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Banges Warten auf die Namen der Todesopfer

Banges Warten auf die Namen der Todesopfer
Mindestens 42 Menschen sind bei dem Zugunglück in Spanien ums Leben gekommen. Während die Aufräumarbeiten nur langsam vorankommen, müssen manche Angehörige noch immer bangen. 

Zwei 300 Tonnen schwere Kräne heben die zerstörten Waggons der beiden entgleisten Hochgeschwindigkeitszüge von den Schienen und der angrenzenden Böschung. Das Gelände rings um die Unglücksstelle in Adamuz im Süden Spaniens ist hügelig und teils schwer zugänglich.
Die Bergungsarbeiten schreiten daher nur langsam voran - und mussten gestern unterbrochen werden, weil Helfer Hinweise auf weitere Tote entdeckt hatten, so Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska im spanischen Fernsehen. "Von den bisher von den Sicherheitskräften entdeckten Leichen befinden sich drei im Alvia-Zug", sagte Grande-Marlaska.
Der Alvia-Zug war von den entgleisten Waggons des entgegenkommenden Iryo-Zugs aus den Schienen gerissen worden. Zwei seiner Waggons stürzten eine vier Meter hohe Böschung herunter und wurden dabei fast komplett zerstört. Der Großteil der Opfer befand sich in diesem Zugteil.


In der nur wenige Tausend Einwohner zählenden Gemeinde Adamuz ereignete sich am Sonntag das erste schwere Unglück im spanischen Hochgeschwindigkeitsnetz.

Angehörige warten auf Nachrichten

Die Identifizierung der Toten dauert an. Vor einem der für Angehörige eingerichteten Nothilfezentren in Córdoba wartet Damila Jamilet auf Nachrichten über ihre Schwester und ihren Schwager. "Wir haben die DNA-Probe von einem Kind meines Schwagers abgegeben, jetzt warten wir auf das Ergebnis", sagt sie. "Wir müssen Geduld haben, sagt man uns, Geduld - auch wenn wir das fast nicht mehr können."
Die bisher geborgenen Todesopfer des schweren Zugunglücks werden im gerichtsmedizinischen Institut von Córdoba von einem 25-köpfigen forensischen Team untersucht. Bis jetzt wurden die meisten Opfer per Fingerabdruck identifiziert.

Menschliches Versagen als Ursache ausgeschlossen

Nach der Ursache des Unglücks wird weiter geforscht. Die relativ gerade Strecke war erst vor wenigen Monaten gewartet worden. Menschliches Versagen oder überhöhte Geschwindigkeit schließen die Behörden aus.
Der Schock über das erste schwere Unglück im spanischen Hochgeschwindigkeitsnetz sitzt tief. Es gilt eigentlich als vorbildlich und die Züge als verlässlich. Das spanische Königspaar besucht heute den Ort der Tragödie, um Angehörigen und Betroffenen sein Beileid auszusprechen.

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