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Wal in der Lübecker Bucht: Rettung mit Saugbagger vorerst erfolglos

Wal in der Lübecker Bucht: Rettung mit Saugbagger vorerst erfolglos
Der in der Lübecker Bucht vor Niendorf gestrandete Buckelwal liegt noch immer auf der Sandbank vor Niendorf. Experten hatten versucht, dem Wal einen Kanal zu graben - ohne Erfolg. 

Am Dienstagvormittag (24.3.) hatten sich die Rettungskräfte und Fachleute erneut beraten, wie sie die Rettung des Buckelwals vor Niendorf (Kreis Ostholstein) weiter gestalten wollen. Ein Saugbagger sollte unter dem Wal eine Schneise saugen, durch die er dann in die Ostsee schwimmen könnte. Ein erster Kanal konnte am Nachmittag dann bereits gegraben werden, der reichte aber nicht aus, den Wal zum Schwimmen zu bewegen. Den Experten zufolge könnte der Wal bereits zu schwach sein. Der Wal liegt somit weiterhin auf der Sandbank, auf der er Montagnacht von Passanten entdeckt wurde.

Gestrandeter Wal: Saugbagger trifft auf zu festen Sand

Nach etwa zwei Stunden musste der Rettungsversuch dann abgebrochen werden - der Sand war zu fest. Am Mittwoch soll ein weiterer Bagger angeliefert werden. Der wird den Angaben zufolge mit größeren Schaufeln aufgerüstet, damit der Rettungsversuch fortgesetzt werden kann, voraussichtlich am Donnerstag (26.3.). Wie die Chancen stehen, dass der Wal überlebt, ist weiterhin unklar. Noch dazu sind die Wetteraussichten schlecht. Das könnte die Rettung weiter behindern.


Die Arbeiten könnten bis zu fünf Stunden dauern.

Buckelwal möglicherweise erschöpft

Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) in Büsum (Kreis Dithmarschen) gehen inzwischen davon aus, dass es ein junger Walbulle ist, der auf Wanderschaft war. Es könnte sein, dass der Wal versehentlich in dem Flachwasserbereich gelandet ist, so ITAW-Sprecherin Stephanie Groß.

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Noch keine Rettung: Wie geht es dem Buckelwal vor Niendorf?

NDR Info, NDR Info, NDR Fernsehen, 24.03.2026 • 16:00 UhrAndererseits wirke das Tier nicht ganz gesund und habe sich möglicherweise bewusst an die Stelle begeben, um sich auszuruhen. Laut einem Sprecher von Sea Shepherd kann es auch sein, dass der Wal dort seine letzte Ruhe finden will, weil er gemerkt hat, dass es ihm nicht gut geht.

Mehrere gescheiterte Rettungsversuche

Mehrere Rettungsversuche am Montag und Dienstag blieben erfolglos. Nach Angaben der Beamten reichten die erwarteten höheren Wasserstände auch nachts nicht aus, damit sich das zehn Meter lange Tier aus eigener Kraft zurück ins Meer kämpfen konnte.

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So läuft die Rettung des gestrandeten Wals in Niendorf

Tastatursteuerung Bildergalerie aktivierenIn der Nacht zu Montag (23.3.) haben Passanten einen Wal am Strand von Niendorf (Kreis Ostholstein) in der Lübecker Bucht entdeckt. Er ist auf einer Sandbank gestrandet und kommt nicht mehr von alleine weg.
Seitdem sind Einsatzkräfte von Küstenwache, Feuerwehr und Polizei vor Ort, um dem hilflosen Tier zu helfen.
Auch Fachleute vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) und Mitarbeiter der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd sind da.
Gemeinsam versuchen die Helfer am Montag, mit Schiffen und Booten Wellen zu erzeugen, damit sich das Tier von allein befreien kann - ohne Erfolg.
Die Rettung gestaltet sich schwierig: Die Helfer wollen nun nochmal neu beraten, wie es weitergehen könnte.
Sven Biertümpfel von Sea Shepherd vermutet, dass ein Netz, in dem sich der Wal verfangen hatte, unter anderem der Grund dafür sein könnte, weshalb er gestrandet ist. Laut ITAW ist es aber schwierig, das genauer einzuschätzen.
Damit der Wal durch Schaulustige nicht noch weiter gestresst wird, wurde der Strandbereich mit Zäunen abgesperrt. Die Polizei bittet darum, sich dem Tier nicht zu nähern oder Drohnen steigen zu lassen.

Wie können gestrandete Wale gerettet werden?

