteispitze zog Konsequenzen. Der frühere Parteichef Christian Lindner arbeitet heute in der Autobranche. Ex-Fraktionschef Christian Dürr übernahm den Posten. Und gesteht mittlerweile Fehler ein. Man habe in der Vergangenheit Verantwortung getragen und auch Fehler gemacht, gestand er Anfang des Jahres beim Dreikönigstreffen in Stuttgart. Inhaltliche Konsequenzen hat die FDP aus dem Wahldebakel aber nicht gezogen. Sie bleibt bei ihrem Fokus auf die Wirtschaft - und aufs Geld.
An einem Novembertag 2025 steigt Christian Dürr in einen Trabbi und fährt vors Brandenburger Tor. Auf dem Autodach ein Pappaufsteller mit der Aufschrift: "Lieber Herr Merz, wenn schon in den Sozialismus, dann Stilecht." Die FDP wirft Kanzler Friedrich Merz vor, sozialistische Politik zu machen. Im Parlament wird in jener Woche der neue Haushalt für das Jahr 2026 verabschiedet. Und weil die FDP sonst keine Bühne mehr hat, muss Dürr seine Argumente hier draußen vor dem Brandenburger Tor in ein Megafon rufen. "Das, was wir zurzeit sehen, sind Schulden, keine Chancen. Schulden, das ist das Gegenteil von Chancen." Viele Zuhörer hat er nicht.
Mit dem Auszug aus dem Bundestag verschwindet nicht nur Geld und Personal, sondern auch: Aufmerksamkeit. Das macht den Wahlkampf im Superwahljahr 2026 mit fünf Landtagswahlen schwierig.
Wiedereinzug in Baden-Württemberg möglich
Es wird eng für die FDP: In fast allen Umfragen taucht die Partei nicht mehr auf. Auch nicht in Rheinland-Pfalz, wo die Freien Demokraten sogar noch in einer Ampelkoalition mitregieren. Nur im FDP-Stammland Baden-Württemberg deuten die Umfragen auf einen Wiedereinzug in den Landtag hin.Die Wahl am 8. März sei wichtig für Baden-Württemberg und die Menschen dort, sagt Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke beim Dreikönigstreffen in Stuttgart. Es gehe aber um mehr: "Um die Idee der Freiheit um die Zukunft des Liberalismus, um den des Liberalismus im deutschen Parlamentarismus." Die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist für die FDP eine Schicksalswahl.
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Generalsekretärin wettet auf Wahlerfolg
Generalsekretärin Nicole Büttner ist bereit, fast alles dafür zu geben. Auch ihre Haare. Wenn die FDP es in Baden-Württemberg nicht schafft, will sie sich ihre braunen Locken abrasieren. In einem Podcast der Zeit gibt sie sich siegessicher: "Ich meine das wirklich ernst. Ich finde, mit uns ist absolut zu rechnen. Ich habe auch absolut keine Angst um meine Haare."Keine Angst um die Haare - und damit keine Angst um die FDP. Über deren Schicksal dürften am Sonntag die Wählerinnen und Wähler in Baden-Württemberg entscheiden.
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