Überhöhte Immunreaktion: Warum Junge und Gesunde auch an Covid-19 sterben können
Laut dem Epidemiologen Zoran Radovanovic können auch Menschen, die nicht zur Risikogruppe gehören, dem Coronavirus zum Opfer fallen. Der Grund dafür könnte eine inadäquate Reaktion des Immunsystems sein.
Wie bei jeder Grippe bzw. jeder anderen bakteriellen oder Virus-Infektion könnten die Folgen des neuartigen Coronavirus fatal für jeden Menschen sein, selbst wenn er jung und gesund ist, wie der Experte ausführt. Zum Glück ist diese Wahrscheinlichkeit nicht besonders hoch – Todesfälle unter solchen Patienten kommen nicht so häufig vor.
Der Experte erinnerte an die Todesrate bei SARS im Jahr 2003 (rund neun Prozent, bei Älteren fast 50 Prozent – Anm.d.Red.) und betonte, dass manchmal ein einziges Virus genügt, um zum Tod bei einem gesunden Menschen zu führen.
„Wenn der Mensch zudem andere Erkrankungen hat, ist das Risiko des Todes höher. Die Prognose ist schlechter für Menschen mit Begleiterkrankungen. Das betrifft vor allem Atemwegserkrankungen, chronisch obstruktive Lungenkrankheit, Asthma und chronische Bronchitis sowie Herzkrankheiten, weil das Virus eine zusätzliche Belastung für das Herz bedeutet. Es stellte sich heraus, dass Übergewicht ebenso wie Diabetes auch ein Risikofaktor sind“, so der Gesprächspartner.
Radovanovic zufolge heißt die überhöhte Reaktion der Immunität „Zytokin-Sturm“ – die von Leukozyten produzierten Produkte häufen sich an und verursachen körperliche Schäden, weil das Immunsystem zu aktiv reagiert.
Wie gesunde Menschen mit positivem Covid-19-Test behandelt werden
Laut dem Epidemiologen sollten positiv getestete Menschen, die nicht an chronische Erkrankungen leiden und nicht zur Gruppe der Älteren gehören, ins Krankenhaus gebracht und ihr Gesundheitszustand aufmerksam verfolgt werden.
„Wir haben keine Arzneimittel gegen das Coronavirus. Wie überall in der Welt werden Infizierten Medikamente bei Verschlechterung des Zustandes gegeben. Wir warten und reagieren bei Bedarf – das nennt sich Behandlung der Symptome. Die Medikamente werden gemäß den Symptomen festgelegt – bei Kopfschmerzen wird Arzneimittel gegen Kopfschmerzen genommen, bei Fieber temperatursenkende Mittel. Doch ich persönlich meine, dass eine hohe Temperatur lieber nicht künstlich gesenkt werden sollte, obwohl es dem Menschen ja dabei schlecht geht, dem Virus geht es bei hoher Temperatur jedoch noch schlechter“, so Radovanovic.
Beim Kampf gegen Covid-19 kann im Unterschied zu Erkrankungen, die durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wurden, nicht zu Antibiotika gegriffen werden. Es laufen Experimente mit der Anwendung von Mitteln zur Behandlung anderer Viren – HIV, Hepatitis C; auch Mittel gegen Malaria, deren Erreger kein Virus bzw. Bakterium, sondern ein Parasit ist.
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