Das erste Biathlon-Rennen der Männer im neuen Jahr stand ganz im Zeichen von Sivert Guttorm Bakken. Und mit Tommaso Giacomel gewann ein enger Vertrauter des verstorbenen Norwegers. Bester Deutscher beim Sprint in Oberhof war Philipp Nawrath, der es ebenfalls auf das Podest schaffte.
Der Sprint der Männer in Oberhof - es war kein gewöhnliches Rennen. Es war der erste Wettkampf nach dem plötzlichen Tod des norwegischen Biathleten Sivert Guttorm Bakken, dessen unerwartetes Ableben vor Weihnachten die Biathlon-Welt in Schockstarre versetzt hat.
Symbolische Startnummer 1
In Oberhof wurde dem mit nur 27 Jahren verstorbenen Bakken gedacht, das norwegische Team und sein guter Freund Tommaso Giacomel aus Italien standen vor dem Start dicht geschlossen im Startbereich und verfolgten mit Tränen in den Augen einen Film für Bakken auf den Leinwänden in der Arena am Rennsteig. Zudem starteten sie mit Trauerflor am Arm. Bakken wurde symbolisch die Startnummer 1 zugelost, es ertönte vor dem Start unter dem Klatschen der Athleten und der Fans der obligatorische Fünf-Sekunden-Countdown - die Strecke jedoch blieb leer. Der Lette Renars Birkentals hatte schließlich die schwere Aufgabe als erster dieses spezielle Rennen aufzunehmen.
Dem verstorbenen Sivert Guttorm Bakken wurde in Oberhof ausgiebig gedacht. Neben der Tragödie um Bakken musste das norwegische Team am Grenzadler auf den Weltcupführenden Johan-Olav Botn und Sturla Holm Laegreid verzichten, die wegen Krankheit auf einen Start verzichteten. "Wir erwarten nicht viel von uns in dieser Woche, wir wollen hier Sievert ehren und unser Bestes geben", hatte Vetle Sjaastad Christiansen in den Tagen vor dem Rennen gesagt.
Sieg für Giacomel - Nawrath Zweiter
Den Sieg sicherte sich schließlich wie im Hollywood-Drehbuch Giacomel, der nach einer Strafrunde 13,2 Sekunden schneller war als Philipp Nawrath (ebenfalls 1 Strafrunde). Dritter wurde mit Johannes Dale-Skjevdal ein Teamkollege Bakkens (1/+25,2 Sek.). Nawrath verpasste damit knapp den ersten deutschen Einzelsieg der Männer seit fast genau zwei Jahren. Am 5. Januar 2024 siegte der inzwischen zurückgetretene Benedikt Doll ebenfalls im Sprint von Oberhof. Seit dem warten die DSV-Männer auf einen Weltcup-Erfolg.
Alle Deutschen in der Verfolgung dabei
Zweitbester Athlet des Sextetts des Deutschen Skiverbandes (DSV) war Philipp Horn als Siebter (1/+38,7 Sek.). David Zobel sicherte sich mit nur einem Fehler im Stehendschießen nicht nur Platz zwölf, sondern auch die halbe Olympianorm. Lucas Fratzscher (2+/1:24,1 Minuten) verpasste als 16. knapp die Top 15. Justus Strelow verballerte mit drei Fehlern stehend eine vordere Platzierung und wurde 46. Das reichte zumindest für die Qualifikation für den Verfolger, ebenso wie bei Weltcup-Rückkehrer Johannes Kühn, der sich als 60. (5/+2:27,7 Min.) den letzten Platz für das Rennen am Samstag sicherte.
Giacomel kann sich über Sieg nicht freuen
Dem Sieger merkte man im anschließenden Interview an, wie hart die Tage in Oberhof für ihn sind. Auf die Frage, ob er sich über den Sieg freuen könnte, sagte der sichtlich ergriffene Italiener: "Eigentlich nicht. Es ist richtig komisch heute. Es ist zwar einer meiner besten Tage beim Biathlon und gleichzeitig einer der schlechtesten, weil Sievert nicht mehr hier ist. Das macht mich extrem traurig." Seinen Sieg widmete er seinem verstorbenen Freund.
Комментарии (0)