Papst Leo XIV. als Mahner der Mächtigen
Elf Tage, vier Länder und ungewöhnlich klare Botschaften: Papst Leo XIV. hat seine Afrikareise für scharfe Kritik an politischen Eliten genutzt. Dabei zeichnet sich ab, welches "Papst-Profil" er international entwickeln will.
Bei einer Papstreise sind bestimmte Abläufe immer ähnlich: So findet in der Regel, wenn der Pontifex in einem Land ankommt, noch am Flughafen eine kleine Begrüßungszeremonie statt. Dann geht es weiter zum Sitz des jeweiligen Staatschefs für ein kurzes Gespräch unter vier Augen. Für die Gastgeber ist diese erste Stunde meist ein guter Moment für die eigene Selbstinszenierung: Jubelnde Menschen am Flughafen, Handshake mit dem Papst, schöne Bilder.
Was danach folgte, dürfte zumindest für die vier Präsidenten der aktuellen Reise weniger angenehm gewesen sein. Denn Papst Leo XIV. hat ihnen, salopp formuliert, ordentlich die Leviten gelesen. Die politischen Verantwortlichen eines Landes seien nicht dazu bestimmt, das Volk zu beherrschen, sondern ihm, dem Volk, und seiner Entwicklung zu dienen, mahnte Leo mit Blick auf die autoritäre Regierung in Algerien.
In Kamerun prangerte er unter anderem die grassierende Korruption an. Damit sich Frieden und Gerechtigkeit durchsetzen könnten, müssten die Ketten der Korruption gesprengt werden, die die Obrigkeit in Verruf bringen und ihr die Autorität nehmen, so das Oberhaupt der katholischen Kirche. Gewinnstreben dürfe nicht zum "Götzendienst" werden.
Neben Algerien und Kamerun besuchte der Pontifex auch Angola und Äquatorialguinea. Was alle vier Länder verbindet: Sie sind reich an Bodenschätzen wie Öl, Gas, Diamanten und Seltenen Erden. Die Profite teilt aber nur eine kleine Gruppe um die Staatsoberhäupter herum unter sich auf. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung gilt als arm. Auch das kritisierte Papst Leo jeweils scharf.
"Ich habe weder Angst vor der Trump-Regierung, noch davor, die Botschaft des Evangeliums laut zu verkünden", sagte der Papst kurz nach Beginn seiner Reise. Damit positioniert sich der Pontifex nicht nur gegenüber afrikanischen Regierungen, sondern auch im globalen politischen Diskurs.
Dabei zieht sich das Thema Frieden wie ein roter Faden durch sein gesamtes - noch eher junges - Pontifikat, angefangen mit seinen allerersten Worten als neu gewählter Papst vor etwa einem Jahr, als er den Gläubigen auf dem Petersplatz zurief: "Friede sei mit Euch allen!"
Was sich in den vergangenen Wochen verändert hat: Seine Aussagen wurden plötzlich international auch außerhalb kirchlicher Kreise wahrgenommen. Auch wenn er deutlich zurückhaltender auftritt, manches diplomatischer formuliert, ist er in der Sache klar.
Moralische Fragen würden in der Kirche oft zu stark auf Sexualität verengt. Wichtiger seien Themen wie Gerechtigkeit, Gleichberechtigung oder Religionsfreiheit. Auch das ist Teil von Leos Friedensmission: Den inneren Frieden in der Kirche wiederherstellen, die Balance zwischen konservativen und progressiven Kräften schaffen.
Bei einer Papstreise sind bestimmte Abläufe immer ähnlich: So findet in der Regel, wenn der Pontifex in einem Land ankommt, noch am Flughafen eine kleine Begrüßungszeremonie statt. Dann geht es weiter zum Sitz des jeweiligen Staatschefs für ein kurzes Gespräch unter vier Augen. Für die Gastgeber ist diese erste Stunde meist ein guter Moment für die eigene Selbstinszenierung: Jubelnde Menschen am Flughafen, Handshake mit dem Papst, schöne Bilder.