Aufgrund des großen Gewichts der Tiere sei es schwierig, Wale von einer Sandbank oder vom flachen Wasser zurück ins Meer zu bekommen, erklärt Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum. Von allein würden sie in der Regel nicht loskommen. Auch mit Luftkissen oder Seilen zu arbeiten, könne eine Möglichkeit sein. Im aktuellen Fall in Niendorf wollen die Helfer darauf verzichten, da die Gefahr besteht, das schwere Tier zu verletzen. Außerdem geraten die Tiere bei Rettungsversuchen häufig unter Stress.

Um Stress für den Wal zu vermeiden: Strandbereich wird abgesperrt

Polizisten hatten den Strandbereich schon am Montag weiträumig abgesperrt, um die vielen Schaulustigen fernzuhalten. Bauzäune wurden eigens dafür errichtet. "Es ist ganz wichtig, dass das Tier nicht noch weiter in Stress gerät", erklärte Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach. Weder von Land aus, noch übers Wasser oder per Luft durch Drohnen sollte sich dem Tier jetzt genähert werden, appelliert er an die Gäste.

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Buckelwal liegt weiterhin auf der Sandbank

Schleswig-Holstein Magazin, Schleswig-Holstein Magazin, NDR Fernsehen, 24.03.2026 • 19:30 Uhr

Welche Walarten sind in der Ostsee heimisch?

In der Ostsee sind nur Schweinswale heimisch, erklärt Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Sie sind mit etwa zwei Metern Länge kleiner als Artgenossen wie Buckelwale oder Pottwale. Geschätzt leben rund 200 Schweinswale in der zentralen Ostsee, in der Beltregion sind es einige Tausend.

Weshalb kommen größere Walarten in die Ostsee?

Laut Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum ist es wahrscheinlich, dass es sich um Wale handelt, die auf der Suche nach Nahrung den Fischschwärmen folgen. Außerdem erkundeten vor allem junge Bullen häufig ihre Umgebung - Kühe sind seltener auf Wanderschaft. Darüber hinaus könne Unterwasserlärm die Orientierung der Tiere beeinträchtigen, so dass sie sich "verschwimmen".

Bürgermeister kritisiert Schaulustige

Den Appell, Abstand vom Tier zu halten, ignorieren offenbar einige Schaulustige, kritisiert der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke am Mittwoch (24.3.) (FDP). Nach seinen Schilderungen sind Rettungsmaßnahmen vereinzelt behindert worden. So hätten am Montag Menschen versucht, den Wal mit einem Ruder- und Schlauchboot zu erreichen oder die Absperrungen zu umgehen.
Der Bürgermeister verurteilte das Verhalten aufs Schärfste und appellierte an die Öffentlichkeit, das Tier in Ruhe zu lassen. "Das Tier zu retten, hat die höchste Priorität", sagte Partheil-Böhnke. Ein NDR Reporter vor Ort schilderte am Dienstag außerdem, dass einige der Schaulustigen den Helfern vorwerfen, dass sie nicht genug unternehmen würden.

Passanten entdecken den Wal Montagnacht

Der gestrandete Wal liegt seit Montagnacht (23.3.) auf der Sandbank am Strand von Niendorf. Entdeckt wurde das Tier laut Polizei in der Nacht zu Montag, nachdem ein nahegelegenes Hotel ungewöhnliche Geräusche gemeldet hatte. Seitdem waren die Einsatzkräfte vor Ort bei dem Wal.
Immer wieder seien von dem Wal tiefe, dumpfe Laute zu hören, schilderte ein NDR Reporter am Montagvormittag. Das Tier wirke deutlich geschwächt. Der Körper des Wals bewegt sich langsam auf und ab, während er atmet, hieß es.


Fragmente eines Netzes waren um den Wal gewickelt. Die Helfer konnten lose Seile und nicht eingewachsenes Netzmaterial am Montag wegschneiden.

Offenbar Buckelwal, der zuletzt gesichtet wurde

Die Fachleute gehen davon aus, dass es sich um den Buckelwal handelt, der zuerst Anfang März vor Wismar und später in der Flensburger Förde und Lübecker Bucht gesichtet wurde. "Wir sind uns ganz sicher, dass es sich um denselben Wal handelt, weil Drohnenaufnahmen Teile des Netzes zeigen, in dem er sich vor Wismar verfangen hatte", sagte Sven Biertümpfel von Sea Shepherd. Auch vergangenen Freitag mussten Mitglieder der Meeresschutzorganisation den Wal in Haffkrug von einem Stellnetz befreien, in dem sich das Tier verfangen hatte. Teile des Netzes blieben allerdings am Wal hängen.

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