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Syrische Regierung gibt Waffenruhe mit Kurden bekannt

Syrische Regierung gibt Waffenruhe mit Kurden bekannt
Zuletzt war die syrische Armee weit in von Kurden kontrollierte Gebiete vorgerückt. Nun wurde erneut eine Waffenruhe vereinbart - diese sieht vor, dass sich Truppen der kurdischen SDF-Miliz zurückziehen. 

Die syrische Zentralregierung von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat sich mit den kurdischen Milizen nach tagelangen Kämpfen auf eine Waffenruhe geeinigt. Das Abkommen sieht vor, dass sich die kurdische SDF-Miliz auf das Gebiet östlich des Flusses Euphrat zurückzieht, wie das syrische Präsidialamt mitteilte.
Zudem werde die Regierung die militärische und administrative Kontrolle über die bisher von den Kurden verwalteten Provinzen Deir al-Sor und Rakka vollständig übernehmen. Auch die Kontrolle über alle Grenzübergänge sowie die Gas- und Ölfelder in der Region soll an die syrische Regierung übergeben werden. Die SDF-Einheiten sollen in das Verteidigungs- und das Innenministerium eingegliedert werden.

Treffen zwischen al-Scharaa und SDF-Anführer

Die SDF bestätigte am Abend den Rückzug. Al-Scharaa kündigte an, sich am Montag mit dem Abdi treffen zu wollen. Alle offenen Fragen würden geklärt, sagte al-Scharaa staatlichen Medien zufolge. Auch kurdische Medien berichteten von der Einigung.
Der US-Sondergesandte für Syrien, Tom Barrack, begrüßte die Waffenruhe. Er sprach von einem "entscheidenden Wendepunkt, bei dem frühere Gegenspieler ihre Zusammenarbeit über Spaltung" stellten.


Karte: Syrien mit dem Fluss Euphrat. Schraffur: von Kurden kontrollierte Gebiete laut ISW, Stand 17.1.2026

Armee weiter in Kurdengebiete vorgerückt

Zuvor war der Konflikt zwischen Damaskus und den SDF zunehmend eskaliert. Regierungstruppen brachten in den vergangenen Tagen strategisch wichtige Gebiete im Norden und Osten Syriens unter ihre Kontrolle, darunter zwei wichtige Ölfelder und einen Staudamm, wie Staatsmedien und Aktivisten berichteten. Beim Rückzug der SDF aus mehreren Gebieten kam es auch zu Gefechten.
Die syrische Armee gab an, sie habe in der nördlichen Stadt Tabka sowie am wichtigen Euphrat-Staudamm die Kontrolle übernommen - dem größten Staudamm des Landes, der entscheidend ist für die Wasser- und Stromversorgung.

Konflikt über Autonomie und Rohstoffe

Hintergrund der jüngsten Kämpfe in Syrien war vor allem ein Konflikt darüber, welches Maß an Autonomie die Kurden im selbstverwalteten Nordosten noch behalten und inwieweit die Machthaber in Damaskus eine Zentralregierung auch in diesem Teil des Landes durchsetzen können. Es geht auch um den Zugang zu Ressourcen sowie strategisch wichtigen Gebieten sowie die Frage, inwieweit SDF-Kämpfer in die staatliche Armee eingegliedert werden.
Bereits im März 2025 hatte sich die Übergangsregierung und die SDF auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Doch es kam immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen über die genauen Bedingungen.

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