Parallel zu neuen Verhandlungen mit den USA hat der Iran angekündigt, Teile einer für den Ölhandel wichtigen Meerenge zu sperren. Grund sei ein Manöver der Revolutionsgarde. Religionsführer Chamenei droht derweil den USA.
Der Iran schließt die Straße von Hormus während eines Militärmanövers teilweise. Teile der strategisch wichtigen Wasserstraße würden aus "Sicherheitsgründen" gesperrt, berichtete das iranische Staatsfernsehen. Grund seien Manöver der Revolutionsgarde. Zuvor hatte die Revolutionsgardee als Teil der Manöver Raketen auf Ziele im Meer gefeuert, wie Aufnahmen im Staatsfernsehen zeigten Bei der Militärübung seien auch Schnellboote mit Raketenwerfern im Einsatz, heißt es in einer Mitteilung der Revolutionsgarde. "Die Raketen trafen ihre Ziele in der Straße von Hormus aus dem Landesinneren, von den Küsten und von den iranischen Inseln im Persischen Golf." Über die Dauer der Sperrung der Wasserstraße wurde nichts Genaues mitgeteilt. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars soll die diese "mehrere Stunden" andauern.
Teil der wichtigsten Route für Öltanker
Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman. Sie ist Teil der weltweit wichtigsten Route für Öltanker, die große Öl fördernde Staaten wie Saudi-Arabien, Iran, Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer verbindet. Durch das Gewässer wird knapp ein Drittel des weltweit verschifften Öls transportiert. Teile der Meerenge sind iranisches Hoheitsgebiet.
Knapp ein Drittel des weltweit verschifften Öls wird durch die Straße von Hormus transportiert. Iranische Offiziere hatten im Konflikt mit den USA in der Vergangenheit damit gedroht, sie jederzeit blockieren zu können. Die USA wiederum hatten den Iran bereits Ende Januar vor Provokationen bei einem angekündigten Militärmanöver in der Meerenge gewarnt. Die Marine der Revolutionsgarde hatte ihr aktuelles Manöver einen Tag vor der heutigen neuen Gesprächsrunde in Genf angekündigt. Vertreter aus Washington und Teheran verhandeln aktuell über Irans umstrittenes Atomprogramm. Die Gespräche in Genf finden vor dem Hintergrund einer militärischen Drohkulisse der Vereinigten Staaten statt.
Chamenei droht US-Flugzeugträgern
Im Januar ließ Irans Staatsapparat Massenproteste im eigenen Land brutal niederschlagen. US-Präsident Donald Trump drohte der iranischen Führung daraufhin mit einem Eingreifen und ließ die Militärpräsenz rund um den Iran verstärken. Inzwischen haben die USA einen zweiten Flugzeugträger in die Region entsandt. Irans oberster Führer und geistliches Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei zeigte sich unerschrocken angesichts der US-Drohungen. "Gefährlicher als ein Flugzeugträger ist die Waffe, die ihn auf den Meeresgrund schicken kann", sagte Chamenei, der in allen strategischen Belangen das letzte Wort hat.
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