Traumkombinationen, starke Einwechselspielerinnen und ein Premierentreffer: Deutschlands Fußballerinnen sind erfolgreich in die WM-Qualifikation gestartet. Die DFB-Frauen gewannen am Dienstagabend in Dresden gegen Slowenien souverän mit 5:0 (2:0).
von Tobias Knaack "Road to Brazil" hatten Fans beim Einlaufen beider Teams auf ein Plakat geschrieben - und gut 90 Minuten später stand fest: Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist den ersten Schritt auf diesem Weg zur Weltmeisterschaft in Brasilien 2027 erfolgreich gegangen: in vielen Phasen mit großer Spielfreude, mitunter verschwenderisch - und in einer kurzen Sequenz auch defensiv fahrig.
"Ich bin sehr zufrieden, dass wir ziemlich schnell für klare Verhältnisse gesorgt und vor allem in der zweiten Hälfte nachgelegt haben."Bundestrainer Christian Wück
Kapitänin Giulia Gwinn freute sich im ARD-Interview darüber, "dass wir zweimal gut in die Hälften gestartet sind", sie bemängelte aber auch einige "Ungenauigkeiten" im Spiel ihres Teams. Bundestrainer Christian Wück zeigte sich "sehr zufrieden, dass wir ziemlich schnell für klare Verhältnisse gesorgt und vor allem in der zweiten Hälfte nachgelegt haben". Insgesamt war der Sieg gegen die in vielen Situationen überforderten Sloweninnen souverän und ging auch in der Höhe vollauf in Ordnung. Vivien Endemann (6.), Elisa Senß (12.), Linda Dallmann (48.), Debütantin Larissa Mühlhaus (53.) und Lea Schüller (71.) trafen für die DFB-Frauen, für die es Sonnabend mit dem zweiten Spiel der WM-Qualifikation in Stavanger weitergeht. Die Partie gegen Norwegen (18 Uhr) wird mit Sicherheit eine andere Art der Standortbestimmung in der Gruppe 4.
DFB-Frauen mit Blitzstart
Im Sturmzentrum erhielt Shekiera Martinez vom englischen Club West Ham United von Wück den Vorzug vor der Frankfurterin Nicole Anyomi - und die 24-Jährige war sofort brandgefährlich. Nach einem schönen Haken links im Strafraum zog sie den Ball direkt auf das slowenische Gehäuse. Zala Mersnik reagierte stark (5.). Eine Minute später aber war die Torfrau geschlagen. Endemann lief - von Dallmann nach einem Ballgewinn im Mittelfeld auf die Reise geschickt - alleine auf sie zu und tunnelte sie frech. 1:0 für die DFB-Frauen, die direkt dranblieben: Martinez' Treffer zählte wegen einer vorangegangenen Abseitsstellung nicht (10.), der stramme Schuss von Senß zentral im Strafraum nach schöner Endemann-Ablage aber sehr wohl - 2:0 (12.). Die deutsche Mannschaft zeigte sich ziemlich spielfreudig - aber auch zunehmend verschwenderisch. Martinez (17.), Gwinn (20.) und Endemann (23.) ließen das dritte Tor liegen.
Berger pariert stark, Dallmann und Mühlhaus erhöhen
Nach 30 Minuten Powerfußball gönnte sich das Wück-Team eine Auszeit - zu diesem Zeitpunkt schickten die Fans in Dresden ob der bis dahin gezeigten offensiven Darbietung die ersten Wellen der Begeisterung durch die Arena. Kurz vor dem Halbzeitpfiff aber rieben sich die Zuschauenden angesichts zunehmender Nachlässigkeiten auch verwundert die Augen. Das Wück-Team lud die Gäste gleich zu drei Abschlüssen ein, die bis dahin weitgehend beschäftigungslose Torhüterin Ann-Katrin Berger entschärfte den besten Versuch von Angreiferin Zara Kramzar mit einer starken Fußparade (41.). Den Start in Durchgang zwei dominierte das Wück-Team dann aber wieder wie schon den Beginn der Partie - und traf erneut früh doppelt: Zunächst leitete die starke Dallmann selbst ein, bekam den Ball per feinem Steckpass von Sjoeke Nüsken zurück und tunnelte Mersnik am rechten Pfosten (48.). Und dann kam Debütantin Mühlhaus, zur Pause eingewechselt, direkt zu ihrem Premierentreffer. Mersnik parierte einen Nüsken-Knaller stark, den Abpraller nagelte die Stürmerin von Werder Bremen halb im Rutschen, halb als Seitfallzieher unter die Latte (53.).
Der SVW spielt eine starke Bundesliga-Saison. Die Entwicklung des Teams ist eng mit der Leistung von Angreiferin Larissa Mühlhaus verbunden, wie auch die Daten zeigen.
Schüller sorgt für den Endstand
Knapp 20 Minuten lang passierte wenig, dann traf die nächste Einwechselspielerin. Nach einem Foul im Mittelfeld schaltete Nüsken gedankenschnell und passte nach links auf Endemann. Die Wolfsburgerin bediente die kurz zuvor eingewechselte Schüller, die den Ball mit feinem Touch an Mersnik vorbei ins lange Eck legte (71.). "Einer geht noch, einer geht noch rein", sangen die Fans. Nüsken (81.) und Mühlhaus (86.) scheiterten allerdings knapp, zudem zählte ein eigentlich regulärer Treffer von Schüller nicht, weil Schiedsrichterin Eleni Antoniou aus Griechenland fälschlicherweise auf Abseits entschied (87.). Es fiel nicht ins Gewicht - und so sangen die Anhänger schon vor dem Abpfiff "Oh, wie ist das schön".
15 Spielerinnen der Frauen-Bundesliga laborieren aktuell an Kreuzbandverletzungen - deutlich mehr als bei den Männern. Die Ursachen sind vielfältig, der Weg zu Verbesserungen ist weit.
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