Die riskanten Allianzen der Big-Tech-Konzerne
Amazon, Anthropic, Microsoft und Co. investieren gegenseitig Milliarden Dollar und treiben damit das KI-Rennen weiter an. Das schafft gefährliche Abhängigkeiten und Risiken für die Weltwirtschaft.
In der Branche für Künstliche Intelligenz (KI) klumpt sich was zusammen. Denn die Verflechtungen und gegenseitigen Beteiligungen unter den Tech-Firmen werden immer tiefer. Jüngstes Beispiel: der Online-Riese Amazon und der KI-Spezialist Anthropic. In einem ersten Schritt wird Amazon fünf Milliarden Dollar in den Entwickler des KI-Chatbots Claude stecken - in weiteren Schritten könnten es bis zu 20 Milliarden Dollar mehr werden.
Anthropic wiederum will in den nächsten Jahren bis zu 100 Milliarden Dollar für Halbleiter und Rechenleistung von Amazon ausgeben. Nur eines von vielen Beispielen aus der Branche: "Da ist die Beteiligung von Microsoft an OpenAI, also damit an ChatGPT. Wir sehen aber auch Google wiederum beteiligt an Anthropic und Nvidia, die sich an sehr vielen Unternehmen aus dem Bereich KI beteiligen, weil sie dahin ja auch gerne ihre Chips verkaufen wollen", sagt Stefan Riße von der Vermögensverwaltung Acatis.
Er sagt, diese Beteiligungen seien für die Unternehmen selbst strategisch sehr wichtig und auch klug. Denn es geht nicht nur um Geld und Anteile, sondern um Rechenleistung, Know-how und vor allem darum, sich gezielt im KI-Umfeld zu positionieren.
Und diese Entwicklung heizt auch die Gefahr von Monopolen an. Da geht es nicht nur um Preise, die dann einseitig festgelegt werden können - sondern um riesige Datenmengen in der Hand weniger - also Informationsmonopole.
Am Ende hängen ganze Volkswirtschaften an den KI-Hoffnungen, sagt Volkswirt Martin Lück, weil unwahrscheinlich viel in Hardware und Rechenzentren investiert werde. Dahinter stehen also gigantische Bauleistungen. "Da müssen Server rein, da müssen Leitungen und Kühlsysteme rein und vieles mehr." Das sei ein enormer Wachstumsimpuls für die Volkswirtschaft. "Und wenn sich diese Rechnung irgendwann mal als nicht tragfähig erweisen sollte, dann fällt das praktisch wie ein Soufflé in sich zusammen und das ist die größte Gefahr im Moment", so der Volkswirt.
Martin Lück hält dieses Risiko aktuell nicht für besonders hoch - trotzdem sagt er: "Wenn eine Neubewertung stattfindet, dann würden viele Investoren feststellen: Das ist alles viel zu teuer, was ich im Portfolio habe, das muss ich jetzt reduzieren, verkaufen." Und das könnte eine drastische Verkaufswelle auslösen mit entsprechend massiven Korrekturen an den Märkten, so der Volkswirt.
Oft wird in der Diskussion um den aktuellen KI-Hype an das Platzen der Dotcom-Blase und den anschließenden Börsencrash erinnert. Die Unternehmen von damals seien aber nicht ganz vergleichbar mit den heutigen KI-Unternehmen, sagt Vermögensverwalter Stefan Riße. "Denn die haben ja schon ein Stammgeschäft, mit dem sie Geld verdienen, das muss man schon sagen. Die setzen ja nicht nur allein jetzt auf zukünftige Umsätze der KI."
"Im Moment ist das wie ein Schleier der Geopolitik, der auf diesen ganzen Themen liegt, aber wenn wir diesen Schleier ein bisschen zur Seite ziehen, dann kommt sofort das spannendste Thema durch und das ist Künstliche Intelligenz", sagt Lück.
Im Wettrennen um Künstliche Intelligenz versuchen sich die Tech-Konzerne gegenseitig zu überbieten - dabei gehen sie aber zum Teil auch sehr riskante Allianzen ein.
In der Branche für Künstliche Intelligenz (KI) klumpt sich was zusammen. Denn die Verflechtungen und gegenseitigen Beteiligungen unter den Tech-Firmen werden immer tiefer. Jüngstes Beispiel: der Online-Riese Amazon und der KI-Spezialist Anthropic. In einem ersten Schritt wird Amazon fünf Milliarden Dollar in den Entwickler des KI-Chatbots Claude stecken - in weiteren Schritten könnten es bis zu 20 Milliarden Dollar mehr werden.
Anthropic wiederum will in den nächsten Jahren bis zu 100 Milliarden Dollar für Halbleiter und Rechenleistung von Amazon ausgeben. Nur eines von vielen Beispielen aus der Branche: "Da ist die Beteiligung von Microsoft an OpenAI, also damit an ChatGPT. Wir sehen aber auch Google wiederum beteiligt an Anthropic und Nvidia, die sich an sehr vielen Unternehmen aus dem Bereich KI beteiligen, weil sie dahin ja auch gerne ihre Chips verkaufen wollen", sagt Stefan Riße von der Vermögensverwaltung Acatis.
