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Kenianer Sawe bricht Zwei-Stunden-Schallmauer

Kenianer Sawe bricht Zwei-Stunden-Schallmauer
Der London-Marathon 2026 geht in die Sport-Weltgeschichte ein. Gleich zwei Läufer bleiben unter zwei Stunden - und selbst der Dritte ist historisch schnell. 

Eigentlich gilt die Strecke in Englands Hauptstadt gar nicht als besonders gut geeignet für Rekordversuche, aber die Bedingungen am Sonntag haben den Läufern offenbar Flügel verliehen. Es gibt einen neuen Marathon-König. Er heißt Sabastian Sawe, ist laut Leichtathletik-Weltverband 31 Jahre alt, andere Quellen schreiben: 29 Jahre. Sicher ist: Sawe kommt aus der Marathon-Hochburg Kenia.
Seine Fabel-Weltrekordzeit: 1:59:30 Stunden. Das ist satte 65 Sekunden schneller als der bisherige Weltrekord, aufgestellt von Sawes Landsmann Kelvin Kiptum 2023 in Chicago.

Sawe unterbietet selbst Kipchoges Labor-Rekord

Das Verrückte: Sawe war sogar noch schneller als Eliud Kipchoge bei dessen inoffiziellem Rekord unter Laborbedingungen. Der Kenianer war am 12. Oktober 2019 in Wien zu einem Show-Lauf angetreten, der einzig zum Ziel hatte, die Zwei-Stunden-Marke zu unterbieten.


Sabastian Sawe
Mit zusätzlichen und wechselnden Schrittmachern und technischen Hilfsmitteln schaffte Kipchoge die Strecke in 1:59:40 Stunden. Sawe war nun noch zehn Sekunden schneller.

Rasantes Duell mit Kejelcha

Sawe steht jetzt im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit, er begibt sich auf eine Ebene etwa mit US-Sprinter Jim Hines, der als erster 100-Meter-Läufer unter 10 Sekunden geblieben war.
Für Yomif Kejelcha bleibt dagegen nur eine Nebenrolle, dabei hat der Äthiopier bei seinem Marathon-Debüt die Zwei-Stunden-Marke in London ebenfalls deutlich unterboten.


Lange liefen Sawe und Kejelcha in einer größeren Spitzengruppe, setzten sich dann ab. In der Schlussphase entschied Sawe das packende Duell für sich. Er erreichte das Ziel elf Sekunden früher und stellte damit Kejelchas Superzeit von 1:59:41 Stunden in den Schatten.

Kiplimo in Weltrekordzeit auf Platz drei

Selbst der Drittplatzierte lief historisch schnell. Jacob Kiplimo aus Uganda blieb in 2:00:28 Stunden 7 Sekunden unter dem bisherigen Weltrekord. Amanal Petros hatte sich ebenfalls einen Rekord vorgenommen, der Vizeweltmeister von Tokio verpasste als 15. aber in 2:08:31 Stunden eine neue deutsche Bestzeit um mehr als vier Minuten.

Die Entwicklung der Weltrekordzeiten

Die Zwei-Stunden-Schallmauer galt lange als kaum erreichbar, noch 2007 war der offizielle Marathon-Weltrekord fast fünf Minuten langsamer. Kipchoge kam 2018 in Berlin dann ein großes Stück näher (2:01:39 Stunden), Kiptum war 2023 in Chicago in Sichtweite.
Ihm blieb es auf tragische Weise verwehrt, seine Zeit weiter zu unterbieten. Kiptum kam nur wenige Monate nach seinem Rekordlauf bei einem Autounfall in seiner Heimat ums Leben.
Offizielle Marathon-Weltrekorde
Zeit (h)NameDatumOrt
02:04:55Paul Tergat28.09.2003Berlin
02:04:26Haile Gebrselassie30.09.2007Berlin
02:03:59Haile Gebrselassie28.09.2008Berlin
02:03:38Patrick Makau25.09.2011Berlin
02:03:23Wilson Kipsang29.09.2013Berlin
02:02:57Dennis Kimetto28.09.2014Berlin
02:01:39Eliud Kipchoge16.09.2018Berlin
02:01:09Eliud Kipchoge25.09.2022Berlin
02:00:35Kelvin Kiptum08.10.2023Chicago
01:59:30Sabastian Sawe26.04.2026London

Durchschnittstempo von 21,2 km/h

Sawe war es nun vergönnt, die Schallmauer zu durchbrechen. Er brauchte für jeden Kilometer etwa 2:49 Minuten und hatte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 21,2 Kilometern pro Stunde.
"Als ich die Zeit sah, war ich total begeistert", sagte der Titelverteidiger: "Ich möchte mich beim Publikum bedanken, es hat mir sehr geholfen. Was ich heute erreicht habe, ist nicht nur mein Verdienst, sondern der Verdienst von uns allen hier in London."

Sabastian Sawe: Vom Crosslauf zum Marathon

Mit Marathon hatte Sawe lange nichts zu tun. 2023 wurde er noch Weltmeister im Halbmarathon und Team-Weltmeister im Crosslauf. Erst im Dezember 2024 gab er sein Marathondebüt und lief in Valencia direkt als Erster durchs Ziel.


Sabastian Sawe gewinnt 2023 den Berlin-Halbmarathon
Seitdem mischt er die Szene auf, siegte 2025 in London und in Berlin. Jetzt am Sonntag in London bestritt er zwar erst seinen fünften großen Marathonwettkampf, gehörte aber zu den Favoriten.

"Ein Biest" und "ein Ausnahmetalent"

Agent Eric Lilot beschrieb Sawe im "Guardian" als sehr zurückhaltend. "Er ist so ruhig. Aber wenn er die Straße betritt, ist er ein Biest."
Sein Trainer Claudio Berardelli sah schon vor dem Weltrekordlauf großes Potenzial. "Ich bin seit mehr als 20 Jahren als Trainer in Kenia tätig. Als ich anfing, mit Sabastian zu arbeiten, wurde mir sofort klar, dass er nicht nur ein guter Athlet ist und einer der besten kenianischen Läufer ist. Zumindest nach meiner Erfahrung ist er ein ganz besonderer Mensch. Ein Ausnahmetalent."

Kenia in Sachen Doping ein Hoch-Risiko-Land

Die unglaublichen Zeiten werfen auch Fragen auf, zumal die unabhängige Integritätskommission (AIU) des Leichtathletik-Weltverbandes für Kenia ein "extrem hohes" Dopingrisiko angibt. Anfang März gab Kenias nationale Anti-Doping-Agentur bekannt, dass sie 27 Athletinnen und Athleten vorläufig suspendiert hat.
Dazu gehörte auch Rita Jeptoo, eine frühere Siegerin der Marathons in Boston und Chicago. Die AIU suspendierte seit 2017 mehr als 140 kenianische Leichtathletinnen und -athleten - mehr als aus jedem anderen Land.

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