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Was will Interimspräsidentin Rodríguez?

Was will Interimspräsidentin Rodríguez?
In Venezuela übernimmt Vizepräsidentin Rodríguez die Regierung, Zuspruch dafür kommt auch von US-Präsident Trump. Für ihn ist sie wegen ihrer Wirtschaftskontakte interessant - doch bisher stehen die Zeichen eher auf Konflikt. 

Nicht einmal 24 Stunden sind nach der Gefangennahme von Nicolás Maduro vergangen, da verkündet der Oberste Gerichtshof Venezuelas eine Entscheidung über die Nachfolge an der Regierungsspitze. "Delcy Eloina Rodríguez Gómez, Vizepräsidentin der Republik, wird angewiesen, alle Pflichten und Befugnisse zu übernehmen und auszuüben, die zum Amt des Präsidenten der Bolivarischen Republik Venezuela gehören", erklärt Gerichtspräsidentin Tania D’Amelio.
Vielen in Venezuela ist Rodríguez nur als Delcy bekannt. 1969 in Caracas geboren, Tochter des linksgerichteten Guerillakämpfers Jorge Antonio Rodríguez, Juristin und unnachgiebige Sozialistin. Seit rund 20 Jahren ist sie eine feste Größe in der venezolanischen Politik, manche halten Rodríguez für die mächtigste Frau des Landes.

Prägte den konfrontativen Kurs gegenüber der USA

Sie begann ihre politische Karriere unter Präsident Hugo Chavez. Rodríguez steht für den Chavismus, die Bolivarische Revolution ein. Also den Sozialismus des 21. Jahrhunderts, der unter anderem Patriotismus und Basisdemokratie in den Mittelpunkt stellt. Der aber auch autoritäre Züge hat und Venezuela schließlich wirtschaftlich in ernsthafte Probleme brachte.
Als Chavez 2013 starb, schaffte es Rodríguez in die Regierung des neuen Präsidenten Nicolas Maduro. Unter ihm wurde wird sie nicht nur Vizepräsidentin, sondern auch Finanz- und Ölministerin sowie Außenministerin. In dieser Rolle prägte Rodríguez den konfrontativen Kurs gegen die USA. Nachdem Venezuela aus dem Handelsverbund Mercosur ausgeschlossen wurde, versuchte sie sich gewaltsam Zutritt zu einem Gipfeltreffen in Argentinien zu verschaffen.

"Werden nie wieder eine Kolonie"

Nach dem US-Angriff auf Venezuela ist Rodríguez so etwas wie das Gesicht des Widerstandes. Sie sprach von einer barbarischen Attacke und machte klar, dass Venezuela die Gefangennahme Maduros nicht akzeptiere: "Wir fordern, dass Präsident Nicolas Maduro und seine Ehefrau sofort freigelassen werden. Der einzige Präsident von Venezuela ist Nicolas Maduro."
Im Interview mit venezolanischen Staatsmedien legte Rodríguez wenig später nach: Sie stehe fest hinter Maduro als Präsident. Die Politikerin widersprach damit Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach sie bereit sei, mit den USA zusammenzuarbeiten. "Wir werden nie wieder eine Kolonie, egal von welchem Imperium", sagte sie.
Rodríguez spielt darauf an, dass Venezuela fast 300 Jahre lang eine spanische Kolonie war - und auf Trumps Ankündigung, dass die USA nun die Kontrolle in Venezuela übernehmen würden. Wie eine solche US-Verwaltung konkret aussehen könnte, lässt Trump bisher offen.

Experte: Rodríguez "in ernsten Schwierigkeiten"

Für den politischen Analysten Pedro Medellín, Professor an der Nationalen Universität Kolumbiens, steht fest: Rodríguez tritt ein schwieriges Amt in Venezuela an, indem sie weiter für den Chavismus und die Bolivarische Revolution eintritt. "Um es ganz klar zu sagen: Diese Dame ist in ernsten Schwierigkeiten", sagt er. "Ihre Regierungskollegen glauben, dass sie die Bolivarische Revolution rettet. Rodriguez balanciert auf einer Rasierklinge, und zwar barfuß. Das ist eine sehr ernste Angelegenheit."
Rodríguez gilt bis heute als Schlüsselfigur in der venezolanischen Wirtschaftspolitik und hat großen Einfluss auf den geschwächten Privatsektor des Landes. Genau das macht sie für Trump interessant. Doch bisher stehen die Zeichen zwischen den beiden eher auf Konflikt.

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