Er sagt, diese Beteiligungen seien für die Unternehmen selbst strategisch sehr wichtig und auch klug. Denn es geht nicht nur um Geld und Anteile, sondern um Rechenleistung, Know-how und vor allem darum, sich gezielt im KI-Umfeld zu positionieren.
Gefährliche Abhängigkeiten
Damit wachsen aber auch die gegenseitigen Abhängigkeiten, sagt Volkswirt Martin Lück von Macro Monkey. "Mit anderen Worten: Ich gebe meinem Kunden das Geld, damit er meine Produkte kauft. Das hat immer ein Geschmäckle." Dazu komme immer die Gefahr der Instabilität. "Das heißt, wenn einer fällt, könnten da gleich mehrere fallen. Die Frage ist dann, wer als erster fällt."Und diese Entwicklung heizt auch die Gefahr von Monopolen an. Da geht es nicht nur um Preise, die dann einseitig festgelegt werden können - sondern um riesige Datenmengen in der Hand weniger - also Informationsmonopole.
Marktmacht weniger Tech-Konzerne
Diese Unternehmen werden von der US-Handelsaufsicht FTC scharf beäugt - und auch der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor der Marktmacht dieser Konzerne.Am Ende hängen ganze Volkswirtschaften an den KI-Hoffnungen, sagt Volkswirt Martin Lück, weil unwahrscheinlich viel in Hardware und Rechenzentren investiert werde. Dahinter stehen also gigantische Bauleistungen. "Da müssen Server rein, da müssen Leitungen und Kühlsysteme rein und vieles mehr." Das sei ein enormer Wachstumsimpuls für die Volkswirtschaft. "Und wenn sich diese Rechnung irgendwann mal als nicht tragfähig erweisen sollte, dann fällt das praktisch wie ein Soufflé in sich zusammen und das ist die größte Gefahr im Moment", so der Volkswirt.
Risiko einer Neubewertung
Die hohen Investitionen in KI sind eben auch eine Wette, dass sich das Kapital auszahlt - vielleicht eine gefährliche Wette, denn kaum ein anderer Sektor zieht so viel Geld an. Sollte diese Wette nicht aufgehen, könnten Finanzmärkte wanken und viel Geld verloren gehen.Martin Lück hält dieses Risiko aktuell nicht für besonders hoch - trotzdem sagt er: "Wenn eine Neubewertung stattfindet, dann würden viele Investoren feststellen: Das ist alles viel zu teuer, was ich im Portfolio habe, das muss ich jetzt reduzieren, verkaufen." Und das könnte eine drastische Verkaufswelle auslösen mit entsprechend massiven Korrekturen an den Märkten, so der Volkswirt.
Oft wird in der Diskussion um den aktuellen KI-Hype an das Platzen der Dotcom-Blase und den anschließenden Börsencrash erinnert. Die Unternehmen von damals seien aber nicht ganz vergleichbar mit den heutigen KI-Unternehmen, sagt Vermögensverwalter Stefan Riße. "Denn die haben ja schon ein Stammgeschäft, mit dem sie Geld verdienen, das muss man schon sagen. Die setzen ja nicht nur allein jetzt auf zukünftige Umsätze der KI."
Geopolitik belastet die Märkte
Die KI-Fantasien haben lange ungebremst die Kurse angetrieben. "Dem Tech-Thema ist aber Ende vergangenen Jahres schon ein bisschen die Luft ausgegangen", sagt Volkswirt Martin Lück. Zuletzt wurde die Euphorie um Künstliche Intelligenz weiter überschattet vor allem durch die aktuellen Kriege. Aber auch Handelsstreitigkeiten und die Gefahr hoch verschuldeter Staaten in der Welt belasten die Kurse. Viele Risiken in der Welt, viel Unsicherheit mit Blick auf die Zukunft."Im Moment ist das wie ein Schleier der Geopolitik, der auf diesen ganzen Themen liegt, aber wenn wir diesen Schleier ein bisschen zur Seite ziehen, dann kommt sofort das spannendste Thema durch und das ist Künstliche Intelligenz", sagt Lück.
Je schneller der Boom, desto höher das Risiko
Noch ist KI einer der Treiber für globales Wirtschaftswachstum. Noch beflügeln die Hoffnungen die Börsen. "Noch haben wir Player, die miteinander wetteifern. Nur unter Umständen bleiben da eben wenige oder nur ein Gewinner übrig", sagt Vermögensverwalter Stefan Riße. "Wir wissen heute, dass bei den Suchmaschinen nur Google übriggeblieben ist, bei der Bürosoftware gibt es mehr oder minder nur Microsoft. Das sieht man sicherlich kritisch."Im Wettrennen um Künstliche Intelligenz versuchen sich die Tech-Konzerne gegenseitig zu überbieten - dabei gehen sie aber zum Teil auch sehr riskante Allianzen ein.
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