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Hauchdünne Eiskunstlauf-Entscheidung: US-Star Liu wird Olympiasiegerin

Hauchdünne Eiskunstlauf-Entscheidung: US-Star Liu wird Olympiasiegerin
Weltmeisterin Alysa Liu hat in einem hochklassigen Eiskunstlauf-Finale die Goldmedaille gewonnen. Die als Dritte in die Kür gegangene US-Amerikanerin überholte noch zwei Japanerinnen und krönte ihr Comeback mit dem Olympiasieg. 

Nach dem Kurzprogramm hatte sich ein Dreikampf um die Goldmedaille beim Eiskunstlaufen der Frauen abgezeichnet: Die beiden Japanerinnen Ami Nakai und Kaori Sakamoto und die Weltmeisterin Alysa Liu aus den USA lagen vor der abschließenden Kür innerhalb von 2,2 Punkten. Und es entwickelte sich ein spannender Eiskunstlauf-Abend, bei dem am Ende Alysa Liu die zwei Japanerinnen noch überholte und Olympiasiegerin wurde (226,79 Punkte). Silber ging an Sakamoto (224,90), die nach der Saison ihre Karriere beenden wird. Bronze feierte bei ihrer Olympia-Premiere die 17-jährige Nakai (219,16).

US-Läuferin Glenn setzt Spitzengruppe unter Druck

Bereits in den ersten Starterinnen-Gruppen war das läuferische Niveau sehr hoch, im Laufe des Abends steigerten zahlreiche Läuferinnen ihre Saison- oder auch persönlichen Bestleistungen. Zu ihnen gehörte auch US-Eislaufstar Amber Glenn. Die 26-Jährige war eine Medaillenfavoritin, patzte im Kurzprogramm aber an einem Sprung, den sie nur zweifach statt dreifach auf das Eis brachte. Unter Tränen beendete sie das Kurzprogramm nur auf Platz 13.
Fast zehn Punkte Rückstand auf eine Medaille hatte Glenn, bevor sie in die vier Minuten ihrer Kür ging. Dort legte sie alles rein, stand gleich zu Beginn einen blitzsauberen Dreifach-Axel und war bis auf einen Fehler beim Rittberger auf Kurs. Belohnt wurde sie mit insgesamt 214,91 Punkten, auch das Saisonbestleistung. Damit baute sie Druck auf die noch kommenden Läuferinnen auf - große Fehler durften diese sich nicht erlauben.

Liu bringt die Halle zum Tanzen

Zwar zeigten viele der folgenden Läuferinnen gute bis sehr gute Leistungen - aber allein der saubere Dreifach-Axel brachte Glenn so viele Punkte, dass sie Platz um Platz aufrückte. Bis zur Japanerin Mone Chiba, die als Vierte das Kurzprogramm beendet hatte und Glenn verdrängte. Am Ende verbesserte sich Amber Glenn auf den fünften Platz.
Glenns Landsfrau Liu setzte noch einen drauf, zu den Disco-Klängen von Donna Summers zauberte sie eine funky, gar mitreißende Vorstellung auf das Eis. Das Publikum in der Milano Ice Skating Arena jubelte der 20-Jährigen, die ihre Karriere zwischenzeitlich schon mal beendet und erst vor zwei Jahren ihr Comeback gefeiert hatte, zu.


Nakai kann Liu nicht kontern

An der nach ihr folgenden Japanerin Sakamoto zog Liu mit ihrer fehlerfreien Kür schon vorbei, da 25-Jährige eine Sprung-Kombination zu wenig zeigte und ihr Vorsprung vor Liu nicht groß genug war. Die Amerikanerin hatte schon Silber sicher, die Entscheidung lag bei der 17-jährigen Nakai. Zum Song "What a wonderful world" glitt sie butterweich über das Eis, stand einen Dreifach-Axel und machte es spannend. Für ihre Leistung gaben ihr die Juroren eine Wertung von 140,45 - nur die neuntbeste Kür des Abends, die nicht für Liu und auch nicht für Sakamoto reichte. Somit war Liu Olympiasiegerin - sie ist die erste amerikanische Eiskunstlauf-Olympiasiegerin bei den Frauen seit Sarah Hughes 2002 in Salt Lake City.

Für Rumänien startende Sauter wird 17.

Eine deutsche Starterin nahm nicht an der Einzelentscheidung der Frauen teil - zumindest nicht für Deutschland. Denn die Ravensburgerin Julia Sauter, die für Rumänien antritt, hatte sich bei ihrer Olympia-Premiere als 16. ebenfalls für die Kür qualifiziert. Als Jugendliche sah Sauter bei der Deutschen Eislauf-Union (DEU) wenig Karrierechancen und wechselte auf Anraten eines Trainers den Verband. Im vergangenen Jahr erhielt Sauter die für Olympia notwendige rumänische Staatsbürgerschaft und trug bei der Eröffnungsfeier in Italien die rumänische Fahne.


Und die 28-Jährige zeigte auch in der Kür ein sehr sauberes Programm. Die Sprungelemente setzte sie fehlerfrei auf das Eis in der Mailänder Arena, dazu passten Ausdruck und Choreographie so gut zusammen, dass sie von den Juroren 127,8 Punkte für die Kür erhielt. Das machte in Summe 190,93 Punkte - persönliche Bestleistung und am Ende Rang 17 für die Rumänin, da sie noch von der Italienerin Lara Naki Gutmann um einen Platz verdrängt wurde. Trotzdem ein wirklich zufriedenstellendes Ergebnis für Sauter bei ihrer Premiere.

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