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Gidsels Tempo und Nielsens Klasse - Deutschland unterliegt Dänemark

Gidsels Tempo und Nielsens Klasse - Deutschland unterliegt Dänemark
Den ersten Matchball haben die deutschen Handballer am Montagabend in Herning vergeben. Gegen Gastgeber Dänemark reichte eine gute Halbzeit nicht aus, um die 26:31 (12:13)-Niederlage abzuwenden. Nun wartet das "Endspiel" gegen Frankreich ums Weiterkommen. 

"Dass Mathias Gidsel Tore machen wird, ist kein Geheimnis. Dass Nielsen Bälle hält, ist kein Geheimnis. Das sind die besten Spieler der Welt", analysierte ein sichtlich angefressener David Späth die Niederlage der Deutschen am dritten Spieltag der Hauptrundengruppe I. Der Nationalspieler hatte überraschend den Vorzug vor dem zuletzt überragenden Andreas Wolff erhalten, spielte eine solide Partie und erntete trotz Niederlage Lob von Bundestrainer Alfred Gislason.

"Andi hat sehr, sehr viel gespielt, eigentlich war die Empfehlung, ihn letztes Spiel nicht spielen zu lassen, das kam aber nicht infrage. Aber auch David hat ein sehr gutes Spiel geliefert heute", erklärte der Isländer die viel diskutierte Rotation. Aber egal, wer auf dem Feld in der Jyske Bank Boxen stand, keiner der Deutschen konnte verhindern, dass Dänemark, angeführt von Mathias Gidsel und Emil Nielsen nach der Pause davonzog. 14 Paraden sammelte der spätere Spieler des Spiels und stellte damit sein Gegenüber im DHB-Tor (9 Paraden) in den Schatten.

Deutschland mit dem "Endspiel" gegen Frankreich

Welthandballer Gidsel trug den Weltmeister mit acht Toren und sieben Vorlagen vor allem in der ersten Hälfte, in der das deutsche Team über lange Zeit in Schlagdistanz war. "In die zweite Hälfte starten wir eigentlich auch vernünftig, verwerfen ein bisschen zu viel. Haben Phasen, in denen wir dann auch viel in Unterzahl sind, sogar doppelte Unterzahl und da gleitet uns das Spiel so ein bisschen aus den Händen", benannte Kapitän Johannes Golla den Knackpunkt des Spiels, in der Renars Uscins mit sechs Toren bester deutscher Werfer war.


Durch die Niederlage ist auch klar, dass das deutsche Team am Mittwochabend gegen Titelverteidiger Frankreich um den Einzug in das EM-Halbfinale kämpft. Ein Punkt reicht Alfred Gislason und seinem Team für die Runde der besten vier Mannschaften Europas. Dänemark hat durch den Sieg gegen Deutschland bereits das Ticket gelöst und kämpft am Mittwoch gegen Norwegen um den Gruppensieg.
Es war der Welthandballer, der die Partie in Herning mit dem ersten Treffer eröffnete. Gidsel sollte generell der spielbestimmende Akteur der ersten 20 Minuten werden. Während Nebenmann Simon Pytlick und Schlussmann Nielsen eher verhalten in die Partie starteten, war der Linkshänder von den Füchsen Berlin in der 9. Minute bereits viermal erfolgreich. Die Deutschen hatten vor allem in Person von Marko Grgic enormes Wurfpech, gleich mehrmals traf der Flensburger nur die Latte.

Uscins und Köster mit starken Leistungen zu Beginn

Was dennoch Mut machte, war der couragierte Auftritt der DHB-Auswahl, sodass sogar ARD-Experte Johannes Bitter den Deutschen während der Partie "einen geilen Handball" attestierte. Die beiden Rückraumspieler Uscins (4 Tore) und Julian Köster (3) überzeugten jeweils mit fokussierten Abschlüssen. Das 10:8 (18.) für Dänemark konnte die deutsche Mannschaft dennoch nicht verhindern.


Renars Uscins hielt das DHB-Team mit seinen Toren in Schlagdistanz
Weil Pytlick Späth nach einigen Fehlwürfen doch überwinden konnte und Torhüter Nielsen (7 Paraden) zunehmend stärker wurde, gestalteten die Dänen das Spiel nun von vorne weg. Immer wieder hatter der DHB-Angriff mehrminütige Torlosphasen, das änderte auch die Hereinnahme von Juri Knorr nicht. Zwei gute Einzelaktionen von Grgic und Köster verkürzten vor der Pause auf 12:13, sogar der Ausgleich war möglich, aber Nils Lichtlein scheiterte per Strafwurf.

Dänemark wartet knapp zehn Minuten auf eigenen Treffer

Dafür liefen die ersten Minuten nach der Halbzeit ganz im Sinne der deutschen Fans in der Jyske Bank Boxen. Knapp zehn Minuten warteten die Dänen halbzeitübergreifend auf einen eigenen Treffer. In dieser Phase zeichnete sich Späth mehrmals überragend aus, hielt den Ball von Mads Hoxer (33.) sogar fest. Dann hagelte es Zeitstrafen für das DHB-Team, drei Stück zwischen der 36. und 39. Minute. Die Partie glitt Grgic und Co. aus den Händen.
Der Bundestrainer versuchte sein Team in der Auszeit zu beruhigen und ging voran: "Wir schaffen das, Jungs!". Aber das Tempospiel der Dänen kam immer mehr zum Tragen, nur Uscins (6) hielt mit seinen Toren dagegen. Als aber auch der Linkshänder scheiterte und Gidsel auf 16:21 (45.) stellte, lag eine Vorentscheidung in der Luft.

Deutschland findet keine Lösungen gegen dänisches Tempo

Johannes Golla konnte zumindest die fünfminütige Phase ohne Treffer beenden und auf 17:23 verkürzen, aber im direkten Gegenzug stellte Dänemark den alten Vorsprung wieder her. Der sollte sich auch bis in die Schlussminute so einpendeln, auch wenn Andreas Wolff noch eingewechselt wurde. Deutschland erzielte in Person von Miro Schluroff und Mathis Häseler zwar schöne Treffer, aber die Dänen hatten die Partie jederzeit unter Kontrolle. Und feierten am Ende zurecht den Sieg und damit verbundenen Einzug in das EM-Halbfinale.

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