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Ein Land steht unter Schock

Ein Land steht unter Schock
Mindestens 40 Menschen starben bei dem schweren Zugunglück nahe Córdoba. Wie es dazu kam, ist weiter völlig unklar. Die Regierung hat Staatstrauer angeordnet, während Menschen in der Region große Solidarität zeigen. 

Von einem Tag der Trauer für das ganze Land sprach der spanische Regierungschef Pedro Sánchez bei einem kurzen Besuch der Unglücksstelle. Er dankte den Behörden für die gute Zusammenarbeit und versprach den Opfern seine Unterstützung und Aufklärung der Ursachen. "Wir werden die Wahrheit über die Gründe dieser Tragödie herausfinden und sie allen mit absoluter Transparenz und absoluter Klarheit mitteilen", sagte er.
Der Schock über das erste große Unglück im spanischen Hochgeschwindigkeitsnetz sitzt tief. Die Infrastruktur gilt eigentlich als vorbildlich, die Züge als verlässlich.

Bergung geht weiter

Unterdessen laufen die Bergungsarbeiten weiter. Luftaufnahmen von der schwer zugänglichen Unglücksstelle zeigen völlig zerstörte Waggons: Einer der beiden Hochgeschwindigkeitszüge war bei dem Unglück einen vier Meter hohen Damm heruntergestürzt. Mit zwei Kränen versuchen die Rettungskräfte die Trümmer zu beseitigen. Unter ihnen könnten sich weitere Tote befinden. Manche der Opfer seien meterweit aus den Waggons geschleudert worden, heißt es von den Behörden.
Was die Tragödie verursacht hat, ist noch unklar. Die Waggons waren auf einer relativ geraden Strecke entgleist, die vor kurzem gewartet worden war - auch den Zug selbst hatte der Betreiber Iryo wenige Tage kurz zuvor überprüft. Menschliches Versagen schließt die spanische Eisenbahngesellschaft Renfe bisher ebenso aus wie überhöhte Geschwindigkeit.

Behörden haben Ermittlungen aufgenommen

Beide Züge seien langsamer als auf dieser Wegstrecke erlaubt gefahren, sagte Renfe-Präsident Alvaro Fernández Heredia. "Der eine fuhr mit 205, der anderem mit 210 Stundenkilometern: Die Maximalgeschwindigkeit für diese Strecke liegt bei 250 Stundenkilometern." Das integrierte Sicherheitssystem des Zuges korrigiere Fehler des Zugführers automatisch, erklärte er.
Womöglich könne der Fehler an einem beweglichen Teil des Zuges gelegen haben - oder an der Infrastruktur. Die Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. Untersuchungsergebnisse sollen frühestens in einem Monat vorliegen.

Viele Menschen wollten Blut spenden

Vor den Krankenhäusern bildeten sich lange Schlangen von Menschen, die Blut spenden wollten. Anwohner versorgten Angehörige der Betroffenen mit Decken und Essen. Von einer Welle der Hilfsbereitschaft sprach Andalusiens Regionalpräsident Juan Manuel Moreno. "Im Namen aller Andalusier möchte ich Danke sagen für die anonyme Hilfe und die gemeinsame Anstrengung bei der Bewältigung dieser schwierigen Situation", sagte er.
Die Regierung hat drei Tage Staatstrauer angeordnet. Am Dienstag wird auch das spanische Königspaar die Unglücksstelle besuchen.

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