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Riesiger Ärger um riesige Botschaft

Riesiger Ärger um riesige Botschaft
China will in London eine neue Botschaft bauen. Nicht irgendwo, sondern auf einem riesigen Areal mitten in der Innenstadt. Das sorgt für Protest - unter anderem von Menschen, die aus Hongkong geflohen sind. 

Der Royal Mint Court ist außergewöhnlich gelegen: Das Gebäude befindet sich mitten in London, die Straße hoch geht es auf die Tower-Bridge, ein Steinwurf entfernt befindet sich der Tower of London und auch der Finanzdistrikt ist gleich um die Ecke. Es handelt sich also um eine geradezu prestigeträchtige Immobilie.
Früher wurden hier Münzen geprägt - von 1809 bis 1967. Das Areal ist riesig: 20.000 Quadratmeter - im Untergeschoss allein soll es rund 200 Räume geben.


Protest am Wochenende gegen die Botschaftspläne in London.

Sorge vor Spionage

Und da geht es schon los: Das alles nur für gute Handelsbeziehungen, Konsularfragen, politische Vertretung und die übliche nachrichtendienstliche Tätigkeit?
"208 geheime Räume und eine versteckte Kammer nur wenige Meter neben den Telekommunikationsleitungen, die zur City of London führen", sagt Alicia Kearns, die innenpoltische Sprecherin der Konservativen.
Kearns weist im Unterhaus auf Pläne der Chinesen hin, die Wände zu den Kabeln zu öffnen. Dies seien aber Kabel, von denen die Wirtschaft - vor allem die Finanzindustrie - abhängig sei. Dieser Zugang gebe der kommunistischen Partei Chinas eine Startrampe für einen Wirtschaftskrieg gegen Großbritannien, befürchtet die Politikerin.

Aus Hongkong geflohen und jetzt mit Angst in London

Die Botschaft ist umstritten - um es Milde zu formulieren. Am Samstag demonstrierten Hunderte dagegen, dass die Regierung den Ausbau des Royal Mint Court zur Botschaft genehmigt. Eine Entscheidung soll in dieser Woche fallen. Dagegen wehren sich viele Politiker der Tories, die China viel stärker als Gefahr sehen. Zur Demo gekommen sind aber auch Dissidenten, beispielsweise Chloe Cheung. Die junge Frau ist aus Hongkong geflohen.
"Dieses riesige Gebäude ist für mich erschreckend, weil es auch deutlich macht, dass die jetzige britische Regierung die Beziehungen zu China und den Handel wichtiger findet als die Sicherheit der Menschen, die hier leben", sagt sie.
Großbritannien hat den Hongkongern Visa angeboten, um ins Vereinigte Königreich zu kommen. Und viele haben das angenommen, so auch Chloe Cheung. Die Demokratie-Aktivistin hat für ihre Befürchtung einen guten Grund: Auf ihren Kopf hat China eine Belohnung ausgesetzt - etwa 116.000 Euro. Cheung befürchtet, dass sie in London ergriffen und in die Botschaft gezerrt werden könnte.


Blick auf den Royal Mint Court in London. Hier will China seine Botschaft bauen.

Regierung will Botschaft wohl genehmigen

Doch all die Bedenken laufen möglicherweise ins Leere. Derzeit sieht es danach aus, als würde die britische Regierung die neue Botschaft genehmigen. Premier Keir Starmer will demnächst nach China reisen. Die Handelsbeziehungen sind wichtig: Das Vereinigte Königreich braucht Wirtschaftspartner, die Regierung hofft auf mehr Wachstum durch den Handel mit China. Das ist umso wichtiger, weil jetzt auch noch Zölle im Warenverkehr mit den USA drohen.

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