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Militärausgaben das elfte Jahr in Folge gestiegen

Militärausgaben das elfte Jahr in Folge gestiegen
Die weltweiten Militärausgaben haben im vergangenen Jahr laut einem Bericht einen neuen Höchststand erreicht - zum elften Mal in Folge. Gegen den Trend ging es ausgerechnet in den USA - zumindest vorübergehend. 

Das Jahr 2025 war geprägt von Kriegen, geopolitischen Umbrüchen und Unsicherheit. Als Reaktion haben viele Länder auf der Welt weiter aufgerüstet, zeigen aktuelle Zahlen. Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI hat die weltweiten Militärausgaben zusammengerechnet.
Rund 2,9 Billionen US-Dollar (knapp 2,5 Billionen Euro) haben die Staaten im vergangenen Jahr für Verteidigung ausgegeben, sagt der SIPRI-Forscher Lorenzo Scarazzato. Das sei ein neuer Höchststand - und das elfte Jahr in Folge mit einem Anstieg. Die Ausgaben konzentrieren sich jedoch auf wenige Länder, so Scarazzato. "Die USA, China und Russland standen für gut 50 Prozent der weltweiten Militärausgaben."


Die USA haben gespart

Der Anstieg ist insgesamt allerdings weniger stark ausgefallen als in den Jahren zuvor - und das liegt ausgerechnet an den USA. Die Vereinigten Staaten lagen im weltweiten Vergleich zwar weiterhin auf Platz eins. Allerdings gingen hier die Ausgaben 2025 entgegen dem Trend zurück - vor allem, weil keine neuen Militärhilfen für die Ukraine bewilligt wurden.
Unter anderem deshalb stiegen die Ausgaben in Europa weiter kräftig an - um insgesamt 14 Prozent. Die Ukraine selbst investierte laut dem Bericht rund 40 Prozent ihres gesamten Bruttoinlandsprodukts in die Verteidigung. Und auch die europäischen Partner haben nach dem Wegfall von US-Hilfen ihre Unterstützung für die Ukraine verstärkt.
Außerdem haben die Länder mehr in das eigene Militär investiert. Deutschland etwa verzeichnete ein Plus von 24 Prozent. Das habe zum einen an der wahrgenommenen Bedrohung durch Russland gelegen, so Scarazzato - und zum anderen am zunehmenden Desinteresse der USA an der NATO. "Wie viele andere NATO-Verbündete spürt Deutschland den Druck, für seine eigene Verteidigung, seine eigene Sicherheit und sein eigenes Militär zu sorgen." Im Ranking der Länder belegt die Bundesrepublik weiterhin Platz vier.

"2026 scheint nicht weniger Krieg zu bringen"

Die weltweite Aufrüstung dürfte sich in den kommenden Jahren weiter fortsetzen, erwarten die SIPRI-Friedensforscher. Auch das Minus in den USA werde unter US-Präsident Trump nicht von Dauer sein. "Ganz im Gegenteil", sagt Scarazzato.
"Wir sehen bereits Anzeichen, die auf wieder steigende Militärausgaben hindeuten." Es gebe den Krieg mit Iran, der immer noch andauere. Und im Haushaltsantrag für 2027 würden bis zu 1,5 Billionen US-Dollar für das Militär gefordert.
Außerdem hätten sich die NATO-Mitgliedsländer im vergangenen Jahr verpflichtet, in den 2030er Jahren fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die Verteidigung zu investieren, erinnert der SIPRI-Forscher. "2026 scheint nicht weniger Krieg zu bringen als 2025. Die weltweiten Spannungen nehmen zu. Insgesamt deutet der Trend also zumindest kurzfristig auf einen weiteren Anstieg der Militärausgaben hin."
Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI veröffentlicht jedes Jahr Berichte zu den Militärausgaben, aber auch zum Waffenhandel und zur Rüstungsindustrie. Finanziert wird die unabhängige Forschungseinrichtung vor allem durch den schwedischen Staat.

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