Was danach folgte, dürfte zumindest für die vier Präsidenten der aktuellen Reise weniger angenehm gewesen sein. Denn Papst Leo XIV. hat ihnen, salopp formuliert, ordentlich die Leviten gelesen. Die politischen Verantwortlichen eines Landes seien nicht dazu bestimmt, das Volk zu beherrschen, sondern ihm, dem Volk, und seiner Entwicklung zu dienen, mahnte Leo mit Blick auf die autoritäre Regierung in Algerien.
In Kamerun prangerte er unter anderem die grassierende Korruption an. Damit sich Frieden und Gerechtigkeit durchsetzen könnten, müssten die Ketten der Korruption gesprengt werden, die die Obrigkeit in Verruf bringen und ihr die Autorität nehmen, so das Oberhaupt der katholischen Kirche. Gewinnstreben dürfe nicht zum "Götzendienst" werden.
Neben Algerien und Kamerun besuchte der Pontifex auch Angola und Äquatorialguinea. Was alle vier Länder verbindet: Sie sind reich an Bodenschätzen wie Öl, Gas, Diamanten und Seltenen Erden. Die Profite teilt aber nur eine kleine Gruppe um die Staatsoberhäupter herum unter sich auf. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung gilt als arm. Auch das kritisierte Papst Leo jeweils scharf.
Konfrontation mit Donald Trump
Und dann war da noch das eine Thema, das vor allem den Anfang seiner Reise bestimmt hatte: Papst Leos Friedensappelle und die nicht minder deutliche Kritik an US-Präsident Donald Trump. Der ließ die Kritik erwartungsgemäß nicht auf sich sitzen - was wiederum den Papst kalt ließ."Ich habe weder Angst vor der Trump-Regierung, noch davor, die Botschaft des Evangeliums laut zu verkünden", sagte der Papst kurz nach Beginn seiner Reise. Damit positioniert sich der Pontifex nicht nur gegenüber afrikanischen Regierungen, sondern auch im globalen politischen Diskurs.
Frieden als Leitmotiv seines Pontifikats
Auf dieser Reise wurde Papst Leo zu einer mächtigen Stimme gegen die "wenigen Tyrannen", die die Welt zerstörten - wie er es bei seinem Besuch in Kamerun formuliert hatte. So wie sein Vorgänger Franziskus wohl als Papst in Erinnerung bleiben wollte, der sich besonders für die Schwachen, die Armen und diejenigen am Rande der Gesellschaft eingesetzt hat, scheint nun auch Leo sein Thema gefunden zu haben, sein Papst-Profil sozusagen.Dabei zieht sich das Thema Frieden wie ein roter Faden durch sein gesamtes - noch eher junges - Pontifikat, angefangen mit seinen allerersten Worten als neu gewählter Papst vor etwa einem Jahr, als er den Gläubigen auf dem Petersplatz zurief: "Friede sei mit Euch allen!"
Was sich in den vergangenen Wochen verändert hat: Seine Aussagen wurden plötzlich international auch außerhalb kirchlicher Kreise wahrgenommen. Auch wenn er deutlich zurückhaltender auftritt, manches diplomatischer formuliert, ist er in der Sache klar.
Kritik an Segnung homosexueller Paare
Anderes Thema: die Haltung des Vatikans zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hatte dies kürzlich in seiner Diözese offiziell erlaubt. Auf das Thema angesprochen sagte Leo auf dem Rückflug von Äquatorialguinea aber ziemlich deutlich: "Der Heilige Stuhl hat klargemacht, dass wir mit der formalisierten Segnung von Paaren - in diesem Fall homosexueller Paare oder Paare in irregulärer Situation - nicht einverstanden sind über das hinaus, was von Papst Franziskus erlaubt wurde, als er gesagt hat, dass alle den Segen erhalten können." Der Vatikan habe den deutschen Bischöfen bereits klargemacht, dass er die förmlichen Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren nicht billige.Moralische Fragen würden in der Kirche oft zu stark auf Sexualität verengt. Wichtiger seien Themen wie Gerechtigkeit, Gleichberechtigung oder Religionsfreiheit. Auch das ist Teil von Leos Friedensmission: Den inneren Frieden in der Kirche wiederherstellen, die Balance zwischen konservativen und progressiven Kräften schaffen.
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