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Deutschland erkennt Südseeinsel Niue als Staat an

Deutschland erkennt Südseeinsel Niue als Staat an
Sie ist so groß wie Bielefeld, hat aber viel weniger Einwohner: Gerade mal rund 1.500 Menschen leben auf der Südseeinsel Niue. Deutschland hat Niue nun als eigenen Staat anerkannt - und will damit ein Zeichen setzen. 

Deutschland erkennt die kleine Südseeinsel Niue als eigenen Staat an. Das Bundeskabinett beschloss die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Der Schritt sei ein Signal für eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem sogenannten blauen Kontinent, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius vor Journalisten.
Die pazifischen Inselstaaten und deren Regionalorganisation, das "Pacific Islands Forum", seien etwa beim Thema Klimaschutz enge Partner. "Wir möchten die Zusammenarbeit mit ihnen festigen und vertiefen. Die völkerrechtliche Anerkennung von Niue und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen tragen dazu bei."



"Eine Welt für sich" - mitten im Pazifik

Niue liegt rund 4.500 km östlich der australischen Küste zwischen Fidschi und den Cookinseln und rund 2.400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland. Die Insel gehörte bis 1974 zu Neuseeland und ist heute enger Partner des Landes. Die etwa 1.500 Einwohner sind neuseeländische Staatsbürger. Niue ist mit rund 261 Quadratkilometern etwa so groß wie Bielefeld.

Die Insel ist kein Vollmitglied der Vereinten Nationen, sondern hat dort nur einen Beobachterstaus. Das Atoll hat sich aber zunehmend selbstständig gezeigt und unterhält mittlerweile diplomatische Beziehungen mit mehr als 25 Staaten.
Die Tourismusseite der Insel wirbt mit "einer Welt für sich" ohne Menschenmassen, Ampeln und Schlangestehen sowie mit "atemberaubenden Landschaften", "herzlicher Gastfreundschaft" und "kristallklarem Wasser".

China baut Einfluss in Pazifikregion aus

In den vergangenen Jahren hat Deutschland sein Engagement für die pazifischen Inselstaaten verstärkt. Ein Grund ist, dass China seinen Einfluss in der Region massiv ausbaut. Die Inseln verfügen über große ausschließliche Wirtschaftszonen - dort haben sie exklusive Nutzungsrechte. Einige Pazifikinseln haben Verträge mit China über die Nutzung von Rohstoffen am Meeresgrund geschlossen.

Keine deutsche Botschaft auf Niue

Die förmliche Anerkennung und die Erklärung zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen würden durch ein Schreiben des Bundespräsidenten und den Austausch sogenannter Verbalnoten erfolgen, hieß es.
Eine Botschaft auf der Insel ist übrigens nicht geplant. Zuständig sein solle die deutsche Vertretung in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes.

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