Die EU ringt um ihren Nahost-Kurs
Die EU-Staats- und Regierungschefs setzen ihr Gipfeltreffen in Zypern fort. Heute stehen die Lage in Iran und die Konsequenzen für die EU im Mittelpunkt. Wird die EU Zugeständnisse an Teheran machen?
Die EU-Staaten ringen um den richtigen Kurs im Umgang mit dem Iran-Krieg und den deswegen stark gestiegenen Energiepreisen. Bei einem informellen Gipfeltreffen in Zypern berieten die Staats- und Regierungschefs bei einem Abendessen über mögliche Schritte zur Beruhigung der Lage.
Die Bundesregierung hatte zuvor mitgeteilt, sie sei bereit, mit ihren Partnern schrittweise Sanktionen gegen Iran zu lockern, wenn es zu einer umfassenden Übereinkunft zur Wiederfreigabe der Straße von Hormus kommen sollte.
Eine Lockerung von Sanktionen würde einem großen Zugeständnis gleichkommen, vor allem, da die EU ihre Strafmaßnahmen gegen Iran nach der brutalen Niederschlagung von Protesten Anfang des Jahres noch einmal verschärft hatte.
Dabei waren Schätzungen zufolge mehr als 17.000 Menschen getötet worden. Damals hatte Iran allerdings die Straße von Hormus noch nicht blockiert. Dieser Schritt erfolgte erst, nachdem die USA und Israel Ende Februar damit begonnen hatten, Ziele in Iran anzugreifen.
Bereits gestern ging es bei dem Gipfel auch um mögliche Maßnahmen, um die Energiekosten für Europas Verbraucher und Unternehmen zu senken, wie von der Leyen nach Ende der Beratungen in der Nacht bestätigte. Ihre Behörde hatte zuvor unter anderem vorgeschlagen, die Kraftstoffversorgung stärker zu koordinieren, um Flugausfälle zu vermeiden.
Der belgische Premierminister Bart De Wever sagte auf die Frage, ob die Europäische Kommission genug tue, um die Menschen vor hohen Energiepreisen zu schützen: "Sie tut, was sie kann - das ist vielleicht nicht genug, aber es ist das, was sie tun kann."
Möglich geworden waren sie dadurch, dass der scheidende ungarische Regierungschef Viktor Orban eine monatelange Blockade aufgegeben hatte. Orban nimmt nicht am Gipfel in dem Inselstaat im östlichen Mittelmeer teil.
Die Entscheidung über das milliardenschwere Luftkampfsystem, an dem sich neben Frankreich und Deutschland auch Spanien beteiligen will, ist bereits mehrfach verschoben worden. Die beteiligten Unternehmen Dassault (Frankreich), Airbus Deutschland und Indra (Spanien) sind sich über den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeugs bisher nicht einig geworden.
Ein zentraler Streitpunkt ist dabei, wie die ehrgeizigen Vorhaben der EU - etwa die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Ausbau der Verteidigungsfähigkeiten - finanziert werden können, während viele Mitgliedstaaten nach aufeinanderfolgenden Krisen finanziell unter Druck stehen.
Die EU-Staaten ringen um den richtigen Kurs im Umgang mit dem Iran-Krieg und den deswegen stark gestiegenen Energiepreisen. Bei einem informellen Gipfeltreffen in Zypern berieten die Staats- und Regierungschefs bei einem Abendessen über mögliche Schritte zur Beruhigung der Lage.
Die Bundesregierung hatte zuvor mitgeteilt, sie sei bereit, mit ihren Partnern schrittweise Sanktionen gegen Iran zu lockern, wenn es zu einer umfassenden Übereinkunft zur Wiederfreigabe der Straße von Hormus kommen sollte.
Staats- und Regierungschefs halten sich bedeckt
Dass Gas- und Öltanker derzeit wegen iranischer Gewaltandrohungen nicht ungehindert durch die Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel fahren können, ist einer der zentralen Gründe dafür, dass die Energiepreise weltweit stark gestiegen sind. Über den genauen Verlauf der EU-Beratungen im Küstenort Agia Napa ist derzeit noch nichts genaues bekannt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte im Anschluss lediglich, es sei ein gutes Treffen gewesen.Eine Lockerung von Sanktionen würde einem großen Zugeständnis gleichkommen, vor allem, da die EU ihre Strafmaßnahmen gegen Iran nach der brutalen Niederschlagung von Protesten Anfang des Jahres noch einmal verschärft hatte.
Dabei waren Schätzungen zufolge mehr als 17.000 Menschen getötet worden. Damals hatte Iran allerdings die Straße von Hormus noch nicht blockiert. Dieser Schritt erfolgte erst, nachdem die USA und Israel Ende Februar damit begonnen hatten, Ziele in Iran anzugreifen.
Iran-Krieg wieder im Fokus
Heute sollen die Gespräche zum Iran-Konflikt in der Hauptstadt Nikosia mit Vertretern aus der Region fortgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem die Präsidenten von Ägypten, Libanon und Syrien sowie Jordaniens Kronprinz.Bereits gestern ging es bei dem Gipfel auch um mögliche Maßnahmen, um die Energiekosten für Europas Verbraucher und Unternehmen zu senken, wie von der Leyen nach Ende der Beratungen in der Nacht bestätigte. Ihre Behörde hatte zuvor unter anderem vorgeschlagen, die Kraftstoffversorgung stärker zu koordinieren, um Flugausfälle zu vermeiden.
Der belgische Premierminister Bart De Wever sagte auf die Frage, ob die Europäische Kommission genug tue, um die Menschen vor hohen Energiepreisen zu schützen: "Sie tut, was sie kann - das ist vielleicht nicht genug, aber es ist das, was sie tun kann."
Beratungen mit Selenskyj
Vor den Gesprächen zum Iran-Krieg hatten die EU-Spitzen rund eine Stunde mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über den Abwehrkampf seines Landes gegen Russland beraten. Selenskyj begrüßte in Zypern die kurz zuvor in Brüssel erfolgten Beschlüsse für ein neues 90 Milliarden Euro schweres EU-Unterstützungsdarlehen und ein neues Paket mit Russland-Sanktionen.Möglich geworden waren sie dadurch, dass der scheidende ungarische Regierungschef Viktor Orban eine monatelange Blockade aufgegeben hatte. Orban nimmt nicht am Gipfel in dem Inselstaat im östlichen Mittelmeer teil.
Merz und Macron reden über Luftkampfsystem
Vor dem offiziellen Beginn des zweiten Gipfeltages will Bundeskanzler Friedrich Merz am Morgen mit dem französischen Präsidenten zu einem 30-minütigen Gespräch zusammenkommen. Dabei geht es vor allem um das vor dem Scheitern stehende Rüstungsprojekt FCAS.Die Entscheidung über das milliardenschwere Luftkampfsystem, an dem sich neben Frankreich und Deutschland auch Spanien beteiligen will, ist bereits mehrfach verschoben worden. Die beteiligten Unternehmen Dassault (Frankreich), Airbus Deutschland und Indra (Spanien) sind sich über den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeugs bisher nicht einig geworden.
Diskussionen über neuen EU-Haushalt
Anschließend geht es in großer Runde weiter mit Beratungen über den nächsten langfristigen Haushalt für die Jahre 2028 bis 2034.Ein zentraler Streitpunkt ist dabei, wie die ehrgeizigen Vorhaben der EU - etwa die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Ausbau der Verteidigungsfähigkeiten - finanziert werden können, während viele Mitgliedstaaten nach aufeinanderfolgenden Krisen finanziell unter Druck stehen.
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