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Auftaktsieg! Deutschland trotzt Wespe und Österreichs "Anti-Handball"

Auftaktsieg! Deutschland trotzt Wespe und Österreichs "Anti-Handball"
Die deutsche Mannschaft hat einen erfolgreichen Auftakt in die Europameisterschaft gefeiert. Beim 30:27 (12:8)-Sieg über Österreich ließ sich das DHB-Team am Donnerstagabend weder vom Überzahlspiel des Gegners beirren, noch von einem "ungebetenen Gast". 

Eine "phänomenale Abwehr" attestierte Bundestrainer Alfred Gislason seinem Team bereits in der ersten Halbzeit und dazu hatte der Isländer auch allen Grund. Die Defensive um Kapitän Johannes Golla, Julian Köster und Debütant Tom Kiesler zermürbte den Gegner aus Österreich über weite Strecken der Partie und ebnete in der ersten Hälfte den Weg zum wichtigen Auftakterfolg. Das tempoarme Überzahlspiel der Österreicher stellte das DHB-Team nur phasenweise vor Herausforderungen.
"Ich habe gesagt, dieses Sieben gegen Sechs ist 'Anti-Handball', und ich wurde wieder bestätigt", sagte Deutschlands Torhüter Andreas Wolff nach dem Spiel am ARD Mikrofon. Seine Aussagen hatten vor der Partie für viel Gesprächsstoff gesorgt. Wolff avancierte mit zwölf Paraden und einem gehaltenen Siebenmeter kurz vor Ende zu einem der Matchwinner. Zum "Spieler des Spiels" gewählt wurde aber Kapitän Golla, der in gewohnter Manier die Abwehr verankerte und dazu vorne glänzte: Der Kreisläufer war mit sieben Toren bester deutscher Werfer, gab dazu drei Vorlagen. Bei Österreich traf Sebastian Frimmel neunmal.

Starke Defensive als Grundstein für deutschen Sieg

Ausbremsen ließ sich die deutsche Mannschaft weder vom "Anti-Handball", noch von einer Wespe in der eigenen Auszeit. "Die ist wohl aus dem Ally Pally rüber geflogen", witzelte Renars Uscins nach Spielende. Bei der Darts-WM im Alexandra Palace in London störte ebenfalls regelmäßig eine Wespe die Spieler.

Am Samstag trifft das deutsche Team im zweiten Gruppenspiel auf Serbien (20.30 Uhr, live im Ersten und auf sportschau.de). Bundestrainer Alfred Gislason sieht bis dahin noch Verbesserungspotenzial. "Die Abwehr macht mir sehr viel Spaß, darauf können wir bauen. Aber im Angriff müssen wir uns steigern." Offensichtlichstes Beispiel: Deutschland traf allein dreimal nicht das leere Tor, das Österreich ihnen durch die Herausnahme des Torwarts angeboten hatte. Gislason: "Wir hätten höher gewinnen müssen."

Deutsche Mannschaft startet mit EM-Debütant Kiesler

Vor 5820 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen erzielte Lukas Zerbe das erste EM-Tor der deutschen Mannschaft, per Siebenmeter (2.). Der Kieler begann die Partie genau wie EM-Neuling Kiesler, der neben Golla den deutschen Mittelblock bildete. Und der Mittelblock war es auch, der die Anfangsphase prägte. Österreich fand keine Lösungen gegen die deutsche Abwehr und traf in elf Minuten nur einmal. Zudem fand Andreas Wolff gut in die Begegnung und konnte sich früh mehrfach auszeichnen.


Starke Defensive des DHB-Teams: Johannes Golla und Renars Uscins gegen Lukas Hutecek
Gegen die Würfe von Rechtsaußen Jakob Nigg (TVB Stuttgart) war aber auch der Kieler chancenlos. Immer wieder spielten die Österreicher den Linkshänder im Sieben-gegen-Sechs geduldig frei und kamen damit in der 18. Minute zum 6:6-Ausgleich. Es war der von Wolff beschriebenen "Anti-Handball", den Österreich perfektionierte. So gut wie die Überzahl in Teilen funktionierte, konnte das deutsche Team das leere Tor des Gegners aber auch bestrafen - Golla nach Steal zum 8:6 (20.).

Weltklasse von der Bank: Bundestrainer bringt Knorr

Danach wechselte der Bundestrainer Regisseur Knorr ein, was sich umgehend auszahlte, weil es der deutschen Offensive frische Impulse brachte. Mit viel Zug zum Tor und seinem bekannten Unterarmwurf stellte der Mann von Aalborg Handball auf 10:7 (24.). Erneut keine Chance für Österreichs Schlussmann Constantin Möstl (TBV Lemgo Lippe), der das direkte Duell gegen Wolff bis dato knapp verlor.
Besser startete die zweite Hälfte für den österreichischen Schlussmann, nämlich mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Zerbe (35.). Doch eine frühe Aufholjagd entwickelte sich daraus nicht, weil sich das DHB-Team vorne auf einen durchsetzungsstarken Miro Schluroff verlassen konnte. Der Gummersbacher holte nicht nur eine Zeitstrafe gegen Lukas Herburger heraus, sondern traf auch zweimal binnen weniger Minuten zum 17:12 (39.).

Nach Kopftreffer: Späth muss Wolff zwischenzeitlich ersetzen

Dann gab es eine unfreiwillige Pause für Torhüter Wolff. Frimmel traf die deutsche Nummer eins unglücklich im Gesicht und musste folgerichtig zwei Minuten auf die Bank. Aber auch Wolff signalisierte sofort, dass es für ihn erstmal nicht weitergeht - Späth rückte in das deutsche Tor. Vorne zeigte sich die deutsche Mannschaft davon unbeeindruckt und kombinierte sich künstlerisch wertvoll zum 20:15 - per Kempa von Renars Uscins (43.).

In der Schlussphase nahm die Partie immer weiter an Fahrt und Tempo auf. Wo sich noch zuvor beide Mannschaften, aber vor allem die Österreicher, relativ viel Zeit für den Spielaufbau ließen, fielen jetzt sieben Treffer binnen drei Minuten. Für den Bundestrainer ein Grund, den lädierten Wolff zurück in das Spiel zu bringen und das zahlte sich aus. Der 34-Jährige parierte beim Stand von 28:25 (58.) den Siebenmeter gegen Frimmel und sicherte den so wichtigen ersten Sieg bei dieser Europameisterschaft.

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