Corona-Impfung abgelehnt: Altenpflegerin landete auf Intensivstation
NÜRNBERG - Eine Woche in Intensivtherapie, weitere Tage auf Normalstationen: Was es bedeutet, schwer an Covid-19 zu erkranken, weiß Barbara Meier jetzt ganz genau. Aber die schlimmen Erfahrungen hätten der Altenpflegerin erspart bleiben können - wenn sie sich bloß hätte impfen lassen. Die Chance dazu hatte die 60-Jährige, ließ sie aber aus Scheu und Skepsis ungenutzt verstreichen. Wir erreichten sie über ihr Smartphone am Krankenbett.
Guten Tag, Frau Meier. Schön, mit Ihnen wenigstens sprechen zu können - ein Besuch ist ja nicht möglich. Wie geht es Ihnen?
Barbara Meier: Es geht bergauf, danke! Ich bin inzwischen zurück auf einer Normalstation, kann mich wieder bewegen und schmecke auch wieder etwas, das Essen ist gut. Geblieben ist noch der Hustenreiz, an der Nase habe ich noch Schmerzen von den Schläuchen, und es laufen noch Untersuchungen. Insgesamt habe ich wohl noch Glück gehabt.
Wann ich wieder nach Hause kann, ist noch offen. Vielleicht schließt sich noch eine Reha an. Ich hoffe aber, dass alles gut wird. Und ich will ja auch so schnell wie möglich wieder arbeiten. Denn ich liebe meinen Beruf. Schon immer, denn man lernt soviel von den älteren Menschen, erfährt soviel Vertrauen und kann wirklich helfen.
Sie sind als Pflege- und Betreuungskraft in einem privaten Altenheim beschäftigt. Haben Sie sich tatsächlich dort infiziert?
Ganz genau lässt sich das ja nicht feststellen, es kann ja fast überall passieren. Aber ich nehme es an. Zum Beispiel war ich an einer internen Verlegung eines Bewohners beteiligt, der positiv getestet war. Allerdings habe ich stets Schutzkleidung mit FFP-2-Maske und Handschuhen getragen. Ich bin da eigentlich penibel und hatte mir nicht vorstellen können, dass es auch mich treffen könnte.
Wollten Sie sich auch deshalb nicht impfen lassen? Die mobilen Teams waren ja im Januar auch in Ihrer Einrichtung.
Einerseits, ich fühlte mich gesund und habe sogar Doppelschichten übernommen, als andere ausfielen. Denn natürlich gab es auch in meinem Heim Infektionsfälle. Vor allem war ich doch skeptisch gegenüber dem nagelneuen Impfstoff. Man hatte ja soviel gehört, auch Verwandte und Bekannte meinten, sie wollten lieber etwas abwarten. Jetzt bereue ich das natürlich, ich dumme Nudel.
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