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Beendet Trump den Iran-Krieg im Alleingang?

Beendet Trump den Iran-Krieg im Alleingang?
Wenn es nach US-Präsident Trump geht, wird der Iran-Krieg nicht mehr lange dauern. Ein Regimewechsel sei erreicht und um die Straße von Hormus sollten sich andere kümmern. Am Abend will er eine Rede an die Nation halten. 

Es ist Woche fünf des Krieges gegen Iran und den US-Amerikanern fällt es weiterhin schwer, den Kurs ihres Präsidenten klar zu erkennen. In den USA haben die Benzinpreise im Landesschnitt nun die Marke von vier Dollar pro Gallone gerissen, umgerechnet 0,92 Euro pro Liter - eine symbolisch wichtige Marke.
Im Oval Office fragte eine Journalistin Donald Trump am Dienstagabend, wie man den Benzinpreis wieder senken könne. Die Antwort des Präsidenten: Dazu müsse man nur aus dem Iran rausgehen, was "sehr bald" passieren werde - und dann, so Trump, würden die Benzinpreise wieder zusammenbrechen. "Ich denke, zwei oder drei Wochen, dann gehen wir raus", fügte der Präsident kurz darauf hinzu.
Eine unerwartete Aussage - hatte doch das Wall Street Journal erst kurz zuvor unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, ein weiterer Flugzeugträger habe sich auf den Weg in den Nahen Osten gemacht. Dort sind bereits zwei solcher Kriegsschiffe im Einsatz.

Und wieder spricht Trump von "Regimewechsel"

Erneut betonte Trump aber nun, dass man bereits einen "regime change" - einen Regimewechsel - in Iran erzielt habe: "Wir mussten einen kleinen Umweg nehmen, denn es gab einen Geistesgestörten (...), der leider nicht mehr unter uns weilt", sagte der Präsident und nannte anstelle des getöteten Ayatollah Ali Chamenei fälschlicherweise dessen Vorgänger Khomeini. "Wir hatten also schon einen 'regime change'. Wir haben das erste Regime gestürzt, dann das zweite. Jetzt haben wir eine Gruppe von Leuten, die ganz anders sind. Sie sind viel vernünftiger."
John Bolton, der früher als Trumps Nationaler Sicherheitsberater diente, glaubt, es sei Absicht, dass Trump immer wieder sagt, die USA hätten einen "regime change" erzielt. "Trump sucht nach einem Ausweg, und das ist seine Art, einen Sieg zu verkünden, ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Fakten", sagte er im Sender NPR. "Es hat keinen 'regime change' gegeben, und es gibt ihn erst, wenn die Ajatollahs und die Revolutionsgarde hinweggefegt wurden."

Keine Rücksicht auf Straße von Hormus

Wie er sich die verbleibenden Kriegstage vorstellt - auch dazu äußerte sich Trump erneut widersprüchlich: "Wir wollen alles zerstören, was sie haben. Es ist aber möglich, dass wir vorher einen Deal schließen." Wenn dies passiere, wäre das gut. "Aber es spielt keine Rolle, ob sie kommen oder nicht."
Ebenfalls keine Rolle spielt es aus Sicht des Präsidenten offenbar, ob die Straße von Hormus wieder frei für die Schifffahrt ist, wenn die USA ihre Angriffe auf Iran einstellen. "Damit haben wir nichts zu tun", sagte er in Bezug auf die Meerenge. Länder wie China würden durchfahren, ihre Schiffe befüllen und wieder abfahren und sich selbst darum kümmern. "Für uns gibt es keinen Grund, das zu machen."
Gut möglich also, dass Trump vorhat, den Krieg im Alleingang zu beenden. Die US-Truppen würden dann wohl einfach das Feuer einstellen und den Rückwärtsgang einlegen - unabhängig davon, wie es um die Straße von Hormus steht. Das Weiße Haus kündigte jedenfalls noch für Mittwochabend Ortszeit eine Rede Trumps an die Nation an, in der es um die Lage in Nahost gehen soll.

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